Intimpiercing | Tattoo & Piercing

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Intimpiercing

Hier gibt’s einen umfassenden Überblick über die gebräuchlichsten Arten des Piercing.

Das Intimpiercing
Piercings sind der letzte Modeschrei. Mädels, die keinen Nabelring besitzen, sind nicht „in“. Burschen, die keine Brustwarzenpiercings tragen, sexuell langweilig. Finstere Kinostars tragen Augenbrauenpiercings, und am Infoschalter der Deutschen Bahn lächelt uns blitzend ein Zungenpiercing entgegen. Piercings sind dekoratives Element des Körpers. In einer Welt, die bis ins Detail alles erklären muss, bleiben sie manchmal ein kleines Geheimnis – für jeden. Denn unter Uniform, Jeans oder Armani-Anzug sieht man, das Intimpiercing nicht. Dennoch kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass Piercings – und besonders Intimpiercings – als bloßer Modetrend nicht geeignet sind. Wir möchten an dieser Stelle deshalb auch bewußt ein Anschaungsbeispiel zeigen, damit jedem/r InteressentIn klar wird, mit welchem Procedere und welchen Konsequenzen dieser Körperschmuck verbunden ist.

Intimpiercings haben vor allem bei Männern eine lange Tradition. Sie entstammen den exotischen Ländern, was die ebenso exotischen Namen erklärt, und wurden zum Teil schon im Kamasutra erwähnt, zum Beispiel der Apadravya, die Penis-Durchbohrung. Und damit ist auch der eigentliche Beweggrund erklärt, der zu einem solchen Piercing führt: die sexuelle Stimulanz. Nicht zuletzt aus diesem Grund erlebten die Intimpiercings in der westlichen Zivilisation anfangs ihre Renaissance in der schwulen und heterosexuellen S/M- bzw. Fetischszene. Auch heute, im Zeitalter der exaltierten Bodyart, werden Intimpiercings meist aus sexuellen Gründen getragen. Aber eben nicht nur, und Arten gibt es viele …

Einen „Prinz Albert“ durch die Eichel, ein Frenum durch die Vorhaut, einen horizontalen Stecker durch die Schamlippe oder einen Ring über der Klitoris – die einen tragen es bloß als Schmuck, die anderen als erotischen Appetizer. Beim Piercingvorgang selbst sind jedenfalls gute Nerven aber vor allem die Kenntnisse eines erfahrenen Piercers gefragt ….

Weibliche Intimpiercings

Der weibliche Intimbereich bietet sehr viele Möglichkeiten. Darüber hinaus können verschiedene dieser Piercings auch sexuell stimulierend wirken. Es können Ringe beziehungsweise Stecker angebracht werden in den kleinen Schamlippen, grossen Schamlippen sowie im Bereich der Klitorisvorhaut, dem Schambein, Anal- und Dammbereich. Auch die Klitoris selbst kann gepierced werden, dieses Piercing ist aber wenig empfehlenswert und wird von verantwortungsbewussten Piercern abgelehnt.

Piercingvorgang

Abbildungen eines Schamlippenpiercing-Vorganges; Piercing-Set;Intimpiercine äußere SchamlippenEinsetzen des Steckers – Material: chirurgischer Stahl.fertiges Schamlippenpiercing

Männliche Intimpiercings

Im männlichen Intimbereich gibt es sehr viele Möglichkeiten, sich zu schmücken. Verschiedene Piercing`s können auch sexuell stimulierend wirken. Es können Ringe beziehungsweise Stecker angebracht werden im Hautfaltenbereich des Hodensacks (Hafada), zwischen Hodensack und After (Guiche), im Vorhautbändchen (Frenum), in der Vorhaut selbst (Oetang), über der Peniswurzel am Übergang zur Bauchdecke (Pubic). Aber auch im Bereich der Eichel (Glans). Das wären dann der Prince-Albert-Ring, Ampallang, Dydoe und Apadravya. Die letztgenannten Piercings, die die Eichel betreffen, beinhalten zum Teil erhebliche Gesundheitsrisiken !

Piercing am FrenulumPenis Piercingmännliches Intimpiercing

Frenulum

Wird durch das Vorhautbändchen unterhalb der Eichel getragen. Das Piercen ist an dieser Stelle recht einfach durchzuführen. Es heilt auch relativ schnell ab. Abheilung meist nach ca. 6-8 Wochen.

Guiche

Piercing im Dammbereich zwischen Anus und Hodensack. Der Ursprung dieses Piercing befindet sich im Südpazifik. Es kann sich beim Sitzen unangenehm auswirken, besonders in der Abheilzeit.
Abheilzeit ca. 8-10 Wochen.

Prinz Albert

Der Name dieses Piercings entstammt dem Gatten der englischen Königin Viktoria. Dieser Prinz Albert-Ring führt durch das Vorhautbändchen in die Harnröhre und tritt an der Harnröhrenöffnung wieder aus. Dieser sogenannte Prinz Albert-Ring wurde eingesetzt um den Penis am Hosenknopf der damaligen Uniformen zu befestigen. Es zählt zu den klassischen und einfach durchzuführenden Intimpiercings. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Ring nicht zu dünn gewählt wird, da ein zu dünner oder ein zu kleiner Ring im Laufe der Zeit einschneiden und die Harnröhre regelrecht aufspaltet.

Auf die Darstellung zweier weiterer Methoden, den sog. Ampallang und das sog. Apadravya haben wir wegen der medizinischen Bedenklichkeit und des sich daraus ableitenden Gesundheitsrisikos bewußt verzichtet.

Ein Piercing ist durchaus mit einem operativen Eingriff vergleichbar. Prinzipiell gehört das Piercen in die Hand einer Ärztin / eines Arztes oder ausgebildete/n und geprüfte/n PiercerIn. Die Rechtslage ist dahingehend jedoch in Österreich und Deutschland unterschiedlich, weshalb es sich empfiehlt die jeweilige Rechtslage abzuklären, besonders um im Schadensfall eine rechtlich Absicherung zu haben. In Österreich gilt, dass Piercen und Tätowieren laut Gewerbeordnung dem Gewerbe der Kosmetik (Schönheitspflege) (§ 94 Z 42) vorbehalten sind. Im eigentlichen Sinne stellt Piercing jedenfalls eine vorsätzliche Körperverletzung dar und ist nur deshalb straffrei, weil die betreffende Person in den Eingriff einwilligt (schriftliche Einverständniserklärung). Der Einwilligung muss eine Aufklärung über die Risken vorausgehen. Unabdingbare Voraussetzung ist die Urteilsfähigkeit des Klienten. Jugendliche unter 18 Jahren benötigen die Einwilligung der Erziehungsberechtigten, bei unter 16-Jährigen müssen die Eltern mitunter beim Piercen sogar anwesend sein.

Führen Sie niemals Piercings selbst durch!

Selbstversuche beim Piercing sind höchst gefährlich und unter keinen Umständen durchzuführen da sie ein enormes Gesundheitsrisiko darstellen.

Linktipps

– Nachsorge beim Piercing
– nützliche Links zum Thema (Medizininfo.com – Suche)

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