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Gesünder wohnen dank Naturmaterialien

Gesünder wohnen dank Naturmaterialien

Naturmaterialien

Möbel und Wohnaccessoires aus Naturmaterialien sind angesagter denn je. Umweltbewusstsein ist Trend, doch davon abgesehen haben natürliche Materialien wie Massivholz oder Pflanzenfasern auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Je mehr Holz und Co. bei den Baustoffen und in der Einrichtung verwendet wird, desto gesünder ist der Wohnraum, sollte man denken. Doch auch hier gilt es gewisse Regeln zu beachten, wir haben die wichtigsten Infos dazu zusammengefasst.

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Wer kränkelt, verkriecht sich nur allzu gerne ins Bett oder kuschelt sich – eingehüllt in eine Kuscheldecke – auf die Couch. Zuhause kuriert es sich einfach am besten aus. Idealerweise unterstützen Eltern, Partner oder Mitbewohner die Phase der Genesung noch durch Tee, Brühe oder andere Hausmittelchen, die zur eben vorherrschenden Krankheit passen. So weit, so gut. Doch was, wenn das geliebte Zuhause die Beschwerden vielleicht sogar verschlimmert, dann sollte ein Rundgang durchs Haus erfolgen.

In Form eines praktischen eBooks gibt es nun auch einen passenden Selbsttest unter dem Motto „Macht Ihr Haus krank?“ zum Thema Wohngesundheit.¹

Was sind Naturmaterialien?

Der Begriff Naturmaterial ist in aller Munde und mittlerweile zu einem schlagenden Verkaufsargument geworden. Grundsätzlich gelten Stoffe als Naturmaterial, die auch nach der Verarbeitung so nahe wie möglich am Originalzustand bleiben. Das Material ist (weitgehend) unbehandelt und stammt idealerweise aus nachhaltigen Ressourcen.

Allerdings ist in diesem Zusammenhang Vorsicht geboten, denn allein die Bezeichnung Naturmaterial sagt noch nichts über Verarbeitung und Umweltschutz aus. Gütesiegel wie Fair Trade, FSC (Forest Stewardship Council) und der Blaue Engel geben Sicherheit, dass das Produkt unter guten Bedingungen gefertigt worden ist.

Ein besonders beliebtes Naturmaterial ist aktuell Massivholz. Eiche, Kastanie, Zirbe, Buche: Es gibt diverse Sorten, die entweder als Möbel oder zur Dekoration in vielen Wohnungen zum Einsatz kommen. Ebenso angesagt sind Naturstein, Baum- oder Schafschurwolle, Leinen, Filz, Rattan und in vielen Fällen auch Leder. Ein moderner Effekt entsteht, wenn die Materialien miteinander kombiniert werden. Auch Daunen stehen nach wie vor hoch im Kurs. Wenn Daunen, dann aber bitte aus unbedenklicher Herkunft bezüglich Tierschutz.

Vorteile von natürlichen Materialien im Wohnbereich

Lange Zeit stand Kunststoff weit oben auf der Favoritenliste bei Einrichtungsgegenständen. Mittlerweile ist jedoch klar, dass synthetische Materialien der Gesundheit nicht unbedingt guttun. Naturmaterialien wie Stroh, Wolle oder Hanf sind in vielen Bereichen ökologische Alternativen zu fossilen oder synthetischen Baustoffen. Doch trotz des vielfältigen Angebots fristen sie noch immer ein Nischendasein. Dabei liegen die Vorteile für Mensch und Natur auf der Hand.

Gerade in Österreich können viele nachwachsende Rohstoffe regional wertschöpfend produziert werden und sind dadurch emmissionsärmer und lassen sich leichter in den natürlichen Stoffkreislauf zurückführen als konventionelle Baustoffe. Derartige Stoffe werden als Nawaro bezeichnet – dabei handelt es sich um land- und forstwirtschaftlich erzeugte Stoffe und biogene Reststoffe, die als Rohstoffe in Industrie und Gewerbe zur Herstellung von hochwertigen Produkten genutzt werden. Diese Naturmaterialien sind oftmals auch gesundheitsfördernd, und das aus mehreren Gründen.

Weniger Schadstoffe

Bei Naturmaterialien ist das Risiko einer Schadstoffbelastung deutlich geringer. Von schadstofffreien Produkten zu sprechen, ist zwar nur bedingt richtig, da auch bei natürlichen Materialien Leime, Lacke und Co. eingesetzt werden können. Um Giftstoffe wie PCP oder Asbest muss man sich aber keine Sorgen machen – anders als bei künstlichen Materialien.

Diese Tatsache macht Naturmaterialien auch für Eltern attraktiv. Denn so wachsen Kinder von Haus aus in einer gesünderen Umgebung auf und es besteht kein Risiko, wenn der eine oder andere Deko-Artikel in den Mund der neugierigen Kleinen wandert.

Die Auswirkungen von chemischen Stoffen in Wohnräumen sind übrigens stärker, als man zunächst vielleicht glauben möchte. Wer auf lange Sicht Giftstoffen ausgesetzt ist, muss unter Umständen mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Asthma, Hautirritationen (z.B. Neurodermitis bei Kindern), gereizten Schleimhäuten, Konzentrationsproblemen etc. kämpfen.

