Nachprüfung? Erholung muss trotzdem sein!

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Jugendliche in den Bergen

Eine Nachprüfung ist zugegebermaßen ein psychologischer Dämpfer, da man die gesamte Ferienzeit nicht unbekümmert verbringen kann. Dennoch gilt: zuerst die Erholung, dann das Lernen. Die ersten 3 Wochen werden die Sommerferien genossen, danach folgt strukturiertes Lernen für die Nachprüfung.

Wer die ganzen Ferien verstreichen lässt und erst in den letzten Wochen Tag und Nacht strebert, setzt sich einem unnötig hohen Stress aus und begeht so einen der häufigsten Lernfehler bei Nachprüfungen.

„Die Ferienzeit ist eine Zeit des Erholens. Nach dem Schuljahr muss wieder Energie und Kraft getankt werden, um dann mit neuem Schwung wieder beginnen zu können“, sagt Mag. Andrea Lehner vom Österreichischen Roten Kreuz.

Die Ferien dienen vor allem dazu, jene Dinge zu tun, die während der Schulzeit zu kurz kommen, wie etwa intensiver Sport zu betreiben, den Hobbys nachzugehen oder einfach nur mit ruhigem Gewissen auf der faulen Haut zu liegen. Der Urlaub soll so richtig genossen werden. Lehner: „Faulenzen ist jetzt ausdrücklich erlaubt! Erholung und Spaß sind gefragt.“ Das gilt für alle, also auch für jene, die zu einer Nachprüfung antreten müssen.

Doch die schönste Zeit darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schule wieder weitergeht. Eine gewisse Zeit der Ferien sollte daher auch zum Lernen oder Wiederholen genützt werden. Besonders jene SchülerInnen, auf die im Herbst eine Wiederholungsprüfung wartet, sollten jetzt mit dem Lernen beginnen.

Lehner: „Auch wer im Herbst zu keiner Nachprüfung antreten muss, erleichtert sich den Start im neuen Schuljahr, wenn er den schon gelernten Stoff aus dem Vorjahr wiederholt. Das erspart mühsames Nachschauen, wenn der Stoff im Unterricht gefragt ist.“

Nachprüfung! – Was jetzt?

Etwas intensiver sieht die Vorbereitung auf eine Nachprüfung aus. Mit frischen Kräften kann man jetzt, in der zweiten Ferienhälfte, das Projekt Nachprüfung angehen. Lehner: „Hier sollten die Eltern gemeinsam mit dem Kind einen Lernplan erstellen. Es sollte genau geklärt sein, was wann gelernt wird.

Wichtig ist es, den Prüfungsstoff in kleine Lerneinheiten aufzuteilen und auch Zeit für Wiederholungen und Pausen einzukalkulieren. So kann der Stoff einerseits in der verbleibenden Zeit ohne Problem bewältigt werden. Das Gefühl, es nicht zu schaffen, wird vermieden. Andererseits fällt durch einen eingehaltenen Lernplan der Stress weg, in wenig Zeit viel Lernstoff bewältigen zu müssen.“

In den seltensten Fällen wird es dem Kind möglich sein, den Stoff alleine zu bewältigen. Sollten Sie daher die Dienste einer Nachhilfeschule in Anspruch nehmen, achten Sie darauf, dass Ihrem Kind Zeit bleibt, den Stoff zu Haus nochmals zu wiederholen und zu üben. Vierwöchige Kurse sind aus diesem Grund dringend anzuraten.

6 wichtige Tipps für eine erfolgreiche Nachprüfung

  1. Erholung: Die ersten zwei bis drei Wochen solltest du unbedingt für die Erholung nützen. Faulenzen ist jetzt ausdrücklich erlaubt! Genießt die Ferien!
  2. Zeitgerechtes Lernen: Es ist wichtig, dass rechtzeitig mit dem Lernen begonnen wird. Zumindest 5 bis 6 Wochen vor der Prüfung muss mit dem Lernen begonnen werden um ausreichend Zeit zu haben, den gesamten Lernstoff unterzubringen und auch einen Polster für Wiederholungen einzuplanen.
  3. Struktur schaffen, Plan erstellen: Strukturiertes Lernen ist der Schlüssel zum Erfolg. Legt euch einen Zeitpunkt für’s Lernen zurecht und haltet euch daran fest. Plant auch kurze Pausen ein, doch in der Lernphase muss jede Ablenkung verhindert werden. (Handy abschalten ist Pflicht!) Die Empfehlung lautet: vormittags lernen und nachmittags die Ferien zu genießen.
  4. Lernstoff einteilen & Hilfe organisieren: Teilt euch den Lernstoff in Einheiten auf. Wiederholt jene Teile, die ihr gut könnt kurz und plant mehr Zeit für jene Bereiche ein, die euch Schwierigkeiten bereiten.
  5. Sorgt rechtzeitig für Unterstützung: Sei es von Freunden oder von Nachhilfe-Profis. Wählt die Rahmenbedingungen, die euch am ehesten liegen. Entweder Einzelunterricht oder Gruppenunterricht, je nach eren Lerndefiziten und Konzentrationsfähigkeiten.
  6. Wiederholungen einplanen
  7. : Und ganz wichtig: Wiederholungen! Lernen bedeutet, das Gelernte immer wieder zu wiederholen und zu üben. Es wäre fatal wenn man am Prüfungstag die Dinge die man vor Wochen gelernt hat, im entscheidenden Moment wieder vergessen hat.

Entspannt durch die Sommerferien trotz Nachzipf

Vielleicht war das „Nicht genügend“ im Zeugnis vor den Ferien ein Schock. Doch mit neuer Kraft und guter Vorbereitung lässt es sich nach den Ferien sicher wieder ausbügeln. Erst ausspannen, dann lernen heißt das Motto! Auch ein negativ abgeschlossenes Schuljahr (oder vielleicht gerade dieses) erfordert einige Zeit zur Erholung und Entspannung.

Eine Woche vor Beginn der Wiederholungsprüfungskurse sollte der Stoff gesichtet werden. Hier leisten die Notizen zum Schulabschluss gute Dienste. Die entsprechenden Kapitel sollten im Buch und im Schulübungs- und Hausübungsheft herausgesucht werden. Eine Sammlung von Schularbeitsthemen oder -beispielen ist von großem Vorteil. Das bringt Übersicht über den Stoff und hilft auch dem Kurslehrer, einen genauen Tagesplan mit Lern-, Wiederholungs- und Erholungsphasen aufzustellen.

Ein Beitrag von gesund.co.at und www.roteskreuz.at

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

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