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Schuppenflechte (Psoriasis) | Krankheitslexikon

Schuppenflechte (Psoriasis) | Krankheitslexikon

Psoriasis

125 Millionen Menschen sind weltweit an Schuppenflechte bzw. Psoriasis erkrankt, allein in Österreich sind mindestens 250.000 Personen von dieser Hautkrankheit betroffen. Typisch für die Schuppenflechte sind rundliche, scharf begrenzte Rötungen der Haut mit silbrig weißen Schuppen, sehr häufig begleitet von Spannungsgefühlen und Juckreiz. Zu diesen Beschwerden kommen oft soziale und psychologische Probleme, zum Beispiel Depressionen.



Psoriatiker: Haut und Seele schmerzen

Psoriatiker haben aufgrund des entstellenden Charakters der Krankheit und der schmerzhaften und juckenden Hautveränderungen einen enormen Leidensdruck und eine ähnliche Reduzierung ihrer Lebensqualität wie Menschen, die an Krebs, rheumatoider Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Depression leiden. Eine Erhebung der amerikanischen Wake Forest University bestätigt diesen Leidensdruck: Die 1,5 Millionen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis beklagen vor allem die Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Krankheit. Rund 75 Prozent davon gaben an, dass Psoriasis ein großes Problem in ihrem Leben darstellt.

Immerhin 40 Prozent bestätigten, dass sich die Schuppenflechte auf ihre Kleiderwahl auswirkt und hauptsächlich jene Bekleidungsstücke gewählt werden, die sich dazu eignen, die kranke Haut zu verbergen. „Rund 25 Prozent der bei mir in Behandlung befindlichen Psoriatiker verrieten, dass sie von Zeit zu Zeit wegen ihrer Krankheit an Selbstmord dachten,“ so der Leiter der Studie und Dermatologe Steven Feldman, M.B.


Das größte Problem für die Betroffenen ist die Ausgrenzung im Alltag, die Stigmatisierung und das psychische Leid, das Psoriatiker dadurch erfahren. Studienergebnisse der Wake Forest Universtity zeigen, dass Psoriatiker größere Stigmatisierung erfahren als Personen mit anderen Hautkrankheiten. „Die meisten Menschen fühlen sich durch uns abgestoßen und fürchten, dass Psoriasis ansteckend ist. Dabei ist aber medizinisch bewiesen, dass die chronische Hautkrankheit Psoriasis in keinem Fall ansteckend ist“, betont Renate Reichl, Obfrau der Selbsthilfegruppe Schuppenflechte (PSO Austria).

Lebensqualität stark beeinträchtigt

Viele Psoriasispatienten leiden doppelt: Zu den körperlichen Problemen kommen psychische und soziale Belastungen, unter anderem bedingt durch die verbreitete Ausgrenzung. Bei einer aktuellen Befragung von 113 Psoriasis-Patienten durch das Meinungsforschungsunternehmen SPECTRA gaben 56 Prozent der Befragten an, „sehr stark“ oder „stark“ durch die Psoriasis „in ihrer Lebensqualität und ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt zu werden“. Nur 4 Prozent fühlten sich „gar nicht“ beeinträchtigt.

In Beruf oder bei täglichen Arbeiten fühlten sich 29 Prozent „sehr stark“ oder „stark“ eingeschränkt, in ihren Freizeitaktivitäten 41 Prozent, im Umgang mit Freunden, bekannten und Kollegen 24 Prozent. Aufgrund ihrer Psoriasis niedergeschlagen/depressiv fühlten sich 6 Prozent „sehr häufig“, 14 Prozent „häufig“, und 55 Prozent „manchmal“. Nur jeder Vierte beantwortete diese Frage mit „nie“.

Typisches Erscheinungsbild der Psoriasis – stufenweiser Verlauf

Typisch für die Schuppenflechte sind rundliche, scharf begrenzte Rötungen der Haut mit silbrig weißen Schuppen. Werden diese abgekratzt, kommt es oft zu punktförmigen Blutungen. Für den Befall mit diesen so genannten Psoriasis-Herden typische Körperstellen sind Ellenbogen und Knie, das Kreuzbein oder der behaarte Kopf. Bei schweren Formen können große Teile der Hautoberfläche betroffen sein.

