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Die häufigsten Hauterkrankungen

Die häufigsten Hauterkrankungen

Die häufigsten Hauterkrankungen

Die Haut ist nicht nur das größte Organ des menschlichen Körpers, sie steht auch in direktem Kontakt zur Umwelt und ist daher vielerlei Reizen ausgesetzt. Entgegen landläufiger Meinung ist die Haut ein ausgesprochen komplexes Sinnesorgan, das neben einer Schutz- und Immunfunktion auch der Temperaturregulation, der Regulation des Wasserhaushalts und zur Kommunikation dient. Entsprechend vielfältig können die Erkrankungen ausfallen.



Die häufigsten Hauterkrankungen – Artikelübersicht:

Neben Neurodermitis (atopische Dermatitis) und Schuppenflechte (Psoriasis), die wir in eigenen Beiträgen genauer vorstellen, zählen folgende Erkrankungen – in alphabetischer Reihenfolge – zu den häufigsten Beschwerdebildern der Haut.


Akne

Akne ist eine, besonders unter Jugendlichen sehr häufige, Erkrankung der Talgdrüsen der Haut. Das von Jungen und Mädchen in der Pubertät gleichsam vermehrt produzierte Testosteron regt die Talkproduktion zu gesteigerter Aktivität an und der Talg verstopft die Drüsen. Es bilden sich Komedonen („Mitesser“). Durch Besiedelung mit Bakterien können sich diese weiter entzünden. Äußerlich kann Akne mit Benzoylperoxid oder Azelainsäure behandelt werden, bei fortgeschrittener Akne helfen Antibiotika in Form von Salben oder Lösungen, bei schwerer Akne kommen Tabletten (Antibiotika, Retinoide, u.a.) zum Einsatz.


Basaliom

Das Basaliom ist in Nordeuropa der häufigste nicht gutartige Hauttumor, er kann jedoch auch teils gutartige Wachstumseigenschaften haben. Anders als bösartige Krebserkrankungen streut das Basaliom aber fast nie in andere Körperregionen oder Organe, d. h. es bildet keine Metastasen. Als Hauptauslöser gilt auch hier das Sonnenlicht (UVB-Strahlung) gilt als Hauptauslöser. Es kann aber auch durch dauerhaften Kontakt mit Chemikalien (z. B. Arsen oder Teer) verursacht werden.

Erscheinungsbild: Anfangs kleine, von Blutgefäßen durchzogene Hauterhabenheiten, die im an Größe zunehmen. Später kommt es Vertiefungen oder Geschwüren mit Randwall, typischerweise mit kleinsten Knötchen, die wie Perlen aneinander gereiht sind. Häufig verkrusten die Geschwüre. Auch Blutungen können auftreten.


Ekzeme

Ekzem ist ein Sammelbegriff für eine große Anzahl von akut und chronisch entzündlichen Hautreaktionen über einen längeren Zeitraum. Man erkennt es zumeist an einer Rötung und Schuppenbildung der Haut. Auch Bläschen, Krusten, Verhärtungen oder Vergröberung der Haut sind Anzeichen. Ekzeme sind nicht ansteckend, außer bei einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien oder Pilzen infiziert. Unterschieden werden Ekzeme, die durch äußere Einflüsse (exogenes Ekzem) hervorgerufen werden und solche, die vorwiegend durch innere Einflüsse (endogene Ekzeme) hervorgerufen werden.

Ursachen: Äußere Einwirkungen, Hitzeeinwirkung, Allergien, inneres Ungleichgewicht (z.B. chronische Durchblutungsstörungen), genetische Veranlagung.

Behandlung: Zur Pflege der Haut eignen sich wirkstofffreie Salbengrundlagen oder Ölbäder. Wer unter einer geröteten, das heißt entzündeten Haut leidet, sollte auf Schüttelmixturen oder O/W-Emulsionen zurückgreifen. Fettende Salben sollten nicht aufgebracht werden. Hilft eine konsequente Basispflege nicht, können cortisonhaltige Präparate – eventuell als so genannte Intervalltherapie, also im Wechsel mit der Basispflege eingesetzt werden.

Exanthem:

Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort „exanthein“ ab und bedeutet sinngemäß „aufblühen“. Als Exanthem wird im Allgemeinen ein großflächiger, meist gleichförmiger Hautauschlag bezeichnet. Typische Erkrankung sind beispielsweise Masern, Röteln oder Scharlach. Die Auslöser können allergisch, toxisch, medikamenteninduziert (Arzneimittelexanthem), infektiös oder bakteriell sein.


