Aligner: Das können die unsichtbaren Korrekturschienen

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Aligner: Das können die unsichtbaren Korrekturschienen

Fotocredit: @ Diana Polekhina (CCO-Lizenz) / unsplash.com

Gesunde Zähne und ein ästhetisches Lächeln stehen für Jugend, Vitalität und Erfolg. Deshalb entscheiden sich heute auch Erwachsene für eine Zahnkorrektur mittels Korrekturschienen, sogenannte Aligner.

Auch, wenn Zahnmediziner dazu raten, Zahnfehlstellungen möglichst bereits im Kindes- oder Jugendalter zu korrigieren, um größtmögliche Erfolge zu erzielen, ist es nie zu spät, um Unregelmäßigkeiten im Gebiss zu regulieren.

Aligner – Artikelübersicht:

Die Fortschritte in der modernen Zahnmedizin haben Korrekturmethoden entwickelt, mit denen auch Zahnfehlstellungen bei Erwachsenen wirkungsvoll behandelt werden können.

Trotzdem zögern viele Menschen im Erwachsenenalter, sich für eine regulative Zahnbehandlung zu entscheiden. Der Grund dafür sind ästhetische Beeinträchtigungen, die eine sichtbare Zahnspange während der Dauer der Behandlung mit sich bringt.

Aligner haben die Möglichkeiten der Zahnkorrektur gewandelt. Die modernen Zahnschienen sind nahezu unsichtbar und versprechen gute Erfolge bei Zahnfehlstellungen nach verhältnismäßig kurzer Behandlungsdauer. Doch was können die Korrekturhilfen aus durchsichtigem Kunststoff und für wen ist eine Zahnkorrektur mit Aligner sinnvoll?

Ein unsichtbarer Helfer für ein makelloses Lächeln

Mit Alignern haben Zahnmediziner eine Behandlungsmethode entwickelt, mit der Zahnfehlstellungen in jedem Alter minimalinvasiv und ohne große optische Veränderung durch das Korrekturmittel reguliert werden können.

Ein Aligner ist eine Zahnschiene, die aus einem thermoplastischen Kunststoff in mehreren Schichten hergestellt wird. Durch das Aufeinanderschichten mehrerer dünner Lagen des Spezialkunststoffes entstehen Miniplast-Schienen, mit denen kieferorthopädische Korrekturen von Zahnfehlstellungen durchgeführt werden können.

Vor allem im Erwachsenenalter raten Zahnmediziner bei einer gesundheitlich notwendigen oder rein ästhetischen Zahnkorrektur häufig zu Alignern, da sie kaum sichtbar sind und deshalb die Optik nicht beeinträchtigen.

Dabei ist es allerdings wichtig, Möglichkeiten und Grenzen dieser Behandlungsmethode gegeneinander abzuwägen und dabei den Umfang der erforderlichen Korrekturen in die Behandlungsempfehlung miteinfließen zu lassen. Eine Zahnkorrektur mit Aligner kann gute Erfolge erzielen, ist aber nicht für jede Form der Zahnfehlstellung geeignet.

Leichte Zahnfehlstellungen unsichtbar korrigieren

Die Entwicklung der transparenten Zahnschienen hat dazu geführt, dass auch immer mehr Erwachsene den Weg zum Kieferorthopäden wählen, um Zahnfehlstellungen korrigieren zu lassen. Die Behandlung mit einer transparenten Zahnschiene eignet sich vor allem, um leichte Zahnfehlstellungen zu korrigieren.

Dazu gehören:

  • die Korrektur schief stehender Zähne
  • das Auflösen von Engständen zwischen einzelnen Zähnen oder ganzen Zahnreihen
  • das Schließen von Lücken zwischen einzelnen Zähnen oder ganzen Zahnreihen, insbesondere eines Diastema Mediale, der deutlich sichtbaren Lücken zwischen den oberen mittleren Schneidezähnen
  • das Auflösen so genannter schwarzer Dreiecke, deutlich sichtbarer Hohlräume oder Spalte zwischen Zähnen, die durch die Papille nicht vollständig geschlossen werden
  • die Korrektur von Kreuzbissen im Bereich der Frontzähne

Der Einsatz von Alignern gilt als besonders schonende und schmerzarme Methode zur Behandlung von Zahnfehlstellungen, da durch die Kunststoffschiene verhältnismäßig wenig Druck auf das Gebiss und den Kiefer ausgewirkt wird.

Infolgedessen empfehlen Zahnmediziner diese Behandlungsmethode vor allem für die Korrektur leichter bis mittelschwerer Fehlstellungen. Schwerwiegende Zahnfehlstellungen sollten zumindest in einer ersten Behandlungsphase mit stärker invasiven Methoden korrigiert werden.

Je nach Entwicklung der Fehlstellung ist es möglich, in einer späteren Phase der Behandlung auf die sanftere Korrektur per Schiene umzusteigen.

So funktioniert die Zahnkorrektur mit Aligner

Für die Zahnkorrektur mit Aligner fertigt der Kieferorthopäde nach ausführlicher Beratung und Diagnostik zunächst ein Modell des Gebisses und anschließend eine Zahnschiene für das obere oder untere Gebiss an.

Die Zahnschiene sollte ungefähr zwei Wochen lang 20 bis 22 Stunden täglich getragen werden. Zu den Mahlzeiten und für die Zahnreinigung muss die Schiene abgelegt werden.

Nach Ablauf von ungefähr zwei Wochen erfolgt eine Kontrolle beim behandelnden Kieferorthopäden und im Anschluss daran wird eine neue Schiene angepasst, die die bereits erreichten Korrekturergebnisse berücksichtigt.