Als Begleiterscheinung treten sehr häufig Spannungsgefühle und Juckreiz auf. Die Haut wird spröde und trocknet aus. Mechanische Reizungen einer betroffenen Hautstelle, etwa durch Kratzen oder zu enge Kleidung, führen häufig zu einer Verschlimmerung der Beschwerden. Typisch ist auch, dass die Erkrankung schubweise verläuft. Einzelne Schübe können Wochen, Monate, oder auch Jahre dauern. Psoriasis kann zwar einmalig auftreten, üblicherweise aber nimmt sie einen chronischen Verlauf.

Entzündung und unkontrolliertes Wachstum – Keine Heilung, aber sehr gute Linderung

Verantwortlich für dieses Erscheinungsbild ist die Tatsache, dass es bei der Psoriasis zu einer vermehrten, unkontrollierten Bildung von Oberhautzellen kommt – sie ist gegenüber der gesunden Haut um das bis zu Zehnfache beschleunigt. Verantwortlich für dieses beschleunigte Wachstum sind spezielle Entzündungsreaktionen. Im Mittelpunkt dieses Prozesses stehen so genannte T-Zellen des Immunsystems, die den Entzündungsvorgang auslösen und vorantreiben. Die zu rasch vermehrten Zellen haben nicht die Zeit auszureifen, sondern wandern rasch an die Hautoberfläche, sterben dort ab, und werden als Plaques und Schuppen sichtbar.

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Psoriasis ist nicht heilbar, neue Therapien aber immer effizienter

Psoriasis kann heute noch nicht geheilt werden. Mit Hilfe moderner Therapien jedoch, etwa mittels TNF-alpha-Blockern aus der Gruppe der Biologika, können die Beschwerden gelindert und die krankheitsfreien Zeiten ausgedehnt werden. Deshalb ist eine langfristige Behandlung mit verträglichen Therapien so besonders wichtig.

Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, bei der der Lebenszyklus der Hautzellen stark beschleunigt ist. Abgestorbene Hautzellen stauen sich an der Hautoberfläche und bilden die für die Schuppenflechte typischen silbrig glänzenden Plaques mit rotem, entzündlichem Rand. Die Anlage zu Psoriasis wird vererbt, zum Ausbruch der Krankheit müssen noch weitere Faktoren wie beispielsweise Verletzungen, Infektionskrankheiten, hormonelle Faktoren oder Stress hinzukommen. Die lebenslange Erkrankung verläuft oft schubweise mit Zeiten eines besseren oder schlechteren Hautzustandes und erfordert daher ein langfristiges, oft lebensbegleitendes Management.

Bis heute ist Psoriasis nicht heilbar, lediglich Dauer und Intensität der Schübe können deutlich gemindert werden. Neben der Behandlung ist eine entsprechend abgestimmte, spezielle Hautpflege von großer Wichtigkeit. „Psoriasis kann man nicht einfach ignorieren. Vernachlässigen Betroffene ihre Haut, wird sie immer rissiger und schuppiger. Sie verkrustet, wird dicker und erstickt“, erzählt Reichl.

Da es sich bei Psoriasis um eine Autoimmunerkrankung – das eigene Immunsystem des Patienten löst ein krankhafte Entzündung gegen körpereigene Strukturen aus – hat sich die Forschung auf die Entwicklung von Therapeutika konzentriert, die krankheitsverursachende Stoffe selektiv hemmen. Im Wesentlichen gibt es drei Behandlungsmöglichkeiten, die individuell eingesetzt werden: Topische Therapien (Salben und Cremen), Phototherapien (Bestrahlungen mit ultraviolettem Licht ) und systemische Therapien (oral oder subkutan). Dazu zählen auch die sogenannten Biologika. Diese haben geringere behandlungsbedingte Nebenwirkungen als traditionelle Therapien und dürften – so zeigen bisherige Beobachtungen – zu einer entscheidenden Verbesserung der Lebensqualität beitragen.

Foto: Serono – Psoriasis Befall am Rücken

Linktipps:

– Neuer Psoriasis-Ratgeber für Menschen mit Schuppenflechte
– Psoriasis – großer Leidensdruck für Patienten
– Biologika gegen Schuppenflechte?
– Thermalwasser Heilwirkung bei Psoriasis
– Lapacho | Heilpflanzenlexikon
– Psoriasis-Netz – was hilft bei Schuppenflechte?