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Glaubersalz – Wirkung und Anwendung von Natriumsulfat

Glaubersalz – Wirkung und Anwendung von Natriumsulfat

Glaubersalz, Natriumsulfat

Entdeckt wurde das sogenannte Glaubersalz bereits um 1625 von dem deutschen Apotheker und Chemiker Johann Rudolph Glauber als Bestandteil von Mineralwasser. Schließlich hat er aus Kochsalz und Schwefelsäure Natriumsulfat (Na2S04), so die chemisch korrekte Bezeichnung, hergestellt. Bald entdeckte er zahlreiche medizinische Anwendungsbereiche, die starke abführende Wirkung wird noch heute zur symptomatischen Behandlung der Verstopfung angewendet. Auch bei der Reinigung des Darmes vor dem Heilfasten ist Glaubersalz häufig das Mittel der Wahl.



Natriumsulfat kommt natürlich in verschiedenen Mineralwässern, wie beispielsweise im Marienbad oder im Karlsbad Mineralwasser vor und wird daher auch häufig Karlsbader Salz genannt.

Wofür wird Glaubersalz verwendet?

Wenn man Glaubersalz kauft, dann erhaltet man es meist in einer sogenannten Decahydrat-Form. Bei dieser Art handelt es sich um ein grobkörniges, farbloses Pulver, das aus beinahe transparenten Kristallen besteht. Kommt diese Lösung mit Wasser in Berührung, dann löst es sich darin rasch auf. In der Lebensmittelindustrie wird Natriumsulfat als Trägerstoff und Säureregulator als Lebensmittelzusatzstoff mit der Zulassungsnummer E514 eingesetzt.


Aufgrund seiner stark abführenden Wirkung wird Glaubersalz in der Schulmedizin hauptsächlich als Abführmittel (Laxans) verwendet.

  • als kurzfristige Anwendung bei Verstopfung
  • zur kompletten Darmentleerung vor chirurgischen und diagnostischen Eingriffen (z.B. Gastroskopie)
  • als abführendes Antidot (Gegengift) bei Vergiftungen

Glaubersalz wird auch in der Alternativmedizin verwendet. Es kommt als Bestandteil von Schüsselr Salz Nr. 10 bei Störungen der Leber und Galle zum Einsatz, unter der Bezeichnung Natrium sulfuricum findet es auch Verwendung als homöopathisches Arzneimittel. Am häufigsten wird es aber als Abführmittel beim Heilfasten, Entschlackung und Entgiftung verwendet.

Wirkung

Bei Diäten oder einer Fastenkur wird Glaubersalz, das auch unter der Bezeichnung schwefelsaures Natron bekannt ist, zur Reinigung des Darmes eingesetzt. Vor Beginn soll der Darm entleert werden, damit der Körper komplett von unverdauten Giftstoffen (diese werden als „Schlacken“ bezeichnet), die sich in den Darmzoten befinden sollen, befreit wird. Glaubersalz erhöht den Flüssigkeitsanteil im Darm, indem Wasser im Darm via Osmose zurückgehalten wird und durch das erhöhte Volumen der Defäkationsreiz (Drang zum Stuhlgang; Stuhlreflex) ausgelöst wird.

Glaubersalz zählt wie Bittersalz (Magnesiumsulfat) zu den salinischen Abführmitteln. Das Abführen damit ist heftig und kann zu durchaus unangenehmen Durchfall führen. Deshalb wird empfohlen, dass man sich nach der Einnahme bestenfalls zuhause und in der Nähe einer Toilette aufhält.

Zum Abführen wird das Glaubersalz einmalig eingenommen. Es reichen dafür 40 Gramm, die in 0,75 Liter Wasser aufgelöst werden. Wichtig ist, dass Sie bei diesem Vorgang viel Wasser (etwa 3 Liter) trinken. Durch das Abführen verliert der Körper eine Menge Flüssigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel können als Begleiterscheinung auftreten.

Beachten Sie bei der Einnahme unbedingt die Hinweise auf der Packungsbeilage oder fragen bei Bedenken nochmals bei einem Arzt oder Apotheker ihres Vertrauens nach.

Wann dürfen Sie Glaubersalz nicht benutzen?

Es gibt natürlich auch Gründe, wo Sie auf die Einnahme verzichten müssen. Nehmen Sie schon Medikamente ein, die beispielsweise Ihre Verdauung beschleunigen, weil Sie an einer Verstopfung leiden, dann dürfen Sie das Salz auf keinen Fall verwenden. Darüber hinaus darf das Glaubersalz nicht als regelmäßiges Abführmittel genutzt werden. Es kommt immer nur für eine kurzfristige Einnahme in Frage. Halten Sie sich nicht daran, dann kann dies zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen.

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Quelle:

¹ Natriumsulfat als Lebensmittelzusatzstoff


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