Gutes Raumklima

Ein großer Vorteil von Naturmaterialien ist: Viele davon können das Raumklima regulieren. Wieder ist Holz der Vorreiter, denn Massivholzmöbel „atmen“ ebenso wie die Bewohner des Hauses. Sie nehmen Feuchtigkeit auf, dehnen ihre Poren und verengen sie wieder und sorgen kurz gesagt dafür, dass ein gutes Raumklima entsteht.

Die Atmungsaktivität von Holz bedeutet zudem, dass es weniger Lebensraum für Bakterien gibt. Aus diesem Grund bietet es sich auch an, in der Küche Holzschneidebretter zu verwenden. Naturmaterialien allgemein schaffen ein hygienischeres Raumklima, als es mit künstlichen Stoffen möglich ist.

Doch natürlich muss nun nicht die gesamte Einrichtung aus Holz bestehen. Auch mit Accessoires kann der Gesundheitsfaktor schon miteinbezogen werden. Baumwollbezüge für Kissen und Decken sind zum Beispiel wesentlich hautfreundlicher als Polyester und Co. mit dubioser Herkunft.

Allergikerfreundliche Eigenschaften

Hausstaub ruft bei vielen Menschen allergische Reaktionen hervor. Auch in diesem Fall lohnt sich die Entscheidung für hochwertige Naturmaterialien. Wer etwa durch diese Allergie oft Schlafprobleme hat, kann zum Beispiel mit einer speziellen Matratze aus Naturmaterialien Abhilfe schaffen.

Naturlatex etwa ist besonders atmungsaktiv und bietet Milben keinen Lebensraum, sodass ein allergikerfreundliches Bettklima entsteht. Selbst bei Menschen mit Latexallergie ist der Einsatz meits unbedenklich, da ja kein direkter Hautkontakt besteht. Betroffene (vor allem Menschen mit dem Allergietyp I) sollten sich allerdings genau über die Herstellung des Matratzenkerns informieren um jegliches Risiko auszuschließen.

In jedem Fall, nicht nur bei sensibler Haut, sollte beim Überzug und beim Bettzeug auf Bio-Baumwolle zurückgegriffen werden, da sie sehr hautfreundlich und schadstoffarm ist.

Entspannendes Ambiente

Der Körper freut sich über Naturmaterialien in der Wohnung, doch auch der psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen. Holz, Naturstein oder auch Rattan sorgen dafür, dass man sich im Raum sofort wohlfühlt. Wer die eigene Wohnung mit diesen Materialien ausstattet, schafft eine Oase der Ruhe und Geborgenheit.

Hinzu kommt, dass Naturmaterialien in guter Qualität sehr langlebig sind. Neben dem finanziellen Vorteil, was das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft, bedeutet das Beständigkeit. So entsteht auf lange Sicht ein Gefühl von Sicherheit und die eigenen vier Wände werden erst recht zum verlässlichen, beruhigenden, immer gleichen Rückzugsort.

Ebenfalls relevant ist die Tatsache, dass laut einigen Studien die Nähe zur Natur Stress reduzieren kann. Natürlich ersetzt eine Baumwolldecke oder ein Holztisch nicht den Spaziergang unter freiem Himmel, doch eine konsequente Einrichtung mit natürlichen Materialien kann durchaus entspannend wirken. Natursteine an der Wand, grüne Farbtupfer in Form von Pflanzen oder auch nur ein schöner Teppich aus Schurwolle: All diese Kleinigkeiten wirken sich positiv aus.

Schön und gesund: Naturmaterialien für zuhause

Einrichtungsgegenstände aus natürlichen Materialien sind heute überall erhältlich. Umweltbewusstsein gepaart mit Trendgespür kann jeder beweisen, der auf Holz, Stein, Leinen und Co. setzt.

Das A und O ist es hier jedoch, auf gute Qualität zu achten. Die hat wie so oft leider auch bei Naturmaterialien ihren Preis. Dafür geben entsprechende Zertifikate aber Gewissheit, dass in der Produktion sowohl Arbeitsbedingungen als auch Ressourcen vertretbar sind.

Dieser Aspekt ist von großer Bedeutung, denn ebenso wie die Bezeichnung „Bio“ kann auch „Naturmaterial“ ein trügerisches Verkaufsargument sein. Langfristiges Ziel sollte es sein, möglichst viele fossilen Ressourcen, etwa bei den Dämmstoffen, durch nachwchsende Alternativen zu ersetzen. Wer sich dabei umfassend über die Herkunft seiner Produkte informiert und danach seine Kaufentscheidung trifft, tut nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern vor allem der eigenen Gesundheit!

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Quellen:

¹ Nachwachsende Dämmstoffe (klimaaktiv)
² Naturmatratzen aus Schafschurwolle, Kokos und Naturlatex

Linktipps:

– Öko-Möbel: schadstoffreies Wohnen liegt im Trend
– Wie sich gesund Möbel auf Ihre Gesundheit auswirken können
– Innenraumplanung: Ergonomie und Raumklima werden immer wichtiger
– Latex-Allergie

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