Superfood Shiitake Pilze

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (5 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 Sterne von 5)

Superfood Shiitake Pilze

Shiitake Pilze blicken in Japan auf eine 2.500 Jahre lange Tradition zurück und zählen dort zu den Heilpilzen. Dank ihrer zahlreichen Inhaltsstoffe gelten sie dort als Superfood, das den Stoffwechsel anregt und das Wohlbefinden stigert. Auch die heilende Wirkung des Pilzes bei Gebärmutterhalskrebs (HPV) ist mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen. Genießer schätzen Shiitake Pilze aber vor allem wegen ihres ausgezeichneten Geschmacks. Wir haben uns den exotischen Pilz einmal genauer angesehen.

Was sind Shiitake Pilze?

Der Shiitake oder Shii-Take (Lentinula edodes) (chin. 香菇 / 冬菇, jap. 椎茸) ist ein Pilz, der der Familie der Schwindlingsartigen (Marasmiaceae) zugerechnet wird. In der traditionellen chinesischen Medizin gehört er zu den Heilpilzen. Shiitake Pilze enthalten jedenfalls viele wichtige Nährstoffe und Proteine, dafür kein Fett. 100 Gramm Shiitake enthalten rund 2,2 Gramm Eiweiß und können damit speziell bei veganer Ernährung eine gute Eiweißquelle sein. 100 Gramm decken außerdem etwa 40 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin B5, das für Hormone, Nerven und Energiestoffwechsel wichtig ist.

Die Pilze haben ein kräftiges Aroma und wachsen ursprünglich wild in den Wäldern Japans und Chinas. Heute werden sie in Österreich und anderen westlichen Ländern kultiviert. In Gewächshäusern gedeiht das Superfood am besten bei durchschnittlich 20 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent.

Shiitake Pilze gedeihen am besten auf einem Substrat aus Reiskleie und Sägemehl. Alternativ dazu ist es möglich, dieses Superfood auch einfach im Garten anzubauen. Unter optimalen Bedingungen entwickeln Shiitake Pilze einen ca 15 cm großen rötlich braunen, teilweise an der Krempe eingerollten Hut. Shiitake Pilze lassen sich auch anhand ihrer sehr nah beieinander stehenden Lamellen identifizieren. Je nachdem, wie weit die Reifung fortgeschritten ist, besitzen die Shiitake Lamellen eine unterschiedliche Färbung – je reifer, desto dunkler.

Der Geschmack von Shiitake Pilzen ähnelt dem von Wildpilzen. Chinesen und Japaner bezeichnen diesen Geschmack als umami. Es handelt sich dabei um die fünfte Geschmacksrichtung neben süss, sauer, salzig und bitte. die jedoch bei uns nicht sehr gebräuchlich ist.

Shiitake Pilze sind frisch, getrocknet oder in Pulverform erhältlich.

Inhaltsstoffe der Shiitake Pilze?

Shiitake Pilze zeichnen sich durch ihre reichhaltige Vitamin- und Mineralstoffmischung aus. Superfood Shiitake enthält u.a. folgende Nährstoffe:

  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Clucane, Polysaccharid (Lentinan))
  • Eisen
  • Kalium
  • Kalzium
  • Phosphor
  • Vitamin D
  • Vitamin B (B2, B3, B5, B6)
  • Zink

Shiitake Pilze als Eiweißlieferant

Pro 100 Gramm Shiitake Pilze sind 2,2 Gramm Eiweiß enthalten. Dieses Eiweiß enthält – ähnliche wie Fleisch oder Milch – viele essenziellen Aminosäuren wie beispielsweise Lysin und Leucin und ist zudem leicht verdaulich.

Shiitake – Nervennahrung

70 Gramm Shiitake Pize enthalten bereits 72 Prozent des täglichen Kupferbedarfs. Dieses Spurenelement spielt eine wichtige Rolle für das menschliche Nervensystem, aber auch Blut- und Bindegewebsbildung profitieren von Kupfer. Einige wichtige Enzyme, die über andere Nahrungsmittel aufgenommen werden brauchen Kupfer um ihre volle Wirkung entfalten zu können.

Gesunden mit Shiitake Pilzen

Aufgrund der zahlreichen Inhaltsstoffe, die in perfekten Mengenverhältnissen in dem gesunden Superfood enthalten sind, sind Shiitake Pilze ausgesprochen gesund. Sie sind sehr gut geeignet, um bestimmten Erkrankungen vorzubeugen beziehungsweise werden sie auch therapeutisch eingesetzt.

Positive gesundheitliche Auswirkungen nach dem Genuss von Shitake Pilzen sind festgesetllt worden bei:

  • Allergien
  • Arteriosklerose
  • Anti-Aging Effekt
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Cholesterinspiegel senken
  • Candida Infektionen
  • Diabetes mellitus
  • Durchblutungsstörungen
  • Erkältungskrankheiten
  • Gicht
  • HIV / AIDS
  • Leberleiden wie beispielsweise Hepatitis
  • Neuralgien
  • Magengeschwüre
  • Masern
  • Prävention von Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Virale Infekte
  • Prävention und Therapie von Krebserkrankungen beziehungsweise Tumore
  • Verstopfung

Shiitake Dermatitis

Wenn es auch selten vorkommt, so kann der beliebte Asienpilz Shiitake bei manchen Menschen einen heftigen Hautausschlag verursachen. Shiitake enthält das D-Glukose-Polysaccharid Lentinan, das die nach dem Pilz benannte Shiitake-Dermatitis auslösen kann. Nach dem Verzehr eines Shiitake-haltigen Gerichtes treten bei Allergikern flächige, massiv juckende Erytheme auf, die bis zu acht Wochen anhalten können.

