Sinusitis – die wichtigsten Fragen & Antworten

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Sinusitis, Nasennebenhöhlenentzündung

Wenn die Nase trotz Schnäuzen verstopft bleibt, könnten entzündete Nasennebenhöhlen die Ursache sein. Doch was ist Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung) genau? Wie lange dauert sie? Wie behandelt man sie? Und welche Medikamente helfen?

Eine Entzündung der Nebenhöhlenschleimhaut nennt man Sinusitis – meistens sind Kieferhöhlen und Siebbeinzellen betroffen, seltener die Stirnhöhlen. Grundsätzlich handelt es sich hier um eine akute Nasenschleimhauterkrankung. Die Dauer der unkomplizierten Erkrankung beträgt ca. 10 – 14 Tage. Allerdings ist das Flimmerepithel erst nach drei bis vier Wochen wieder voll funktionstüchtig. Das bedeutet, dass der Patient in dieser Zeit besonders anfällig für neue Infektionen ist.

Zu den Krankheitserregern zählen zu 30 % der Infekte die Rhinoviren, häufig sind auch RS-, Influenza-, Parainfluenza- und Adenoviren. Hauptinfektionsweg ist der Kontakt mit infiziertem Nasensekret, aber auch durch Tröpfcheninfektion bei Inhalation infektiöser Partikel wird die Krankheit übertragen.

Was passiert hier in meiner Nase?

Durch die Zunahme der Luftverschmutzung wird der natürliche Schutz der Nase beeinträchtigt. Des weiteren können Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern eine allergische Rhinitis auslösen.Umwelteinflüsse. Rauchen die Eltern in den ersten Lebensjahren des Kindes, hat das einen großen Einfluss auf die Entstehung einer allergischen Rhinitis und des kindlichen Asthmas und gelten als häufigste Ursache der chronischen Rhinitis bei Kindern.Perenniale (ganzjährige) Symptome werden beispielsweise durch Hausstaub, Haustiere oder durch Berufs-Allergene wie Stäube, Farbstoffe und Metalle ausgelöst.

Symptome

Stechende Kopfschmerzen, Druckschmerz bzw. klopfende Schmerzen im Bereich der Nebenhöhlen, Fieber und verstopfte Nase sind häufige Symptome.

  • häufig sind Kopfschmerzen begleitet von Druckgefühl oder bohrendem Schmerz im vorderen Kopfbereich. Diese Schmerzen verschlimmern sich, sobald man sich nach vorne neigt, mit dem Oberkörper herunterbückt oder fest auftritt. Je nach betroffenen Nebenhöhlen variiert die Lage der Beschwerden. So kann pochender Schmerz über der Stirn, im Wangenbereich (unter Umständen von Zahnschmerzen begleitet), hinter den Augen oder seltener im Hinterkopfbereich auftreten. Zur Lokalisierung kann sich der Patient mit der flachen Hand auf den Hinterkopf schlagen, der Impuls verursacht einen dumpfen, stechenden Schmerz in den flüssigkeitsgefüllten Nebenhölen.
  • häufig gleichzeitig Schnupfen mit eitrig verändertem Nasensekret
  • bei schweren Entzündungen Fieber, Abgeschlagenheit und sogar Sehstörungen
  • manchmal sichtbare Schwellung

Wie lange dauert eine Sinusitis?

Bei einer akuten Sinusitis klingen die Beschwerden üblicherweise schon nach kurzer Zeit wieder ab. Innerhalb von zwei Wochen ist bei 60 bis 80 Prozent der Betroffenen die akute Nasennebenhöhlenentzündung wieder abgeklungen, innerhalb von sechs Wochen bei 90 Prozent. Einer chronische Sinusitis kann sich hingegen auch über Jahre erstrecken.

Wie behandelt man Sinusitis?

Die Therapie richtet sich nach der Art der Sinusitis. Im Zentrum der Aufmerksamkeit ist die Abschwellung der Nasenschleimhäute um dem Patienten eine leichtere Atmung zu verschaffen und das Druckgefühl in der Stirn zu verringern.

Kortisonhaltige Nasensprays (z.B. Nasonex, Avamys oder Rhinocort) wirken sowohl gegen akute als auch gegen chronische Rhinosinusitis nachweislich abschwellend. Da diese Produkte ausschließlich auf die Schleimhaut wirken, gelten Sie auch als unbedenklich. In diesem Fall ist trotz des enthaltenen Kortisons nicht mit Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Osteoporose oder Hautveränderungen zu rechnen, zudem treten im Gegensatz zu kortisonfreien Nasensprays kaum negative Gewöhnungseffekte auf.

Bei eitriger chronischer Sinusitis werden neben abschwellenden Sprays oder Tropfen auch Antibiotika bzw. Mukolytika eingesetzt. Bei lang andauernden Beschwerden sind auch operative Eingriffe möglich, dabei werden gutartigen Wucherungen chirurgisch entfernt und die natürlichen Ausgänge der Nasennebenhöhlen erweitert.

Bei Nachweis einer Allergie sollte eine antiallergische Therapie eingeleitet werden. Mastzellstabilisatoren verhindern dabei die Ausschüttung von Symptom-auslösenden Substanzen wie Histamin, indem sie die Mastzellen vor dem Aufplatzen bewahren. Die Wirkung tritt allerdings zeitlich verzögert ein, was bedeutet, dass sie die Symptome im akuten Allergiestadium nicht schnell lindern. Sie müssen bereits prophylaktisch (vorbeugend), ein paar Tage vor dem Ausbruch der Allergie, angewendet werden. Der bei weitem bekannteste Wirkstoff ist hierbei Cromoglicinsäure.

Welche Hausmittel helfen bei einer Nebenhöhlenentzündung?

Der Wiener Hals-Nasen-Ohrenarzt Andreas Temmel berichtet über überraschend gute Erfahrungen vieler Rhinosinusitis-Patienten mit simplen und kostengünstigen Nasenspülungen bzw. Nasenduschen mit Salzlösung. Er empfiehlt diese Methode daher vielen seiner Patienten und verweist dabei auf einige wissenschaftliche Studien, die die tatsächliche Wirksamkeit von Salzwasser-Nasenspülungen belegen. Auch mit Küstenaufenthalten an der Meeresluft haben viele Patienten gute Erfahrungen gemacht.

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Quelle:

Sinusitis: Immer die Nase voll haben (Der Standard)

Linktipp:

– Sinusitis-Gefahr im Sommer
– Heilpflanzen gegen Schnupfen und Heiserkeit

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