Gesund schlafen: Worauf muss beim Kauf eines neuen Bettes geachtet werden?

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Schlafkomfort

Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen – diese Beschwerden könnten auftreten, wenn das „falsche“ Bett im Schlafzimmer steht. Fast jeder dritte Österreicher, jede dritte Österreicherin leidet unter Schlafproblemen und Schlafstörungen.


Treten diese Symptome auf, wird es höchste Zeit, sich Gedanken über ein neues Bett zu machen. Schlafplatzanalysen weisen ungeeignete Betten und Matratzen häufig als Hauptursache für Schlafprobleme aus. Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie, worauf Sie beim Kauf des richtigen Betts und der geeigneten Matratze achten sollten.

Gesund schlafen – Artikelübersicht:

Größe, Höhe und Länge des Bettes

Wer sich bei entsprechenden Anbietern umsieht wird schnell feststellen, dass es Bettgestelle in den verschiedensten Größen und Längen gibt. Werden die Maße eines Bettes angegeben, so handelt es sich in der Regel um die Matratzenmaße. Automatisch fällt das Außenmaß des Bettes etwas größer aus. Hinzu kommt dann eventuell noch die Materialstärke des Rahmens. Bei der Planung für das Schlafzimmer sollten diese Maße unbedingt beachtet werden.

Da wir ungefähr ein Drittel unseres gesamten Lebens im Bett verbringen, sollte beim Bettenkauf nicht gespart werden.

Knausrig sollte man auch nicht bei den Bettmaßen sein, denn zur Steigerung des Wohlbefindens und der Gesundheit kann das eigene Bett gar nicht groß genug sein. Als Richtmaß kann bei der Bettlänge die eigene Körpergröße plus mindestens 20 Zentimeter genommen werden, als optimal gilt ein Bettgestell, das 30 cm größer als die Körpergröße ist.

Zu kurz darf das Bett auf keinen Fall sein, denn der Schlaf kann hierdurch enorm behindert werden, wenn während des Schlafens die Beine eingezogen oder ständig mit den Füßen an die Bettkante gestoßen wird. Unbewusst wird sich der Schlafende dann in die Embryonalstellung legen, was den gesunden Schlaf nicht fördert.

Da es heutzutage überhaupt kein Problem mehr darstellt, ein Bett in einer 210er oder sogar 220er Länge zu kaufen und diese sich preislich auch nicht groß von den Standardbetten unterscheiden, sollte hier die Wahl auf jeden Fall auf ein längeres Bett fallen.

Bei der Wahl der richtigen Breite gilt: Singles sollten nicht unter 90 cm breiten Betten liegen, Paare wenigstens 160 cm. Je grösser das Bett für Paare, umso ungestörter der Schlaf. Auch der Betthöhe sollte Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Neben der Standardhöhe von ca. 50 Zentimetern sind auch niedrigere Betten erhältlich.

Meist handelt es sich dann um die sogenannten Futonbetten. Wer allerdings oft unter Rückenschmerzen leidet, sollte eine Höhe über 50 Zentimeter wählen, da hierdurch das Aufstehen erleichtert wird.

Bettgestell: Holz, Boxspring oder Metall?

Bei der Wahl der richtigen Materialien scheiden sich nach wie vor die Geister. Bettgestelle aus Holz waren lange Zeit die Regel, ebenfalls über eine mittlerweile lange Tradition verfügen sogenannte Polsterbetten. Auch hier bildet Holz, meistens in Form von Spanplatten, die Grundkonstruktion.

Überzogen wird diese jedoch mit Polsterstoffen (Boxspring). Metall ist die dritte Kategorie der klassischen Materialien, die in Bettgestellen Verwendung finden. Egal ob aus einfachen Rohrgestellen oder aufwendigen Schmiedeeisenkonstruktionen – auch hier ist die Auswahl riesig.

Für alle Varianten gibt es Vor- und Nachteile – nicht nur was den Schlafkomfort betrifft, sondern auch hinsichtlich der Umweltbelastung bei der Produktion und natürlich bei der Lebensdauer. Gesundheitsapostel bevorzugen jedenfalls Holzbetten, da Metallbetten im Allgemeinen und Eisenbetten im Besonderen oftmals als Hindernis für einen gesunden Schlaf gelten.

Die dabei oftmals eingeworfenen Schlagworte “Magnetismus” und “Elektrosmog” gelten wissenschaftlich allerdings nicht als Argument gegen derartige Betten. Zudem verschweigen Kritiker von Metallbetten, dass ja auch Federkernmatratzen metallische Elemente erhält, woran auch ein Bettgestell aus Vollholz nichts ändert.

Betten aus Zirbenholz erhöhen aber angeblich nachweislich die Schlafqualität – dies besagt zumindest eine Studie des Joanneum Research. Eine bessere Nachterholung geht laut Studie demnach mit einer reduzierten Herzfrequenz einher.

Lattenrost und Matratzen

Lattenroste gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungsformen. Bei manchen Modellen kann das Kopf- und Fußteil manuell oder elektrisch hoch und runtergestellt werden.

Lattenroste mit verstellbaren Kopf- und Fußteilen sind besonders für alte und kranke Menschen sinnvoll, die sich mit einem Motorrahmen den bestmöglichen Komfort ins Schlafzimmer holen.

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass das Lattenrost und die Matratze ein System darstellen. Auf einem durchgelegenen, alten oder kaputten Lattenrost kann auch die beste Matratze mit Liegezonen aus dem Fachhandel nicht überzeugen.

Dementsprechend können sich die Liegeeigenschaften gegenseitig stark beeinflussen. Einen besonderen Einfluss nimmt der Lattenrost auf Schaum- und Latexmatratzen, bei Federkernmatratzen wiederum spielt der Lattenrost eine untergeordnete Rolle.

Zahlreiche Orthopäden empfehlen beispielsweise eine punktelastische Matratze, die aber nur dann funktioniert, wenn auch das entsprechende Lattenrost hinzukommt.

Die Abstände der einzelnen Latten sollten jedenfalls nicht zu groß sein, weil sich sonst die Matratze durch die Zwischenräume drückt. Hier ist es empfehlenswert, sich den Rat eines Fachmannes einzuholen. Von einem Schnellkauf ist unbedingt abzuraten, da dies nämlich schnell zu einer Fehlinvestition werden kann.

Wer sich näher mit dem Thema Lattenrost und Matratze beschäftigen möchte, der findet beispielsweise bei der Stiftung Warentest entsprechende Informationen.

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Linktipps

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