Haare färben oder tönen

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Trendfrisur: Harrfarbe ändern

Färben oder Tönen? Will jemand seine natürliche Haarfarbe verändern, gibt es zunächst eine schwerwiegende Entscheidung zu fällen: Soll die Farbe dauerhaft sein, oder soll sie sich wieder herauswaschen lassen? Für das Haar bedeutet das: Bleiben die natürlichen Farbpigmente erhalten, oder werden sie chemisch verändert?

Die Haarfarbe

Die Haarfarbe des Menschen wird durch zwei Pigmenttypen gebildet. Das dunklere Eumelanin und das helle Phäomelanin sind in unterschiedlichen Anteilen im menschlichen Haar verteilt. Somit ergeben sich 11 bzw. 12 verschiedene Tontiefen, die von Schwarz bis Helllichtblond reichen. Das natürliche Erscheinungsbild der Haare hängt eng zusammen mit dem Hautton und der Augenfarbe und ist deshalb ein Hauptbestandteil der Farbtypenlehre.

Bei weißen bzw. grauen Haaren ist kein Farbstoff mehr eingelagert, sondern Luft. Medizinisch werden graue Haare übrigens als Canities bezeichnet.

Färben

Das dauerhafte Färben der Haare erfolgt mit Hilfe eines Oxidationsmittels. Farbe enthält neben Oxidationsmitteln und blauen Pigmenten auch kleine Farbmoleküle, die aber im Haarinnern größer werden und nicht mehr ausgewaschen werden können. Dadurch bleibt die künstliche Färbung dauerhaft im Haar und muss raus wachsen.

Beim Färben muss die intakte Schutzhülle des Haares zerstört werden, damit das Produkt wirken kann. Dieses geschieht mit Ammoniak. Ammoniak lässt das Haar aufquellen und sprengt den Schutzpanzer. Unabhängig von der natürlichen Haarfarbe dringt das Oxidationsmittel, z. B. Wasserstoffperoxid, in das Haar ein. Im Haar zerstört es als erstes die natürlichen Haarpigmente. Das Haar wird dauerhaft blondiert. Blaue Farbe verhindert, dass das Haar orange wird. Als weiteren Zusatzstoff enthalten Färbungen blaue Farbpigmente. Das ist notwendig, weil durch das Oxidationsmittel das Eumelanin, das für die dunklen Haarfarben notwendig ist, stärker zerstört wird, als, das Phaeomelanin für den rötliche Haarton. Würden keine blauen Farbpigmente zugesetzt, wäre das Haar jetzt orange. Im Inneren des Haares findet eine chemische Reaktion statt, bei der sich erst die gewünschte Farbe bildet. Außerdem wird dem Färbemittel der gewünschte Haarfarbstoff zugesetzt.

In der Färbung selbst sind aber nur Vorstufen der Haarfarbe enthalten, die zunächst farblos sind. Weil diese Vorstufen aus sehr kleinen Molekülen aufgebaut sind, können sie leicht in das Haar gelangen. Sind sie dann erst mal drin, reagieren sie mit dem Wasserstoffperoxid und es bilden sich große Farbmoleküle in der gewünschten Haarfarbe. Diese Moleküle sind so groß, dass sie auch bei der Haarwäsche nicht mehr aus dem Haar herausgespült werden können. Ammoniak löst die äußere Schuppenschicht. Die verwendeten Oxidationsmittel sind aggressive Substanzen, die die Kopfhaut und das Haar schädigen können. Das Haar selbst quillt auf, indem es die äußere Schuppenschicht abspreizt. Nur so können die Chemikalien gut in das Haar gelangen.

Für diesen Vorgang wird häufig Ammoniak verwendet, dass stark riecht. Um den Geruch zu überdecken, werden dann meistens Parfüms zugesetzt. Damit sich das Färbemittel gut im Haar verteilt, enthält es Tenside, die schäumend wirken. Die Schuppenschicht kann nicht dauerhaft repariert werden. Nach dem Färbevorgang soll die abgespreizte Schuppenschicht mit dem mitgelieferten Pflegemittel zwar wieder geschlossen werden. Das funktioniert aber leider nur zeitweilig. Eine Färbung schädigt das Haar dauerhaft, weil sich die Schuppenschicht nicht dauerhaft wieder anlegen läßt.

