Wofür wird das Nahrungsergänzungsmittel L-Carnosin eingesetzt?

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Wofür wird das Nahrungsergänzungsmittel L-Carnosin eingesetzt?

Bei L-Carnosin handelt es sich um einen chemischen Stoff, der beim Menschen vor allem in Muskel- und im Gehirngewebe vorkommt. Das Dipeptid setzt sich aus den beiden Aminosäuren Beta-Alanin und L-Histidin zusammen und wurde erstmals 1900 entdeckt.

Seit einiger Zeit steht der Stoff als Nahrungsergänzungsmittel hoch im Kurs, da vermutet wird, dass er die Zellalterung in unserem Körper wesentlich verlangsamen könnte.

L-Carnosin als Nahrungsergänzungsmittel – Artikelübersicht:

Leben befindet sich in unseren Körpern, so lange sich unsere Körperzellen teilen können. Dies tut jede Zelle circa 60 – 80 Mal, bevor sie stirbt. Sind alle Zellen des menschlichen Organismus verstorben, ist der Mensch tot. Bis vor Kurzem galt die Alterung einer Zelle als nicht umkehrbar.

Jüngste Forschungsergebnisse belegen jedoch, dass ein in L-Carnosin getränktes Nährmedium die Lebenszeit menschlicher Zellen um 413 Tage verlängerte, während sich die Gruppe ohne L-Carnosin bereits deutlich früher verabschiedete. Was L-Carnosin überhaupt ist und wie das Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt wird, finden Sie in folgendem Artikel.

Was ist L-Carnosin?

L-Carnosin setzt sich aus den beiden Aminosäuren Alanin und Histidin zusammen. Es ist ein körpereigener Stoff und zu 100% natürlich. Besonders häufig kommt L-Carnosin in langlebigen Zellen, wie Muskel- und Nervenzellen, Herzmuskel, Nieren, Leber und Hirn vor.

Verwechslungsgefahr mit L-Carnitin. Zwar klingt L-Carnitin ähnlich und ist ebenso ein völlig natürlicher, körpereigener Stoff, allerdings setzt er sich aus den Aminosäuren Lysin und Methionin zusammen und ist für den Energiestoffwechsel tierischer und pflanzlicher Zellen enorm von Bedeutung.

Doch zurück zum L-Carnosin, welches eine wirksame Antioxidanz gegen freie Radikale darstellt. Diese freien Radikale greifen unsere Zellen nämlich täglich zwischen 10.000 und 80.000 Mal an und sind dabei mit ihrer zerstörerischen Wirkung für zahlreiche Erkrankungen und vorzeitige Alterung verantwortlich. In diesem Zusammenhang ist L-Carnosin ein Zellenerneuerer und eine sehr gute Immunsystemstimmulanz, die den Heilungsprozess der Zellen unterstützt.

Mit zunehmendem Alter sinkt allerdings der L-Carnosinspiegel beim Menschen. Es kann allerdings in geringen Mengen durch Lebensmittel oder in Form von Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen werden. Doch welche Lebensmittel enthalten L-Carnosin?

Bei tierischen Lebensmittel weisen vor allem folgende Vertreter sehr hohe Carnosin-Werte in der Muskulatur auf:

• Hühnchen und Pute auf (pro kg rund 10 g HCDs insgesamt, davon jeweils 2 bis 3 g Carnosin und etwa 7 g Anserin),
• Büffel (pro kg ca. 6 g Carnosin und 1-2 g Anserin),
• Schwein (pro kg ca. 3 g Carnosin, kaum Anserin),
• Pferd (pro kg ca. 5 g Carnosin, 1 g Anserin),
• Rind (pro kg ca. 3 g Carnosin, 0,5 g Anserin)

Wie wird das Nahrungsergänzungsmittel L-Carnosin hergestellt?

Üblicherweise wird L-Carnosin synthetisch als sogenanntes naturidentisches L-Carnosin hergestellt und ist damit für Vegetarier und Veganer geeignet. Beachten Sie aber unbedingt die Packungsangaben besonders hinsichtlich der Bestandteile der Kapselhülleund etwaiger Trennmittel.

