CBD-Produkte erklärt: Was steckt hinter dem Hype?

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CBD-Produkte: Der Hype um den Hanf

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Produkte mit dem Cannabiswirkstoff Cannabidiol (CBD) versprechen Entspannung, aber keinen Rausch. Zudem soll die Substanz aus der Hanfpflanze noch viele weitere Wirkungsweisen haben. Erwiesen ist das aber in den seltensten Fällen.

Cannabis, CBD, THC, Gras, Weed, Marihuanna, Hanf – es gibt viele Begriffe, die der Naturheilpflanze zugeordnet werden. Das sorgt für viel Verwirrung bei potenziellen Interessenten, der rasanten Umsatzentwicklung von Cannabidiol-Produkten tut das bisher aber keinen Abbruch.

Der Hype um Hanf & CBD-Produkte – Artikelübersicht:

Vermutet wird, dass die Hanfpflanze eine der ältesten Naturheilpflanzen der Erde ist und sie vor tausenden von Jahren nur in Zentralasien beheimatet war.

Heute ist die Pflanze weltweit als Rauschmittel sowie als Naturheilprodukt vertreten. Besonders gehypt werden aktuell sogenannte CBD-Produkte.

Doch was steckt hinter den Produkten? Und in welchem medizinischen Zusammenhang stehen sie?

THC und CBD: zwei unterschiedliche Substanzen der Hanfpflanze

Im Gegensatz zum berühmteren Bruder THC (Tetrahydrocannabinol) ist Cannabidiol (CBD) nicht psychoaktiv, verschafft also keinen Rauschzustand und löst auch kein High aus.

CBD ist somit in Österreich grundsätzlich legal, anders als THC, das im Suchtmitelgesetz angeführt wird. Basis dieser Rechtslage ist die Einstufung der Weltgesundheitsorganisation WHO, die die Substanz als harmlos einschätzt.

Produzenten preisen aber die positive Wirkung des Inhaltsstoffes der Hanfpflanze, etwa gegen Angstzustände, innere Unruhe, aber auch Entzündungen, Regelschmerzen und Hautproblemen. Wissenschaftlich bewiesen ist die positive Wirkung in den meisten Fällen aber nicht. Die dennoch zahlreuichen positiven Rückmeldungen führen Fachleute auf den sogenannten Placeboeffekt zurück.

Mögliche Wirkung von Cannabidiol

Vorweg, neben einigen kleineren Studien mit wenig wissenschaftlicher Aussagekraft, „…ist die Wirkung von Cannabidiol lediglich bei zwei kindlichen Epilepsieformen bewiesen.“ sagt jedenfalls Prim. Dr. Kurosch Yazdi, Vorstand der Klinik für Psychiatrie mit Schwerpunkt Suchtmedizin von der Kepler-Uniklinik in Linz. Er fügt an: „Da reden wir aber von hohen Dosen, also einigen hundert Milligramm, nicht den paar Milligramm, die in Tees und Cremes vorhanden sind.“ [Quelle: DER STANDARD v. 21./22.5.22]

Dennoch berichteten Patienten von einer deutlich verminderten Schmerzempfindlichkeit und nur selten unerwünschten Nebenwirkungen.

Auch wenn CBD kein Ersatz für andere vom Arzt verordnete Medikamente ist, so können CBD-Produkte durch die entzündungshemmende, antibakterielle Wirkung offenbar bei Krankheitsformen wie Asthma, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Übelkeit und Autoimmunkrankheiten helfen.

Der neuroprotektive Effekt von CBD wirkt zudem angstlösend und es steigert das allgemeine Wohlbefinden. Es wirkt beruhigend und fördert den Stoffwechsel. Auch bei weiteren Erkrankungen wie entzündliches Rheuma, Arthritis und Arthrose, chronischen Schmerzerkrankungen, sowie bei Fibromyalgie und Migräne dürfte CBD Wirkung zeigen.

In der Medizin wird CBD jedenfalls durchaus eingesetzt, wenngleich vorwiegend bei Depressionen oder psychosomatischen Erkrankungen. Denn neben dem körperlichen Effekt wirkt sich das Cannabidiol auch auf die Psyche aus. Manche Patienten und Nutzer berichteten das Nervosität, Schlafstörungen oder innere Unruhe stark abgemildert oder sogar ganz verschwunden sind und sie sich wesentlich ausgeglichener fühlten, nachdem sie CBD zu sich nahmen.

Offenbar hat die Substanz Auswirkungen auf Zentren, die mit der Angstreduzierung verbunden sind, wenngleich auch dazu entsprechende Studien noch fehlen.

genaue Infos zur Wirkungsweise von CBD finden Sie in unserem Artikel Was ist der Unterschied zwischen THC und CBD?

Dosierung und Nebenwirkungen

Grundsätzlich sollte man immer vorsichtig sein und mit einer kleinen Dosierung beginnen. Wenn die Verträglichkeit gegeben ist, kann die Dosis schrittweise gesteigert werden. Wie jede andere Selbstmedikation sollte diese mit einem Arzt besprochen werden.

Die Wirkstoffmenge ist auf jedem Etikett in Prozent vermerkt und sollte bei der Nutzung penibel beachtet werden. Allerdings gibt es bei pflanzlichen Präparaten oft keine Standardisierung, in welcher Dosierung es für eine Indikation notwendig ist, während bei synthetischen Medikamenten ganz klar ist, wieviel von welchem Wirkstoff enthalten ist.

Sollten unangenehme Nebenwirkungen auftreten, so sollte man Produkte mit einer geringeren Wirkstoffkonzentration verwenden oder die Einnahme beenden. Zudem sollte die vom Hersteller empfohlen Portionsgrößen nicht überschritten werden.

