Warzen | Krankheitslexikon

Jean Kobben – Fotolia
Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die durch eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) entstehen. Sie sind meist harmlos und verschwinden häufig von selbst, können aber hartnäckig bleiben, sich ausbreiten oder – insbesondere an den Fußsohlen – schmerzhaft sein. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Warzenart, ihrer Lage und den Beschwerden ab.
Warzen – Artikelübersicht:
- Was sind Warzen?
- Welche Warzenarten gibt es?
- Sind Warzen gefährlich?
- Verschwinden Warzen von selbst?
- Wie werden Warzen behandelt?
- Was gilt für Feigwarzen?
- Wie kann man Warzen vorbeugen?
- Wann sollte man zum Arzt?
Was sind Warzen?
Warzen sind durch verschiedene HPV-Typen verursachte Veränderungen der Haut oder Schleimhaut. Sie können grundsätzlich in jedem Alter auftreten, besonders häufig sind jedoch Kinder und Jugendliche betroffen. Gewöhnliche Warzen sind meist hautfarben bis graugelb, deutlich erhaben und besitzen eine raue, verhornte Oberfläche.
Die Viren können durch direkten Hautkontakt, aber auch über gemeinsam benutzte Gegenstände oder feuchte Oberflächen übertragen werden. Kleine Verletzungen oder aufgeweichte Haut erleichtern das Eindringen der Viren. Typische Ansteckungsorte sind beispielsweise Schwimmbäder, Umkleidebereiche oder Sportstätten. Nicht jeder Kontakt mit HPV führt jedoch automatisch zur Entstehung einer Warze.
Von der Infektion bis zum Auftreten einer sichtbaren Warze können Wochen bis Monate vergehen. Warzen können sich außerdem innerhalb derselben Person auf andere Hautstellen ausbreiten, insbesondere wenn an ihnen gekratzt oder manipuliert wird.
Welche Warzenarten gibt es?
Je nach Aussehen und Körperstelle werden verschiedene Warzenformen unterschieden:
- Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares): Sie treten besonders häufig an Händen und Fingern auf, können aber auch an anderen Körperstellen vorkommen. Typisch ist eine raue, verhornte Oberfläche.
- Dornwarzen (Verrucae plantares): Sie entstehen an den Fußsohlen und werden durch das Körpergewicht nach innen gedrückt. Dadurch können sie beim Gehen oder Stehen erheblich schmerzen. Häufig sind kleine dunkle Punkte erkennbar, die durch winzige Blutungen aus den Gefäßen entstehen.
- Mosaikwarzen: Dabei liegen zahlreiche kleine Dornwarzen dicht nebeneinander, sodass eine größere zusammenhängende Fläche entsteht.
- Plane Warzen (Verrucae planae): Diese eher flachen, glatten Warzen treten häufig im Gesicht oder an den Handrücken auf und kommen besonders bei Kindern und Jugendlichen vor.
- Filiforme Warzen: Die faden- oder zapfenförmigen Veränderungen finden sich bevorzugt im Gesicht, etwa im Bereich von Augenlidern oder Bartregion.
- Feigwarzen (Genitalwarzen): Sie entstehen im Genital- und Analbereich und werden überwiegend durch sexuell übertragbare HPV-Typen verursacht. Sie sind medizinisch von gewöhnlichen Hautwarzen zu unterscheiden.
Sind Warzen gefährlich?
Gewöhnliche Haut- und Fußwarzen sind gutartig und entarten nicht zu Krebs. Die früher gelegentlich geäußerte Befürchtung, aus einer gewöhnlichen Warze könne eine bösartige Hautveränderung entstehen, ist daher nicht zutreffend.
Anders ist die Situation bei bestimmten HPV-Infektionen im Genitalbereich. Die für Genitalwarzen verantwortlichen HPV-Typen 6 und 11 gehören überwiegend zu den Niedrigrisiko-Typen und verursachen normalerweise keinen Krebs.
Andere, sogenannte Hochrisiko-HPV-Typen können dagegen bei einer länger bestehenden Infektion Zellveränderungen und verschiedene Krebsarten verursachen. Die HPV-Typen, die Genitalwarzen verursachen, sind jedoch nicht dieselben HPV-Typen, die typischerweise Krebs auslösen.
Eine ungewöhnliche, schnell wachsende, blutende, verhärtete oder nicht eindeutig als Warze erkennbare Hautveränderung sollte dennoch ärztlich untersucht werden. Gegebenenfalls kann eine Gewebeprobe erforderlich sein.
Verschwinden Warzen von selbst?
Ja. Das Immunsystem kann die HPV-Infektion häufig selbst unter Kontrolle bringen. Deshalb verschwinden viele Warzen innerhalb von Monaten bis einigen Jahren ohne Behandlung. Wie lange eine einzelne Warze bestehen bleibt, lässt sich allerdings nicht zuverlässig vorhersagen.
Eine Behandlung ist nicht zwingend erforderlich, wenn eine Warze eindeutig diagnostiziert wurde, keine Beschwerden verursacht und nicht kosmetisch stört. Bei Schmerzen, rascher Ausbreitung, störender Lage oder erheblicher psychischer Belastung kann eine Behandlung sinnvoll sein.
Wie werden Warzen behandelt?
Bei gewöhnlichen Hautwarzen ist die Behandlung nicht immer einfach, und keine Methode garantiert, dass eine Warze dauerhaft verschwindet.
