Was ist Onkologie?

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Onkologie - Facharzt im Gespräch mit Patientin

Onkologie ist jenes Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen – also Krebserkrankungen – befasst. Da Tumore überall am und im menschlichen Körper auftauchen, würde es Mediziner bestimmter Fachrichtungen aufgrund der Komplexität der Erkrankungen schlicht überfordern, wenn von ihnen zusätzlich detaillierte Kenntnisse über Tumorerkrankungen gefordert würden. Deshalb wurde die Fachrichtung des Onkologen geschaffen.

Dessen Kompetenzbereich umfasst alle Krebsarten, unabhängig davon, wo sie am Körper auftauchen. Die moderne Onkologie ist von der interdisziplinären Zusammenarbeit geprägt, Onkologen fungieren als Schnittstelle der je nach Tumorerkrankung involvierten medizinischen Fachrichtungen.

Die medizinische Behandlung von Krebserkrankungen und damit die Überlebenschancen von Krebserkrankten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm verbessert. Dennoch bleibt Krebs nach Herz-Kreislauferkrankungen in Österreich die zweithäufigste Todesursache. Es verwundert daher kaum, dass in der Forschung große Anstrengungen unternommen werden um sowohl in der Erkennung der richtigen Präventionsmaßnahmen, wie auch in der Diagnostik und Therapie Fortschritte zu erzielen.

Was ist Onkologie, welche Aufgaben hat der Onkologe?

Das Aufgabengebiet in der Onkologie ist schon per Definition groß, schließlich befassen sich die Ärzte dieser Fachrichtung mit sämtlichen malignen Erkrankungen, unabhängig davon, wo sie am oder im Körper auftreten. Der Onkologe ist somit soetwas wie ein Betreuungskoordinator, der als Teil eines größeren Teams arbeitet, dass aus ärztlichen und pflegenden Gesundheitsdienstleistern besteht und sich um das Wohlergehen von Krebspatienten kümmert.

Die dabei involvierten medizinischen Fachdisziplinen sind:

  • die Radioonkologie: Strahlentherapie wendet mithilfe technisch hochkomplexer computergesteuerter Apparatur ionisierende Strahlen an, die Tumoren vollständig inaktivieren und/oder durch diese verursachte Beschwerden lindern oder beseitigen können. Dies geschieht mittels interner Bestrahlung (Brachytherapie) oder externen Bestrahlung (Teletherapie).
  • die Tumore operierenden chirurgischen Fächer (z.B. Chirurgie, Gynäkologie, HNO, Neurochirurgie, Dermatologie, Urologie,..)
  • die Innere Medizin mit Zusatzausbildung in internistischer Onkologie / Hämatoonkologie.

Diagnose

Wie auch in anderen Fachrichtungen steht am Anfang der Diagnostik eine ausführliche Anamnese, also die Erhebung der bisherigen Krankengeschichte und die systematische Erfragung von weiteren potenziell medizinisch relevanten Informationen zur Abklärung von Risikofaktoren. Ein weiteres Element ist die Zytodiagnostik, also die Beurteilung von Zellgewebe, das mittels Abstrich, Biopsie oder Punktion entnommen wurde. Zellen werden für die Laboruntersuchung auch aus Sekreten wie Speichel, Harn oder anderen Körperflüssigkeiten (z. B. Blut oder Schleimhautproben – etwa des Schleims des Gebärmutterhalses sowie der Vagina) entnommen und sind bestens zu Früherkennung von Tumorerkrankungen geeignet.

Ein elementarer Teil der Diagnosemethoden in der Onkologie, ist der Einsatz von bildgebenden Verfahren. Es kommt praktisch das gesamte Spektrum der bildgebenden Diagnostik in Betracht: Ultraschalluntersuchungen (Sonographie), radiologische (Röntgen, CT) und nuklearmedizinische Untersuchungsmethoden (Szintigraphie) bis hin zu Kernspinresonanz (z. B. Magnetresonanztomographie).

Therapieverfahren

Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich selbstverständlich sehr nach der spezifischen Erkrankung und danach, ob die Therapie auf die Entfernung oder Zerstörung des gesamten Tumorgewebes (kurative Therapie) abzielt oder, wenn dies nicht mehr möglich ist, auf die Verkleinerung des Tumorgewebes zur Entlastung beeinträchtigter Organe (palliative Therapie). Typische Techniken dafür sind:

  • Operation (chirurgische Tumorentfernung),
  • Bestrahlung mit ionisierender Strahlung (Strahlentherapie),
  • Chemotherapie mit Zytostatika (konventionell und hochdosiert mit Stammzellgabe),
  • medikamentöse Therapien mit monoklonalen Antikörpern bzw. Zytokinen (Immunologische Krebstherapie)

Bei der letztgenannte immunologischen Krebstherapie sind häufig körpereigene Wirkstoffe in Anwendung (sog. „Biologic Response Modifier“ = BRM). Diese Stoffe aktivieren nicht nur das Immunsystem, sondern verändern Krebszellen dahingehend, dass diese vom Immunsystem besser erkannt und mittels immunologischer Abwehrreaktion abgetötet werden. Ein Beispiel dafür sind eben Zytokine wie Interferon.

Innovationen bieten Krebspatienten neue Perspektiven

Fortschritte in der radiologischen Bildgebung, der PET-Hybridbildgebung und der molekularen Pathologie bilden die Grundlage für eine präzise Krebstherapie, sie haben die Therapieplanung und Stratifizierung von Krebspatienten in den letzten Jahren erheblich verbessert.

„Ohne Innovationen in der Diagnostik ist die moderne Präzisionsmedizin in der Onkologie nicht denkbar – sie eröffnen neue Perspektiven in der Onkologie“, betonte Prof. Dr. Thomas Wiegel, Kongresspräsident des Deutschen Krebskongresses (DKK) 2018.

Vor allem die Bildgebungsverfahren (z.B. MRT) werden immer besser, und dort wo die Empfindlichkeit eines Verfahrens nicht ausreicht, kommt die sogenannte Hybridbildgebung zum Einsatz. Dabei werden Schichtbildverfahren wie Computertomographie (CT) oder MRT mit der Positronenemissionstomographie (PET) kombiniert, um Informationen über Stoffwechselvorgänge im Krankheitsherd anatomisch genau zuordnen zu können. Vor allem die PET-MRT eröffnet neue diagnostische Möglichkeiten.

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Quellen:

¹ Deutsche Krebshilfe: Perspektiven verändern Krebs
² Österreichische Krebshilfe Wien: Therpieformen bei Krebs

Linktipps

– Krankheitslexikon: Krebs
– Krebs-Vorsorge
– Chemotherapie: Wirkungsweise und Nebenwirkungen
– Radioaktive Strahlung – Auswirkungen auf die Gesundheit
– Krebs: neue Erkenntnisse zu Diagnose und Therapie
– Was ist Virologie?

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