Ist das gewünschte Ergebnis erreicht, wird in der Regel eine abschließende Retentionsschiene angefertigt. Sie ist härter als die vorherigen Modelle und soll über einen längeren Zeitraum möglichst täglich, am besten nachts, getragen werden. Die Retentionsschiene sorgt dafür, dass die erreichte Zahnkorrektur langfristig erhalten bleibt und die Zähne nach der Behandlung nicht wieder in ihre ursprüngliche Position zurückrutschen.

Im Durchschnitt umfasst die Behandlung einer leichten bis mittelschweren Zahnfehlstellung mit Aligner einen Zeitraum von neun bis zwölf Monaten. Während der Behandlung werden je nach individueller Entwicklung der Fehlstellung ungefähr zehn bis zwölf Schienen angepasst.

Sehr leichte kosmetische Korrekturen können häufig bereist mit drei bis fünf Zahnschienen und einer Behandlungsdauer von drei bis sechs Monaten erreicht werden.

Da Aligner nur geringen Druck auf das Gebiss und den Kiefer ausüben, ist die Behandlung weitgehend schmerzfrei. In den ersten Tagen mit einer neu angepassten Schiene können Patienten den Druck auf Gebiss und Kiefer stärker empfinden, bis erste Korrekturergebnisse eintreten.

Vor- und Nachteile der Aligner

Eine Zahnkorrektor mit Aligner bringt für Patienten viele Vorteile mit sich. An erster Stelle steht meist der Wunsch nach einer Behandlungsmethode, die die Optik im Alltag nicht einschränkt. Da der transparente Kunststoff der Zahnschienen nahezu unsichtbar ist und passgenau angefertigt ist, sind die Korrekturhilfen äußerst unauffällig.

Durch den sanften Druck, der auf Gebiss und Kiefer ausgeübt wird, gilt die Behandlung mit einer transparenten Zahnschiene als besonders schmerzarm. Durch den passgenauen Sitz der Schiene wird außerdem die Bewegungsfreiheit im Kiefer kaum beeinträchtigt, sodass es zum Beispiel ohne große Einschränkungen möglich ist, mit der Schiene zu sprechen.

Ein Aligner als Hilfsmittel für die Zahnkorrektur ist außerdem hygienischer als klassische Zahnspangen. Vor allem bei festen Zahnspangen ist eine besonders gründliche Reinigung erforderlich, damit sich keine Bakterien daran ablagern.

Die Zahnschiene kann problemlos zu den Mahlzeiten und für die Zahnreinigung herausgenommen werden. So gibt es keine Einschränkungen bei der Auswahl der Lebensmittel und die Zähne und Schiene können wie gewohnt gereinigt und gepflegt werden.

Zahnmediziner empfehlen eine Zahnreinigung nach jeder Mahlzeit, damit sich durch Ablagerungen auf den Zähnen unter der Schiene kein Mikroklima entwickelt, das die Zahngesundheit angreifen kann. Auch der Aligner lässt sich komfortabel reinigen. Die Schiene wird regelmäßig mit kaltem Wasser und Zahnpasta oder einer milden Seife gereinigt.

Um auch einzelne Vertiefungen gut zu erreichen, kann eine separate Handzahnbürste verwendet werden. Durch den regelmäßigen Wechsel der Schiene nach etwa zwei Wochen sind langfristige Verunreinigungen ausgeschlossen.

Als Nachteil der Zahnkorrektur mit Aligner ist anzuführen, dass die Behandlung nicht für besonders komplexe oder schwerwiegende Zahnfehlstellungen geeignet ist. Hier wird der Kieferorthopäde zu alternativen Behandlungsmethoden raten.

Außerdem ist eine sorgfältige Mundhygiene erforderlich, damit durch das lange Tragen der Schiene kein gesundheitsschädliches Klima entsteht, das Karies fördert. Sowohl die Zähne als auch der Aligner müssen regelmäßig gründlich gereinigt werden, um Zahnschädigungen vorzubeugen. Der Genuss zuckerhaltiger Getränke wird mit der Zahnschiene ausdrücklich nicht empfohlen.

Was kostet eine Zahnkorrektur mit Aligner?

Wie teuer eine Zahnkorrektur mit Aligner ist, hängt von der jeweiligen Zahnfehlstellung und der Dauer und dem Umfang der Behandlung ab.

Ist eine längerfristige Verwendung der Aligner erforderlich, kann die Behandlung teurer werden als eine klassische Zahnspange, da eine Vielzahl neuer Zahnschienen hohe Kosten verursachen kann.

Können geringe Zahnfehlstellungen in einem kurzen Zeitraum und mit wenigen Wechseln korrigiert werden, sind die Gesamtkosten unter Umständen geringer als bei einer klassischen kieferorthopädischen Behandlung.

Eine durchschnittliche Aligner-Behandlung kostet ca. 2.000 Euro [Stand: 02/2022]. Eine Übernahme durch die Krankenkasse ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres können den Aligner möglicherweise im Rahmen der Leistung Gratis-Zahnspange der sozialen Krankenversicherung erhalten.

Für Erwachsene ist je nach Leistungen der Krankenkasse eine Bezuschussung möglich. Hierfür muss die Behandlung allerdings medizinisch erforderlich sein. Eine rein kosmetische Zahnkorrektur wird in der Regel von den Krankenkassen nicht bezuschusst.

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Quellen:

¹ Therapie mittels Zahnschiene zur Korrektur von Fehlstellungen
² Österreichische Gesundheitskasse: Gratis-Zahnspange – Fragen & Antworten

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com (bzw. Adobe Stock)

Linktipps

– Zahnspangen für Erwachsene
– Ästhetische Zahnkorrekturen
– Zahnspangen richtig pflegen
– Behandlung beim Zahnarzt

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