Für das Auslösen der Dermatitis genügt oft bereits der Hautkontakt mit dem Schwammerl. Ob die Beschwerden nur nach Genuss von rohen oder auch nach dem Genuss von verkochten Pilzen auftreten, ist noch nicht eindeutig geklärt.

Shiitake Pilze zur Behandlung von HIV/AIDS

Im Rahmen einer klinischen Studie erhielten HIV positive Patienten eine Kombinationstherapie aus Lentinan, einem Shiitake-Wirkstoff und dem typischen AIDS Arzneimittel Didanosin. Die Therapie bei HIV Patienten hat zum Ziel, die Anzahl von Immunzellen (CD4-positive Zellen) stark zu erhöhen. Dies gelang in dieser Untersuchung innerhalb von 14 Wochen. Bei der alleinigen Behandlung mit Didanosin ist mit einer Dauer von bis zu 38 Wochen zu rechnen. Darüber hinaus weisen andere Studien darauf hin, dass das Lentinan der Shiitake Pilze auch die Bildung anderer Immunzellen wie die der T-Helferzellen, Fresszellen oder Killerzellen stark anregt. Gleichzeitig profitieren HIV Patienten von einer verstärkten Ausschüttung von Botenstoffen.

Superfood Shiitake gegen Gebärmutterhalskrebs

Genau diese körpereigenen Botenstoffe machen Shiitake Pilze zu einem einzigartigen Mittel und geben Hoffnung auf Bekämpfung verschiedener Krebsarten. In einer US-amerikanischen Studie wiesen Forscher diese positive Wirkungsweise von Shiitake nach und im Jahr 2014 wurden diese erstaunlichen Studienergebnisse erstmals in Florida präsentiert.

Gebärmutterhalskrebs wird bekanntlich durch HP-Viren ausgelöst. Diese humanen Papilloma Viren werden vorallem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und können Gebärmutterhalskrebs verursachen.

Shiitake Pilze enthalten AHCC (Active Hexose Correlated Compound), eine Kombination aus Aminosäuren, Mineralien und Polysacchariden. Durch seine positive Wirkung auf das Immunsystem eignet sich AHCC zur Wiederherstellung von Botenstoffen des Immunsystems (Zytokine), Fresszellen (Makrophage) und Killerzellen (NK).

In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass AHCC HP-Viren bezüglich ihrer Aktivität stark hemmen und dadurch das weitere Krebswachstum verzögert oder verhindert wird: regelmäßige AHCC Gaben im Abstand von 24 Stunden hemmen HP-Viren dauerhaft. Insgesamt beschrieben die Forscher einen Rückgang von Gebärmutterhalskrebs durch Shiitake um 16 Prozent. Am Vorteilhaftesten ist es, eine konventionelle Krebstherapie durch die Einnahme von AHCC zu ergänzen.

Folgeforschungen bestätigten nun, dass Shiitake Pilze auch die Therapieerfolge anderer Krebsarten signifikant verstärken können – man darf gespannt sein!

Lagerung und Zubereitung von Shiitake Pilzen

Achten Sie beim Kauf von Shiitale Pilzen auf einen prall gefüllten Hut und ein frisches Aussehen. Leichte Schuppen, Risse oder vereinzelte Flecken beeinflussen die Qualität nicht.

Es ist empfehlenswert, Shiitake Pilze unmittelbar am Tag des Kaufs zu verarbeiten. So kann der Pilz sein Aroma besonders intensiventfalten. Im Kühlschrank ist der unkomplizierte Pilz aber auch bis zu 10 Tage haltbar.

Bevor Sie Shiitake Pilze zubereiten, müssen Sie sie reinigen. Mithilfe eines Pinsels oder einer Bürste können leichte Verunreinigungen – meist Erde – aus den Lamellen entfernt werden.

Shiitake Pilze werden mit Hut und Stängel, am besten mit etwas Butter oder Kokosöl angebraten. Getrocknete Shiitake Pilze müssen vor det Berarbeitung für circa 20 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Das Superfood Shiitake eignet sich herrlich als Beilage von Wild, Geflügel, Fisch, Lamm oder anderen Fleischgerichten. Aber auch Vegaterier lieben den geschmacksintensiven Pilz entweder in einem herzhaften Pilzragout oder etwas dezenter z.B. in einem cremigen Risotto.

———

Quelle:

Shiitake: Harmloser „Heilpilz“? (krebsinformationsdienst.de)

Linktipps

– Lebensmittel richtig lagern
– Tipps zur optimalen Aufbewahrung von Obst und Gemüse
– Herbst ist Pilzsaison
– Austernpilze, Champignons und Eierschwammerln
– Moringa: Nähstoffwunder und Superfood?