Hinweis

An dieser Stlle muss grundsätzlich festgehalten werden, dass CBD-Produkte nur von seriösen Herstellern gekauft werden sollten. Sollte man sich für einen Online-Händler entscheiden, empfiehlt es sich die Seriosität mittels der Einsehung des Impressums des Onlineshops an sich zu prüfen.

Seriöse Hersteller informieren auf ihrer Seite über die richtige Einnahme der Produkte, bieten mehrere sichere Bezahlmethoden an und lassen sich im Impressum identifizieren.

Die Produktvielfalt kennt mittlerweile jedenfalls keine Grenzen mehr und die enorme Nachfrage bleibt auch am österreichischen Markt nicht ohne Spuren.

Der aktuelle globale Marktwert wird von Grand Review Research mit rund 2,8 Milliarden US-Dollar angegeben, dazu gehen die Prognosen von einer jährlichen Steigerungsrate von zumindest 20 Prozent bis ins Jahr 2028 aus. In Österreich waren nach letzten Erhebungen des Wirtschaftsverbandes Cannabis Austria im Jahr 2019 bereits mehr als 300 Betriebe mit etwa 1.500 Beschäftigten und einem gesamten Jahresumsatz von annähernd 250 Millionen Euro tätig – Zahlen, die auch ein volkswirtschaftlich relevante Größenordnung erreicht haben.

CBD-Blüten

CBD-Blüten können als eine Art Basis aller Cannabidiol-Produkte angesehen werden. Die Blüten beziehungsweise Knospen werden hauptsächlich für Tees oder zur Herstellung von Ölen genutzt. Auch beim Kochen und Backen können sie als Zutat eingesetzt werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich verschiedene Anwendungsarten auszuprobieren. So kann es nämlich sein, dass das Geschmacksprofil eines CBD-Tees weniger zu einem passt als das eines Öls.

Eine weitere beliebte Anwendungsform ist das Rauchen der Knospen. CBD Blüten werden zwar in den meisten Fällen weiterverarbeitet, jedoch können sie auch, genauso wie der berauschende THC-Joint, geraucht werden. Bei dieser Art des Konsums entfaltet sich die CBD Blüten Wirkung sehr schnell. Trotz dieser Fähigkeit raten Mediziner aufgrund der allgemeinen Rauch-Problematik davon ab.

CBD-Öl

CBD-Öl ist ein Extrakt, welches aus den Knospen und Blättern der Hanfpflanze entnommen wird. In den meisten Ölen lassen sich Inhaltsstoffe wie kaltgepresstes Hanföl, Cannabidiol, Vitamin E, Terpentine und Hanfmoleküle wiederfinden. Verwendet wird das Extrakt als Zusatz von Salben und Cremes. Zudem wird es bei Stress, Depressionen und anderen negativen Gefühlen eingenommen.

Die Einnahme erfolgt in den meisten Fällen über den Mund. Die Öltropfen werden hierbei, eine Minute lang unter der Zunge im Mund gehalten und anschließend heruntergeschluckt. So kann sich der Wirkstoff optimal entfalten. CDB-Öl wird auch als Nahrungsergänzungsmittel und als Abrungsmittel von Speisen, wie zum Beispiel als Beigabe zu Keksen, verwendet.

CBD-Harz

CBD-Harz beziehungsweise CBD-Wax ist ein hochdosiertes Extrakt der Hanfpflanze. Das Wax kann bis zu 90 Prozent CBD-Anteil enthalten, weshalb auch weniger eingenommen werden muss. Das Extrakt gilt als erfolgreiches Hilfsmittel bei vielen verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen wie Angststörungen, Entzündungen, Infektionen, Herzerkrankungen, posttraumatischen Belastungsstörungen und chronischen Schmerzen eingesetzt.

Eine beliebte Einnahmeart des Harzes ist die Einnahme über eine Art E-Zigarette, welche Vape genannt wird. In der Vape wird das Harz verdampft, wodurch ein ähnlicher Effekt, wie beim Rauchen einer Blüte, entsteht. Neben dem Dampfrauchens kann das Wax auch in der Küche integriert und dem Essen hinzugefügt werden. Eine weitere einfachere Variante ist die Einnahme über den Zungenweg.

CBD-Kapseln

Die CBD-Kapseln werden in üblichen Dosierungen 10mg, 25mg, 50mg angeboten und oral eingenommen. Genauso wie andere Hanf-Extrakte sind die Kapseln psychotrop und wirken sich nicht bewusstseinsverändernd auf die Psyche aus. Für viele Menschen ist es bequemer, eine tägliche Dosis CBD in Kapselform einzunehmen. Eine einfachere Übersicht, konsequente Dosierung und die Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Einnahme sprechen für den Kauf von CBD-Kapseln.

Zudem werden sie schnell runtergeschluckt, wodurch der Hanf-Geschmack nicht wahrgenommen wird. Ein Nachteil von den Kapseln ist, dass sie nicht so schnell wirken wie andere Extrakte. Dies liegt daran, dass sie vorerst durch den Körper wandern und verarbeitet werden müssen.

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Quellen:

¹ CBD-Produkte online beziehen
² Clinicians‘ Guide to Cannabidiol and Hemp Oils (Mayo Clin Proc. 2019 Sep;94(9):1840-1851.Epub 2019 Aug 22.) PMID: 31447137

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

Linktipps

– Wundermittel Hanf: vom Rausch- zum Arzneimittel
– Medizinisches Cannabis: Anbau & Pflege von Hanfpflanzen
– Experten warnen vor unbehandelten Schlafstörungen
– CBD in Österreich – die rechtliche Lage beim Bezug von Cannabidiol
– Angstfrei leben – Tipps gegen Phobien und Panikattacken

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