Bei den Nahrungsergänzungsmitteln gibt es unterschiedliche Verabreichungsformen, L-Carnosin wird zumeist in Form von Kapseln angeboten. Diese können, müssen aber nicht zwangsläufig glutenfrei und laktosefrei sein – hioer gilt ebenfalls unbedingt die Packungsbeilage zu beachten.

Einsatzbereiche von L-Carnosin

L-Carnosin wird als Immunregulator² eingesetzt und aufgrund der (muskulären) leistungssteigernden Wirkung lassen sich folgende Anwendungsgebiete eingrenzen:

• Nahrungsergänzung für verschiedenen Sportbereiche
• In Form von Anti-Aging-Produkten
• Zur Mitbehandlung neurologischer Erkrankungen
• Zur Mitbehandlung neuromuskulärer Störungen
• als Supplement für Menschen, die unter Autismus leiden³

Medizinisches Potenzial von L-Carnosin

• Kardiovaskuläre Gesundheitsvorteile – Oxidationsmittelstress verkürzt unsere Lebensdauer, in dem er das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko fördert. L-Carnosin kann dahingehend helfen, dass es kraftvoll antioxidativ wirkt, hinzu freie Radikale bekämpft und beschädigte Proteinprodukte entfernt. Diese Schutzmerkmale können lebensverlängert sein.

• Bekämpfung der Gefahren erhöhter Glukosewerte – Destruktive Veränderungen von lebenswichtigen Enzymen und anderen Proteinen, die durch Glukose hervorgerufen werden, sind Hauptursachen für Alterung und altersbedingten Gewebedysfunktionen. Durch die Einnahme von zusätzlichem L- Carnosin ist es unwahrscheinlicher, dass schädigende Glykationsreaktionen auftreten.

• Neuartige Anti-Krebs-Eigenschaften – L-Carnosin als chemopräventives Mittel steckt noch in den Kinderschuhen. Studien hierzu machen jedoch Mut, da Wissenschaftler stetig wegen der antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von L-Carnosin weiter forschen. Es hilft DNA-Schäden zu blockieren, die zu krebsartigen Umwandlungen führen können und Metastasen hemmen.

• Schutz des alternden Gehirns – Das Gehirn enthält von Natur aus Carnosin, um den oxidativen, nitrosativen und glykämischen Stress zu reduzieren. Dieser führt nämlich zu Entzündungen und fördert beispielsweise das Alzheimer-Krankheitsprotein. L-Carnosin kann demnach zur Alzheimer-Prävention eingenommen werden.

• Blockierung der Kataraktbildung – Ebenso kann L-Carnosin zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Durch Antiglykationseffekte verringert L-Carnosin nämlich das Risiko und den Schweregrad von Katarakten (Grauer Star) im Auge.

• Im Einsatz gegen allgemeines Altern – Ein weiteres Merkmal ist die Fähigkeit, Proteinmodifikationen durch Glukose und Sauerstoff zu beeinflussen. Diese tragen nämlich stark zu Entzündungen und der Alterung im Allgemeinen bei. Darüber hinaus kann es die Telomerverkürzung blockieren und somit Alterungseffekte reduzieren.

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Quellen:

¹ Alle über den Wirkstoff L-Carnosin (edubily.de)
² Verwendung von L-Carnosin oder eines seiner Salze zur Behandlung von Immunkrankheiten (Patentantrag Kineshiro Tokio/Tokyo Jp Nagai Taiko Kashiwa Chiba Jp Suda; University of Tokyo NUC)
³ Michael G. Chez, Cathleen P. Buchanan, Mary C. Aimonovitch, Marina Becker, Karla Schaefer, Carter Black, Jamie Komen: Double-blind, placebo-controlled study of L-carnosine supplementation in children with autistic spectrum disorders. In: Journal of child neurology. Bd. 17, Nr. 11, November 2002, S. 833–837, PMID: 12585724

em>Fotohinweis: Bild von Arek Socha auf Pixabay.com

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