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Schulbeginn: Gefahrenzone Schulweg

Schulbeginn: Gefahrenzone Schulweg

Gefahrenzone Schulweg

517 Kinder verunglückten im Jahr 2014 auf dem Schulweg – das entspricht zwölf Unfällen pro Schulwoche, warnt der Verkehrsclub (VCÖ). Schüler im Alter von 6-7 Jahren sind besonder gefährdet. Sie legen die vertrauten Wege meist schon allein zurück, sind aber zum Teil selbst auf diesen Strecken noch nicht verkehrssicher. Demnächst beginnt für 82.000 6-Jährige mit dem Eintritt in die Volksschule ein neuer Lebensabschnitt. Wir haben die wichtigsten Tipps, was Eltern und Kinder beim Üben des Schulwegs beachten sollten.



Der Schulweg ist für eine beträchtliche Zahl an Verkehrsunfällen verantwortlich: 15% der Kinderunfälle (6 bis 15 Jahre) im Straßenverkehr passieren auf dem Weg vom und zum Unterricht. Am gefährlichsten ist der Heimweg: In den Nachmittagsstunden ist der Bewegungsdrang der Kinder nach dem langen Sitzen in der Schule groß, die Acht-samkeit im Verkehr jedoch sehr gering.

Die meisten Schüler verunglücken als Fußgänger (61%). Ein weiteres Viertel (24%) ist als Lenker eines Fahrzeugs (hauptsächlich Fahrrad) unterwegs. Die restlichen 15% der verunglückten Schulkinder sind passive Verkehrsteilnehmer im PKW.

Sicherheitstipps

  • Lassen Sie Ihr Kind reflektierende Straßenkleidung (auch an Schultaschen, Rucksäcken etc.) tragen.
  • Gehen Sie zu Schulbeginn zuerst selbst den Schulweg Ihres Kindes ab und achten Sie dabei auf mögliche Gefahrenstellen.
  • Begehen Sie dann mit Ihrem Kind gemeinsam den Weg und besprechen Sie mit ihm die übersichtlichen Stellen (wo eine Straßenquerung am sichersten ist) und alle unübersichtlichen Stellen (Zäune, parkende Autos, Kurven, Kuppen, etc.).
  • Machen Sie sich klein! ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger rät das Verkehrsgeschehen aus Kinderaugen zu betrachten: “In die Knie gehen und das Blickfeld der Kinder einnehmen hilft bei der Erkennung von Sichthindernissen, die man als Erwachsener nicht wahrgenommen hätte”. Besonders Ein- und Ausfahrten, Elektrokästen, Baustellen oder Plakattafeln sind gefährliche Punkte – Kinder sollten hier stehen bleiben und genau schauen.
  • Ablenkungen sind unbedingt zu vermeiden: Handy, Mp3-Player, Spielsachen – derartiges Beiwerk auf dem Schulweg führt schnell dazu, dass man potenzielle Gefahren nicht registriert. Eltern sollten daher auch dieses Thema mit den Kindern im Vorfeld besprechen und auf die Gefahren aufmerksam machen.
  • Erziehen Sie Ihr Kind dazu, am Zebrastreifen besonders auf den Verkehr zu achten. Auch sollten Kinder nicht über den Zebrastreifen laufen: Der Autofahrer nimmt sie zu spät wahr und kann aufgrund des langen Bremsweges nicht rasch genug abbremsen.
  • Lassen Sie Ihr Kind immer auf der Gehsteigseite bei der Schule aussteigen.
  • Optimal wären getrennte Halteflächen für Schulbusse und PKW.
  • Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, besonders achtsam beim Aussteigen aus dem Schulbus und bei parkenden PKW zu sein.
  • Fahren Sie, vor allem im ländlichen Bereich, nie rasch an einem Linienbus vorbei, der an einer Haltestelle steht, da jederzeit Schulkinder die Straße queren können.
  • Plädieren Sie für vermehrten, regelmäßigen Verkehrsunterricht in der Schule Ihres Kindes.

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Quellen:

– Große schützen Kleine 2001
– Statistik Austria

Linktipps:

– Kindersicherheit: Tipps & Tricks
– Unfälle sind die Todesursache Nr. 1 bei Kindern
– Schulangst: Wenn “in die Schule gehen” zur Phobie wird
– Wie Sie Kopfläuse rasch wieder loswerden