Medizinlexikon: Bauchspeicheldrüse [Organe]

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Bauchspeicheldrüse, Pankreas

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist zungenförmig und befindet sich zwischen Magen und Wirbelsäule. Das dünnere Ende, der Pankreasschwanz, liegt in der inneren Wölbung der Milz. Das andere Ende der Pankreas ist breiter und beschreibt eine Krümmung, die an den Buchstaben C erinnert. Dieses Ende, „Kopf“ genannt, schmiegt sich in eine Schlinge des Zwölffingerdarms, eines Teils des Dünndarm. Die Bauchspeicheldrüse liegt in der rechten Körperhälfte unterhalb der Leber.

Die Bauchspeicheldrüse wiegt ca. 70 bis 100g, ist im Durchschnitt 14 bis 18 cm lang und 3 cm dick, und produziert täglich an die 1,5 Liter Sekret. Für dieses enorme Produktionsvolumen werden beinahe 98% des Gewebes dieses Organes beansprucht.

Aufgaben der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse erfüllt zwei Aufgaben:

1. Die Bauchspeicheldrüse ist wichtig für die Verdauung
2. Die Bauchspeicheldrüse steuert die Blutzuckerregulation

Kleine Drüsenlappen in der Pankreas produzieren das Bauchspeichel-Sekret und geben es in feine Gänge ab. Diese vereinen sich zu einem großen Hauptausführungsgang (Ductus pancreaticus), der vom Schwanz bis zum Kopf reicht und (zusammen mit dem Ausführungsgang der Gallenblase) in den Dünndarm mündet. Die Ausführungsstelle des Bauchspeichel-Sekretes nennt man Papilla duodeni major. Jedoch nur bei 80 von 100 Menschen entspricht der anatomische Aufbau der Pankreas dieser Beschreibung. Bei den restlichen 20% findet sich zusätzlich einen Seitenast mit einer eigenen Mündungsstelle.

Das Sekret der Bauchspeicheldrüse enthält Enzyme, die große Moleküle spalten können. Diese sind für die menschliche Verdauung notwendig, denn nur durch sie ist der Körper in der Lage, Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette aus der Nahrung in das Blut aufzunehmen. Ohne den damit verbundenen Prozess wären solche Nährstoffmoleküle hierfür viel zu groß.

Die wichtigsten Eiweißspalter sind hierbei Trypsin, Chymotrypsin und Carboxypeptidase. Die Bauchspeicheldrüse produziert jedoch nur deren Vorstufen (Trypsiogen und Chymotrypsiogen), um eine Selbstverdauung zu verhindern. Erst im Dünndarm werden sie zu aktiven Enzymen umgewandelt.

Als Fett spaltende Enzyme fungieren Lipase, Phospholipase und Esterasen. Das wichtigste dieser Elemente, Lipase, wird erst aktiv, wenn es im Dünndarm mit dem Saft aus der Gallenblase in Kontakt kommt. Es spaltet große Fettmoleküle in kleinere Moleküle auf, so dass diese vom Körper anschließend weiterverarbeitet werden können.

Die Kohlenhydrate schließlich werden von Alpha-Amylase gespalten, die in der Lage ist, pflanzliche Stärke bis zum Zweifachzucker abzubauen. Beim Abbau von Nukleinsäuren kommen die Enzyme Ribonuclease und Desoxyribonuclease zum Einsatz.

Zwei Prozent der Pankreas-Zellen produzieren Hormone. Da diese kleinen Zellen-Verbände wie Inseln im Gewebe der Bauchspeicheldrüse verteilt sind, werden sie nach ihrem Entdecker Langerhans-Inseln genannt. Diese Langerhans-Inseln bestehen aus drei verschiedenen Arten von Zellen::

  • Die A-Zellen (ca. 20% der Inselzellen) produzieren das Hormon Glukagon, den Gegenpart zum Insulin. Es sorgt, bei länger zurückliegender Mahlzeit, für die Abgabe von Zucker aus den Zellvorräten und gewährleistet so die jederzeitige Versorgung der inneren Organe.
  • Die B-Zellen (ca. 70% der Inselzellen) sind für die Produktion des Hormons Insulin verantwortlich. Insulin ermöglicht die Aufnahme von Zucker in die Körperzellen und senkt somit den Blutzuckerspiegel. Fehlt dieses Hormon oder besteht ein Mangel, so kommt es zur Zuckerkrankheit..
  • D-Zellen (ca. 10% der Inselzellen), die dritte Zellgruppe innerhalb der Langerhans-Inseln, sorgen für die Herstellung des Hormons Somatostatin, welches die Sekretion von Magensaft und Bauchspeichel hemmt, überdies hemmend auf die Insulin- und Glukagonproduktion wirkt.

Die häufigsten Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Volkskrankheit Diabetes

Bei der Zuckerkrankheit oder Diabetes mellitus unterscheidet man den selteneren Typ 1 sowie den häufigerer Typ 2. Der Verlauf der Diabetes-Erkrankung führt beim Typ 1 zu allgemeiner Schwäche und Antriebslosigkeit, hervorgerufen durch die Unterversorgung der Körperzellen mit Zucker. Eine Veränderung des Stoffwechsels ist die Folge. Beim Versuch der Anpassung an die Unterversorgung (kataboler Stoffwechsel) verliert der Körper Gewicht und neigt zu Unterzuckerung. Dies birgt die Gefahr eines diabetischen Komas in sich. Die Therapie von Diabetes Typ 1 baut darauf auf, das fehlende Insulin durch körperfremdes zu ersetzen.

Beim Diabetes Typ 2 sind die für die Insulin-Produktion notwendigen B-Zellen noch vorhanden, das Hormon wird jedoch nicht in ausreichender Menge gebildet. Zudem ist die Wirksamkeit des Insulins gemindert („periphere Insulinresistenz“).

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Linktipps

– Körperatlas (body browser): Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
– Medizinlexikon Sonographie
– Medizinlexikon Magnetresonanztomographie (MRT)
– Blutbild, Blutbefund, Blutwerte

Zur Information: Diese Informationen wurden – im Sinne mündiger Patienten – für interessierte Laien eingerichtet. Keinesfalls dürfen sie als Ersatz für medizinsche Beratung und Hilfe seitens qualifizierten Personals aus dem jeweiligen Fachbereich angesehen oder eingesetzt werden. Kontaktieren Sie bei Beschwerden jedenfalls den Arzt Ihres Vertrauens!

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