Eine häufig eingesetzte Möglichkeit ist die Behandlung mit Salicylsäure. Sie löst die verhornte Hautschicht der Warze allmählich auf und wird über mehrere Wochen regelmäßig angewendet. Die Behandlung muss konsequent durchgeführt werden und kann insbesondere bei Dornwarzen Geduld erfordern. Studien zeigen einen nachweisbaren, wenn auch nicht immer großen Behandlungseffekt.
Wichtig bei der Selbstbehandlung: Warzenmittel mit Salicylsäure oder andere Präparate zur Selbstbehandlung sollten nur angewendet werden, wenn tatsächlich von einer Warze auszugehen ist. Muttermale, Leberflecken, entzündete oder verletzte Haut sowie unklare Hautveränderungen dürfen nicht eigenständig mit Warzenmitteln behandelt werden.
Auch Warzen im Gesicht oder im Genitalbereich sollten ärztlich abgeklärt und nicht auf eigene Faust behandelt werden. Bei Diabetes, Durchblutungs- oder Empfindungsstörungen an Händen oder Füßen ist vor einer Selbstbehandlung ebenfalls ärztlicher Rat erforderlich.
Eine weitere etablierte Methode ist die Kryotherapie (Vereisung). Dabei wird die Warze meist mit flüssigem Stickstoff behandelt. Es können mehrere Sitzungen notwendig sein. Die Behandlung kann schmerzhaft sein und Blasen oder vorübergehende Hautveränderungen verursachen. Bei bestimmten Warzen, insbesondere an den Händen, kann sie wirksam sein; bei Dornwarzen ist der Behandlungserfolg weniger eindeutig.
Bei hartnäckigen Warzen stehen weitere Verfahren zur Verfügung, darunter beispielsweise Kürettage, Laser- oder elektrochirurgische Verfahren. Sie werden vor allem dann erwogen, wenn einfachere Behandlungen keinen ausreichenden Erfolg bringen. Dabei müssen mögliche Schmerzen, Hautveränderungen und Narben gegen den erwarteten Nutzen abgewogen werden.
Nicht jede vermeintliche Warze sollte jedoch selbst behandelt werden. Besonders im Gesicht, im Genitalbereich oder bei unklaren Hautveränderungen ist eine ärztliche Beurteilung sinnvoll.
Was gilt für Feigwarzen?
Feigwarzen sind eine eigenständige Form von HPV-bedingten Warzen. Sie werden überwiegend durch sexuellen Haut- und Schleimhautkontakt übertragen und können an Penis, Vulva, Scheide, After oder im angrenzenden Bereich auftreten.
Die Diagnose erfolgt meist anhand des Erscheinungsbildes. Eine HPV-Testung ist zur Diagnose einer sichtbaren Genitalwarze nicht erforderlich. Bei ungewöhnlichen, pigmentierten, verhärteten, blutenden oder nicht auf die Behandlung ansprechenden Veränderungen kann eine Gewebeuntersuchung notwendig sein.
Zur Behandlung stehen unter anderem Imiquimod, Podophyllotoxin oder Sinecatechine zur äußerlichen Anwendung sowie ärztliche Verfahren wie Kryotherapie, chirurgische Entfernung, Laserbehandlung oder die Behandlung mit Trichloressigsäure zur Verfügung. Welche Methode geeignet ist, hängt unter anderem von Größe, Anzahl und Lage der Warzen ab.
Wichtig: Die Behandlung entfernt die sichtbaren Warzen, beseitigt aber nicht zwangsläufig die HPV-Infektion. Deshalb können Genitalwarzen nach erfolgreicher Behandlung wieder auftreten.
Wie kann man Warzen vorbeugen?
Eine vollständige Vermeidung gewöhnlicher Hautwarzen ist schwierig. Sinnvoll ist es, Warzen nicht aufzureißen oder aufzukratzen und Handtücher, Nagelfeilen oder ähnliche persönliche Gegenstände nicht gemeinsam zu benutzen. In Schwimmbädern und Umkleidebereichen können Badeschuhe helfen, das Infektionsrisiko zu reduzieren.
Gegen bestimmte HPV-Infektionen steht außerdem eine HPV-Impfung zur Verfügung. Sie schützt insbesondere vor HPV-Typen, die Genitalwarzen sowie verschiedene HPV-bedingte Krebserkrankungen verursachen können. In Österreich ist die HPV-Impfung Teil des öffentlichen Impfprogramms.
Wann sollte man zum Arzt?
Eine ärztliche Abklärung ist besonders empfehlenswert, wenn
- nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich um eine Warze handelt,
- eine Hautveränderung schnell wächst, blutet, schmerzt oder sich deutlich verändert,
- Warzen im Gesicht oder im Genitalbereich auftreten,
- sehr viele Warzen entstehen oder sie sich rasch ausbreiten,
- eine Warze trotz längerer Behandlung nicht verschwindet,
- eine Warze bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auftritt.
Grundsätzlich gilt: Warzen sind meist harmlos und können von selbst verschwinden.
Bei störenden oder hartnäckigen Warzen stehen jedoch verschiedene wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die passende Methode sollte sich an Warzenart, Körperstelle und individuellen Beschwerden orientieren.
———————-
Quellen:
¹ – umfassende Infos zum Thema Warzen (medizinfo.de)
² – Warzen: Wie sie entstehen und wie man sie entfernt (minimed.at)
Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)
Linktipps
– Feigwarzen trüben die Freude auf die Sauna
– Medizinische Ölbäder gegen trockene Haut
– Auswirkungen der Ernährung auf die Haut
– Alles zum Thema Sauna und Dampfbad – Tipps zum Genießen
Ursprüngliche Version: 06/2012 [Update: 05/2026]