Krätze

Die Krätze (Skabies) ist eine weitverbreitete parasitäre Hautkrankheit des Menschen. Sie wird durch die Krätzemilbe ausgelöst (meist bei sexuellem Kontakt), die Löcher in die Hornschicht der Haut bohren und dort ihre Eier ablegen. Meist sind Handgelenke, Fingerzwischenräume, Nabel, Brust, Achsel oder Genitalregion befallen. Neben starkem Juckreiz kommt es zu Hautschellungen und Rötungen. Die Krätze schlägt auf Therapien gut an, kann aber auch weitere Erkrankungen (z.B. Phlegmone, Sepsis) verursachen.

Da die Ansteckung mit Krätze vor allem durch engen Körperkontakt – insbesondere beim Geschlechtsverkehr – erfolgen kann, wird die Krätze zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen (STDs: sexually transmitted diseases) gezählt.


Malignes Melanom (Hautkrebs)

Das Wort „maligne“ bedeutet „bösartig“. Ein Tumor, der diese Bezeichnung trägt, zerstört im Wachstum das umliegende Gewebe und bildet im schlimmsten Fall Metastasen (d.h. er „streut“ in andere Körperregionen oder Organe). Der Begriff Melanom leitet sich von den „Melanozyten“ ab, den Pigment bildenden Hautzellen. Diese Pigmentzellen sind für die Braunfärbung der Haut durch Sonnenbestrahlung verantwortlich, lassen sich aber auch in inneren Organen finden. Geht der Tumor von diesen Pigmentzellen aus, so spricht man von einem „Malignen Melanom“. Grundsätzlich sind hellhäutige Menschen, Menschen mit Muttermalen und roten Haaren weitaus gefährdeter als dunkelhäutige und dunkelhaarige Menschen. Das maligne Melanom tritt bei ihnen weltweit wesentlich häufiger auf.

Wodurch ein malignes Melanome (schwarzer Hautkrebs) entsteht ist nicht restlos geklärt. Sichert scheint jedoch zu sein, dass ein übermäßiges Aussetzen der Haut dem Sonnenlicht zu erhöhtem Risiko führt. Vor allem durch wiederholte schwere Lichtschäden der Haut (Sonnenbrände) in der Kindheit.

Es besteht auch Grund zur Annahme, das aufgrund familiärer Häufungen eine vererbbare Neigung besteht. Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit zu erkranken zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr am größten.

Erscheinungsbild: Rund zwei Drittel der malignen Melanome entstehen auf Haut, das restliche Drittel entwickelt sich aus Muttermalen, meist aus den „Leberflecken“.

Sie können unterschiedliche Formen annehmen, anfangs oft ein kleiner, unregelmäßig begrenzter dunkler Fleck, ein glatt begrenzter schwarzer Knoten oder seltener ein rosa-grauer Fleck mit kleinem wallartigem Rand.In dieser Phase (einige Wochen bis mehrere Jahre) wachsen die Melanome oberflächlich in die Breite und ermöglichen so sehr gute Behandlungsaussichten, weil noch keine Metastasenbildung stattfindet.

Danach kommt es meist rasch zur Ausbildung von Absiedelungen und Tochtergeschwülsten, zunächst in die umgebenden Hautareale und/oder die nächstgelegenen Lymphknoten. Außerdem streuen die bösartigen Zellen in die Organe, bevorzugt in die Lunge, die Leber, die Knochen und ins Gehirn. In diesem Stadium sind die Chancen auf Heilung wesentlich schlechter. Daher ist die rechtzeitige Erkennung des Tumors äußerst wichtig. Wird ein malignes Melanom frühzeitig diagnostiziert, so besteht eine 95%ige Heilungswahrscheinlichkeit.


Warzen

Warzen sind gutartige Hautwucherungen und werden in den meisten Fällen durch Viren (Humane Papillomviren; HPV) ausgelöst. Sie treten besonders häufig an den Fingern und Fußsohlen, im Gesicht oder im Anogenitalbereich (Geschlechtsteil und After) auf. Das Virus gelangt über kleine Haut- oder Schleimhautrisse in den Körper. Nach einer Inkubationszeit, bildet sich Warzen. Die Übertragung erfolgt durch Hautkontakt mit anderen Menschen und Oberflächen.

Es kann zur Spontanheilung ohne Therapie kommen, ist dies nicht der Fall, so stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: Lösungen, Tinkturen, Pflaster, virushemmende Mittel (Virustatika), Zellgifte (Zytostatika), Laser, Vereisungen durch flüssigen Stickstoff, Elektrokoagulation (durch Ausbrennen), chirurgische Entfernung.

[thomer]

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Quellen:

¹ Österreichische Gesellschaft für Dermatochirurgie
² Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV)

Linktipps:

– Warzen behandeln | Krankheitslexikon
– Basaliom (weißer Hautkrebs) | Krankheitslexikon
– Ekzem | Medizinlexikon
– Xanthelasmen / Krankheitslexikon

Kave Atefie





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