Zuckerersatz- und Süßstoffe

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Süssstoffe

Für Diabetiker und Menschen auf Diät sind Zuckerersatz- und Süßstoffe unverzichtbar. Doch die meisten der Süßungsmittel werden chemisch hergestellt und haben auch eine bedenkliche Seite. Aspartam (in vielen „light“-Produkten) zum Beispiel, verändert sich ab 29°C zu Formaldehyd (Ameisensäure). Wie schädlich sind diese Stoffe nun wirklich und gibt es natürliche Alternativen?

Der Drang nach Süßen ist uns quasi in die Wiege gelegt worden und in unseren Genen verankert. In unserer „Jäger und Sammler“ Zeit war stak zuckerhaltige Nahrung ein muss um zu überleben. Diese galt als Nähreich, machte schnell satt und war leicht zu transportieren. Es gab Zeiten, da wurden dem Zucker heilende Kräfte nachgesagt. Heute spricht man vor allem über die gesundheitlichen Risiken. Wer zu viel Süßes isst, vergrößert sein Risiko an Arteriosklerose sowie Herz-Kreislaufleiden und an Diabetes erkranken, und leidet eher an Übergewicht.

Wie kommt es zu Diabetes?

Der Körper benötigt Energie, die er bei Nahrungsaufnahme aus den Lebensmitteln filtert. Besonders auf Glukose ist er angewiesen. Dieser Einfachzucker erreicht durch den Blutkreislauf die Körperzellen und wird für den Stoffwechsel benötigt. Um in die Muskel- und Fettzellen eingeschleust zu werden, braucht die Glukose den Schlüsselstoff Insulin. Das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, fehlt jedoch bei Menschen mit Diabetes (Typ-1) oder ist so verändert, das der Schlüssel nicht passt (Typ-2).

Ist man nun von Zuckerkrankheit betroffen und/oder auf Diät greift man nun gerne zu Süßungsmitteln. Sie gelten als Lebensmittel-Zusatzstoffe und ihre Verwendung wird im Zusatzstoffrecht geregelt.

Man unterscheidet zwischen:

  • Süßstoffen: Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Neohesperidin, Saccharin, Sucralose Thaumatin und
  • Zuckeraustauschstoffen: Isomalit, Laktit, Malit, Mannit, Sorbit und Xylit

Bei den Süßstoffen handelt es sich um synthetische und natürliche Verbindungen mit einem intensiv süßen Geschmack. Sie zählen zu den Lebensmittelzusatzstoffen. Im Gegensatz zum Zucker und zu den Zuckeraustauschstoffen haben Süßstoffe keinen oder nur einen vernachlässigbar geringen Nährwert. Sie werden vom Körper völlig oder weitgehend unverändert ausgeschieden

Bei Zuckeraustauschstoffen handelt es sich im Gegensatz zu Süßstoffen um Kohlenhydrate (Zucker), die im menschlichen Körper insulinunabhängig verwertet werden und die deshalb anstelle von Zucker in der Diabetikerdiät eingesetzt werden können.

Lebensmittelzusatzstoffe sind kennzeichnungspflichtig. Beim Einkauf „E-Nummern“ auf der Verpackung beachten.

Risiken

Von den verschiedenen im Handel erhältlichen Süßstoffen war vor allem das Saccharin lange umstritten. Ende der 70er Jahre hatten Untersuchungen an Ratten, die mit größeren Mengen Saccharin gefüttert worden waren, Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs ergeben. Dieser Befund führte dazu, dass in den meisten europäischen Ländern, Saccharin den Lebensmitteln nicht mehr zugesetzt werden durfte. Es war jedoch weiterhin in Drogerien frei erhältlich und konnte durch den Verbraucher nach Belieben verwendet werden.

Und andere Süßstoffe?

Natriumcyclamat, der zweite „alte“ Süßstoff, ist ebenso untersucht wie Saccharin und bei normaler Dosierung höchstwahrscheinlich nicht schädlich, obwohl bei Untersuchungen an Ratten, Missbildungen am Fötus (Lippen-Gaumen-Spalte) beobachtet wurde.

Aspartam ist bezüglich seiner Auswirkungen auf die Gesundheit sehr gut untersucht. Möglich ist eine schädigende Wirkung auf Menschen mit der seltenen angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie. Aspartamhaltige Lebensmittel sind deshalb mit einem entsprechenden Warnhinweis versehen. Für Unruhe sorgten allerdings auch amerikanische Studien, nach denen die Einführung von Aspartam direkt mit dem Ansteigen von Hirntumoren zusammen hängt. Diese Studie wird jedoch international nicht anerkannt und die Behörden in der EU sehen deshalb keinen Handlungsbedarf.

Acesulfam, ein neues künstliches Süßungsmittel, wird vom Menschen unverändert wieder ausgeschieden. Eine schädigende Wirkung ist nicht zu erwarten und ließ sich auch in keiner Untersuchung feststellen.

Wie steht es mit den Zuckeraustauschstoffen?

Die so genannten Zuckeraustauschstoffe, z.B. Fructose oder Sorbit, sind natürliche Verwandte des Zuckers. Sie werden vom Darm allerdings langsamer aufgenommen und anders verdaut und können deshalb auch von Diabetikern verwendet werden. In größeren Mengen führen sie jedoch zu Verdauungsstörungen und Durchfall.

Natürliche Alternativen

Zu den natürlichen Alternativen zählt unter anderem auch Inulin. Diese stärkeähnliche Substanz ist ein probiotischer Stoff und wirkt sich gut auf die Darmflora aus. Nebenbei hat Inulin auch noch eine appetithemmende Wirkung und ist daher auch bei Diäten gut einsetzbar. Große Mengen dieses Stoffs finden sich in Pflanzen wie Topinambur und der blauen Agave wieder, aber auch in Bananen, Knoblauch und Spargel ist er enthalten.

Linktipps

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– Topinambur – Trendgemüse mit langer Tradition
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