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Gesunde Gelenke – die besten Tipps für mehr Geschmeidigkeit

Gesunde Gelenke – die besten Tipps für mehr Geschmeidigkeit

Gesunde Gelenke

Welch wertvolle Dienste sie uns erweisen wissen wir meist erst wenn sie uns wehtun: Unsere Gelenke sorgen dafür, dass wir uns schmerzfrei bewegen können. Sie sind unsere ‚Schaniere‘ und ebenso wie Türangeln bewegt werden müssen, um nicht einzurosten, wollen auch Gelenke regelmäßig bewegt werden. Wer sich also auch im Alter unbeeinträchtigt bewegen will, sollte sich also um die Fitness seiner Gelenke kümmern! Dabei ist Bewegung, nicht etwa Schonung der Schlüssel zum Erfolg um Schmerzen und Steifigkeit, z.B. in den Händen, Knien, dem Schulter- oder Hüftgelenk, vorzubeugen.



Meist beginnt es ganz harmlos: im Knie ein kleiner Stich, ein Dehnungsschmerz beim Strecken, eingerostete Schultern, die sich bemerkbar machen. Spätestens dann sollten Sie aufmerksam werden und Vorsorge für die Geschmeidighaltung der Gelenke treffen. Das gelingt am besten, wenn Sie in Bewegung bleiben – denn dass man Gelenke ’schonen‘ muss, ist ein Irrtum – oder ein lasche Ausrede für Faulpelze.

Auch Gelenke werden älter

Was wie selbstverständlich funktioniert, solange man jung ist, macht oft Probleme wenn man älter wird. Doch wer den Schmerzen nachgibt und sich immer weniger bewegt treibt den Teufel mit dem Beelzebub aus. Denn wenn man schmerzende Gelenke nicht bewegt, riskiert man deren Versteifung – und dann geht der Schmerz erst so richtig los.


Widerstehen Sie also dem inneren Schweinehund und durchbrechen Sie den Teufelskreis, denn je weniger wir uns bewegen, desto schwieriger wird es, wieder in Schwung zu kommen. Tatsache ist – wenn man älter wird, fällt vieles nicht mehr so leicht wie in Jugendtagen.

Doch Wandern, Radfahren, Laufen , also jedwede Bewegung, besonders an der frischen Luft, tut nicht nur der Seele gut, sondern hält uns auch rundum geschmeidg. Aber auch im Winter, wenn Bewegung im Freien nur eingeschränkt möglich ist, gibt es genug Gelegenheit, sich in Schuss zu halten.

Wichtig: Auch bei bereits bestehenden Gelenkschmerzen ist ‚gelenkfreundliche‘ Aktivität in jedem Fall besser als Schonung. Je nach Ursache und Sitz des Schmerzes sind Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking gute Möglichkeit, um die Gelenke wieder in Schwung zu bekommen.

Aktiv statt passiv

Bewegen, bewegen, bewegen – das ist die einfache Formel um möglichst lange möglichst fit zu bleiben. Bewegung ist für vieles gut, indirekt und direkt auch für die Gelenke.

Wann immer Sie sich bewegen, regen Sie eine Verstärkung Ihrer Durchblutung an. Das wiederum führt dazu, dass die Knorpel, verantwortlich für ein reibungsfreies Gleiten der knöchernen Gelenkflächen, besser mit Gelenkflüssigkeit versorgt werden. Der Knorpel wird besser befeuchtet, und die sogenannte Synovialflüssigkeit hält ihn dadurch gleitfähig und versorgt ihn zusätzlich mit wichtigen Nährstoffen.

Sport, aber auch schon regelmäßige Bewegung im Alltag führen weiters dazu, dass die umgebende Muskulatur gekräftigt wird und so den Gelenken ‚Arbeit abnimmt‘. Denken Sie nur an Ihre Beine: je stärker Ihre Oberschenkelmuskulatur, desto besser kann sie das Kniegelenk unterstützen und entlasten.

Ausreden gibt es keine: Auch bei einem Bürojob lassen sich Aktivitäten in den Alltag integrieren: gehen Sie öfter zu Fuß anstatt das Auto zu nehmen, nutzen Sie die allerorts verfügbaren Citybikes statt der U-Bahn, steigen Sie Stufen anstatt im Lift zu fahren oder auf der Rolltreppe zu stehen. Bauen Sie einfach möglichst viel Aktivität in Ihren Alltag ein.

Aufrechte Haltung

Gelenkschmerzen sind oft eine indirekte Folge von Fehlbelastungen und daraus resultierenden Muskelverspannungen. Ein gerader Rücken und eine aufrechte Haltung, egal ob im Sitzen oder Stehen, beugt Verspannungen vor. Und wer verspannt ist, verkrampft sich und geht in Vermeidungshaltung. Diese wiederum führt erneut zu Fehlbelastungen – und übermäßiger Belastung der Gelenke. Das Resultat: schmerzhafter vorzeitiger Verschleiß.

