Verleihen Energy-Drinks wirklich Flügel?

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Energy-Drinks zur Leistungssteigerung im Sport

Energy-Drinks sollen die kurzfristige Müdigkeit vertreiben und zu einer Leistungssteigerung führen. Dies geschieht vor allem durch ihre Hauptbestandteile Zucker und Koffein. Auch die körpereigene Substanz Taurin soll belebend wirken, was bisher allerdings nicht nachgewiesen werden konnte. Fakt ist jedoch: Der hohe Zuckeranteil von 11 % fördert Karies und Übergewicht, und bei übermäßigem Konsum kann das enthaltene Koffein zu unangenehmen Nebenwirkungen führen.

Energy-Drinks – Artikelübersicht:

Wenn sich Müdigkeit und Erschöpfung einstellt, unsere To-Do-Liste allerdings noch lange nicht abgearbeitet ist, wirkt der Griff zu einem Energy-Drink wie „Red Bull“ verlockend. Denn die Marketingbotschaften versprechen uns, Körper und Geist zu beflügeln. Dieser belebende Effekt wird hauptsächlich durch das enthaltene Koffein erzielt.

Eine Viertelliterdose liefert mit 80 mg Koffein etwa soviel wie eine Tasse Kaffee. Für Kinder und Menschen, die Koffein nicht gut vertragen, ist also generell von Energy-Drinks abzuraten. Übertreibt man den Genuss von Energy-Drinks, können durch die übermäßige Koffeinmenge Herzflattern oder schlaflose Nächte folgen. Außerdem ist eine Abhängigkeit bei regelmäßigem Konsum nicht auszuschließen.

Zweieinhalb Esslöffel Zucker pro Dose

Ein weiterer Energielieferant, dessen Wirkung hinlänglich bekannt ist, ist der in Energy-Drinks enthaltene Zucker. Zucker kann die Leistungsfähigkeit allerdings nur kurzfristig erhöhen. Durch den hohen Energiegehalt führt hohe Zuckerzufuhr jedoch langfristig zu Übergewicht oder Karies.

Egal ob Red Bull, Monster, Power Horse, Burn, Golden Eagle, Booster oder Mad Dog, auch wenn die diversen Marken den Käufern leistungssteigerndes Potenzial suggerieren, so ist der Inhalt der meisten Energydrinks recht ähnlich: Eine Viertelliterdose (250 ml) eines Energy-Drinks liefert durchschnittlich zwischen 95 und 120 Kalorien und enthält rund 25 bis 27 Gramm Zucker, was einer Menge von knapp neun Stück Würfelzucker entspricht. Um auf den Trend kalorienarmer Lebensmittel aufzuspringen, haben auch Energy-Drink-Hersteller Getränke mit Süßstoffen anstelle von Zucker auf den Markt gebracht. Dadurch fehlt dem Drink allerdings ein wesentlicher Energieträger.

(S)tierische Kräfte

Aber was ist eigentlich mit dem Inhaltsstoff Taurin, dem stierähnliche Kräfte zugeschrieben werden? 1824 wurde Taurin erstmals aus Ochsengalle isoliert, wodurch auch der Name abgeleitet wurde. Dieser Inhaltsstoff wird allerdings auch vom menschlichen Körper produziert und wird durch Fisch, Fleisch und Milchprodukte aufgenommen. Es ist noch nicht geklärt, ob Taurin bei der Informationsübertragung zwischen Nervenzellen mitwirkt, also ein sogenannter Neurotransmitter ist. Dadurch wäre es möglich, dass Taurin die Wirkung des Koffeins verstärkt und deshalb ein Energy-Drink belebender wirkt, als eine Tasse Kaffee. Bewiesen ist diese These jedoch nicht.

Erlaubt wären dem Gesetz entsprechend nur 300 mg Taurin pro Liter. Der Testbericht von Öko-Test zeigt allerdings, dass die meisten Energy-Drinks die bis zu dreizehnfache Menge enthalten. Gemäßigte Überschreitungen der Taurinzufuhr gelten als unbedenklich, wie sich die Substanz aber in großen Mengen auswirkt, ist noch zu wenig erforscht.

Gefahren des Konsums

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. erklärt, dass Energy-Drinks bei gelegentlichem Konsum für Erwachsene sicher nicht schädlich sind. Allerdings birgt regelmäßiger und unkontrollierter Konsum dieser koffeinhaltigen Getränke einige Gefahren. Trinken Autofahrer Alkohol in Kombination mit Energy-Drinks, fühlen sie sich meist ähnlich fahrtauglich wie in nüchternem Zustand.

Der Schein trügt allerdings: Eine Studie zeigt, dass Versuchspersonen, die Mischgetränke zu sich nahmen, in Seh- und Koordinationstests genauso schlecht abschnitten, wie Menschen, die Alkohol pur getrunken hatten. Nach dem Konsum von Getränken wie Wodka mit Red Bull können Autofahrten also trotz gegenteiliger Selbsteinschätzung ein böses Ende nehmen. Studien belegen auch, dass regelmäßiger Konsum von Energy-Drinks zu erhöhten Puls- und Blutdruckwerten führt und der ständige Genuss von Kopfschmerzen und kräftigem Herzpochen begleitet werden kann.

Für Sportler sind Energy-Drinks wegen des hohen Zuckergehalts, der die Flüssigkeitsaufnahme behindert, auf jeden Fall ungeeignet. Gelegentlicher Konsum in Maßen hat zwar für Erwachsene keine direkten Nebenwirkungen. Davor, literweise Energy-Drinks zu sich zu nehmen, rät die deutsche Gesellschaft für Ernährung und das Bundesinstitut für Risikobewertung jedoch ab.

Ernährungsexperten weisen darauf hin, dass Energy Drinks süchtig machen können und das Herz bei übermäßigen Konsum aus dem Takt bringen können. Als Konsum-Grenze werden maximal zwei 250-Milliliter-Dosen pro Tag empfohlen, für Jugendliche gilt eine Dose als akzeptabel. Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen sollten überhaupt die Finger von derartigen Getränken lassen.

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Quellen:

¹ Öko-Test – den Stier bei den Hörnern gepackt (www.oekotest.de – Artikel offline seit 08/19)
² Welt online
³ Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Smoothies – Energy Drinks

Fotohinweis: Montage Fotolia.com & LaChrome from Pixabay.com

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