Die Zeitschrift Ökotest hat in einem Test chemische Haarfarben unter die Lupe genommen – das Ergebnis war ein Desaster. In 33 Testprodukten wurden stark belastende Substanzen gefunden. Diese dringen in die Haut ein, können Allergien auslösen oder sogar krebserregend sein. Erschreckend war auch, dass in allen Produkten sogenannte PEG-Derivate steckten, die die Kopfhaut für Schadstoffe durchlässiger machen. Trotz Kosmetikverordnung kann in Haarfarben alles gemischt werden, was nicht ausdrücklich verboten ist. Und so ist es auch kein Wunder, dass Ökotest alle Produkte als „ungenügend“ einstufte..

Aber nicht nur die Inhaltsstoffe auch das Ergebnis, die Farbe selbst, ist nicht immer so wie auf der Verpackung versprochen. Das zumindest fand Stiftung Warentest bei ihren Untersuchungen heraus. So schnitten beim Vergleich der Farbgenauigkeit vor allem die roten Farben deutlich schlechter ab. Sie färbten oft dunkler, als auf der Verpackung angegeben und sorgten so für unliebsame Überraschungen. Sehr große Abweichungen gibt es vor allem dann, wenn die Haare sehr dünn oder die Spitzen brüchig sind. Das gefärbte Haar hat dann keinen natürlichen Glanz mehr und läßt sich auch schwerer kämmen.

Tipp: Vor dem Färben nicht die Haare waschen, so ist zumindest die Kopfhaut ein wenig durch die natürlichen Fettschicht geschützt.

Tönen:

Die Farbpigmente einer Tönung heften sich an das Keratin des Haares an. Tönungen sind ein fertiges Gemisch aus unterschiedlichen chemioschen Stoffen. Sie dringen nicht sehr tief in das Haar ein und heften sich dort an das Keratin des Haares an. Bei einer Tönung. dringen die Farbstoffe nur oberflächlich ins Haar ein und haften dort, werden aber durch Waschen nach und nach wieder ausgespült. Sie bilden einen farbigen Film auf dem Haar und halten etwa acht bis zehn Haarwäschen. Sie funktionieren allerdings nur, wenn die neue Farbe dunkler als die eigene Haarfarbe ist. Farbpigmente überdecken lediglich die echten. Manche Tönungen enthalten chemische Beimengungen, die eine festere Bindung an das Keratin gewährleisten sollen. Die meisten Haarfarben gelten heute als ziemlich aggressiv und ungesund, da sie Stoffe enthalten, die Leber und Nieren schädigen, Allergien auslösen können oder hormonell wirken. Die Allergiegefahr ist übrigens auch bei Naturfarben nicht auszuschließen, schließlich sind viele natürliche Stoffe für Allergien verantwortlich, z. B. bei der Berührung von Brennesseln.

Tönungen können im Ergebnis natürlich höchst unterschiedlich aussehen, da das Ergebnis sehr stark von der natürlichen Schuppenschicht des Haares abhängig ist. Diese Schuppenschicht ist aufgebaut wie ein Tannenzapfen.

Bei einem gesunden Haar liegen die Schuppen an und das Haar glänzt und ist geschmeidig. Ist die Schuppenschicht geschädigt, spreizen sich die Schuppen ab. Das Haar sieht stumpf aus und läßt sich schwerer kämmen. Bei geschädigter Schuppenschicht können mehr Farbpigmente der Tönung in das Haar eindringen. Dort erscheint der Farbton kräftiger. Weil das Haar normalerweise an den Haarspitzen stärker geschädigt ist, als am Haaransatz, erscheint das Ergebnis einer Tönung oft scheckig.

Dieser Eindruck wird nach mehrmaligem Waschen noch verstärkt. Das liegt daran, dass in geschädigten Strukturen die Farbpigmente besser haften. Am Ende bleibt die natürliche Haarfarbe. Letztendlich aber wird bei jeder Haarwäsche etwas von den Farbpigmenten wieder aus dem Haar herausgewaschen bis nach und nach wieder die natürliche Haarfarbe erscheint.

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