Doch wie immer im Leben gilt auch bei der Bewegung: Übertreiben Sie nicht – und vor allem: Überschätzen Sie nicht Ihre Kondition und Ihr Können! Und sollten Sie sich tatsächlich einmal verletzen: Spielen Sie nicht den Helden!

Gelenkverletzungen gehören behandelt. Manchmal können Hausmittel und einfache Maßnahmen wie z.B. Eispackung und/oder kurzzeitige Ruhigstellung bei einem verstauchten Knöchel oder Handgelenk ausreichen. Bei ernsteren Verletzungen, wenn der Bewegungsradius stark eingeschränkt oder ein Auftreten nicht mehr möglich sind, sollten Sie auf die Unfallambulanz oder zu einem Arzt gehen. Riskieren Sie durch eine mangelhafte oder zu späte Behandlung nicht Folgeschäden, die Sie langfristig in Ihren Bewegungsmöglichkeiten einschränken könnten!

Gewicht und Ernährung

Physikalisch ganz einfach nachvollziehbar: Wer zu viel Gewicht mit sich rumschleppt, belastet seine Gelenke mehr als normalgewichtige Menschen. Besonders jene Gelenke, die unser Gewicht stemmen müssen – also Sprung- Knie- und Hüftgelenke – werden durch zu starke und falsche Belastung viel intensiver beansprucht, wenn man zu viele Kilos auf die Waage bringt.

Und hier schließt sich der Kreislauf: Über jedes Kilo weniger, dass Sie bewegen müssen, freuen sich Ihre Gelenke doppelt: erstens eben weil sie bewegt werden und zweitens weil sie sich bei dieser Bewegung zunehmend leichter tun. Zudem tun Sie auch Ihrem Herzkreislaufsystem Gutes wenn Sie sich leichter – und in Folge ohne Zweifel auch mehr – bewegen.

Richtige Ernährung ist beim Plan abzunehmen das A & O. Doch gute Ernährung ist nicht nur hinsichtlich des Körpergwichts ein entscheidender Faktor, sie trägt auch dazu bei, entzündlichen Prozessen in den Gelenken vorzubeugen. Arthrose, ein andere Begriff für Gelenkverschleiß und entzündliches Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis) sind stark durch einen falschen Speiseplan mit verursacht. Weniger Eier, Wurst und Fleisch, dafür mehr Gemüse und Fisch – Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Tierische Nahrungsmittel sind meist fett und sie enthalten reichlich Arachidonsäure. Diese Omega-6-Fettsäure unterstützt die köpereigene Produktion von entzündungsfördernden Stoffen. Pflanzliche Lebensmittel enthalten hingegen keine Arachidonsäure – und Fisch wiederum liefert die wertvollen Omega-3-Fettsäuren – wichtige Gegenspieler zu den Omega-6-Fettsäuren.

Auch Gicht ist stark ernährungsbedingt: Zu viel Harnsäure im Blut – ein Auslöser für die gefürchteten Gichtanfälle – ist eine Folge übermäßiger Purinzufuhr. Purine finden sich vor allem in Innereien und Fleisch, aber auch in Fisch und Meeresfrüchten. Auch Alkohol verringert die Harnsäure-Ausscheidung. Also achten Sie auf bewußte Ernährung und sprechen Sie sich mit Ihrem Arzt oder einem Ernährungsberater ab, wenn Sie unsicher sind.

Achten Sie weiters auf ausreichend Kalzium. Milchprodukte, aber auch bestimmte Gemüse, v.a. Brokkoli und Grünkohl, sorgen für starke Knochen und beugen damit Osteoporose vor. Damit das Kalzium optimal verwertet verwerten kann, braucht der Körper Vitamin D. Und dieses wird über Sonnenlicht produziert – ein weiterer guter Grund, um für ausreichend Bewegung an der frischen Luft zu sorgen.

Sie sehen: Der Tipp, sich gesund zu ernähren und für ausreichend Bewegung zu sorgen, stärkt nicht nur Ihr Kreislaufsystem und macht gute Laune, sonder trägt auch dazu bei, dass Ihre Gelenke möglichst lange geschmeidig und belastbar bleiben.

Fakt ist: wir alle werden älter als noch unsere Eltern-und Großelterngeneration, aber damit wächst auch unsere Verantwortung dafür, unseren Körper so lange wie möglich fit zu halten. Denn es geht nicht nur darum dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern auch darum, den Jahren mehr Leben – und das haben wir zu einem hohe Anteil selbst in der Hand!

Linktipps:

– Kinesio Tapes – mehr als bunte Pflaster
– Woher kommen Schulterschmerzen?
– Diagnose Arthrose
– Altern in Würde
– Sjögren Syndrom | Krankheitslexikon