Zahnimplantate vom spezialisierten Facharzt

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (5 Bewertungen, Durchschnitt: 4,40 Sterne von 5)

Zahnimplantate vom spezialisierten Facharzt

Manche haben noch mit 70 ein gesundes, kräftiges Gebiss, manche leiden schon in jungen Jahren unter brüchigen und kariösen Zähnen. Nicht immer ist (nur) mangelnde Zahnhygiene schuld, manche Menschen haben einfach von Haus aus schlechte Zähne. Wenn der Zahnarzt mit seinem Latein am Ende ist und konservative Lösungen wie Füllungen, Kronen oder herkömmliche Brücken nicht mehr ausreichen um das Gebiss schön und vor allem einsatzfähig zu halten, sind Zahnimplantate vom spezialisierten Facharzt eine gute Lösung.

Zahnimplantate vom spezialisierten Facharzt – Artikelübersicht:

Schöne, strahlende Zähne sind nicht nur aus optischen Gründen erstrebenswert, sondern auch ein Indikator für Gesundheit. Doch nicht jeder ist mit gutem Zahnmaterial gesegnet. Zuwenig Zahnhygiene, schlampiges Putzen, nur sporadische Besuche beim Zahnarzt, extremer Karies oder starke Parodontose können ebenso wie Unfälle dazu führen, das einzelne Zähne unwiederbringlich zerstört werden.

Wie funktionieren Zahnimplantate

Wenn Plomben, Brücken und Kronen nicht mehr halten und man sich für ein Zahnimplantat entscheidet, muss zunächst der ursprüngliche Zahn mitsamt Wurzel entfernt werden. Im Prinzip wird bei einem Zahnimplantat eine künstliche Zahnwurzel im Kieferknochen eingesetzt, die im Laufe der Einheilungsphase stabil und dauerhaft mit dem umliegenden Knochengewebe verwächst.

Diese Zahnmplantate werden in der Regel in örtlicher Betäubung ambulant, manchmal in Kombination mit Dämmerschlaf, aber auf Wunsch auch in Vollnarkose eingesetzt. Zunächst werden im Vorfeld möglichst mit einem Dental-Volumentomograph 3D-Aufnahmen erstellt, um Wurzel- und Nervenverlauf genau zu orten. Anhand der dreidimensionalen Bilder kann der behandelnde Arzt die exakte Positionierung der Implantate planen.

Zahnimplantat wird eingesetzt

Zahnimplantat wird eingesetzt. Fotocredit: Image by iso_mex from Pixabay

Beim Eingriff selbst erfolgt dann lediglich ein kleiner Schnitt ins Zahnfleisch um den Zugang zum Kieferknochen zu ermöglichen, bevor eine kleine passgenaue Öffnung in den Kiefer gebohrt wird, um die Titan- oder Keramikschraube einzusetzen. Dann wird die Öffnung im Zahnfleisch über der Schraube mit einigen wenigen Stichen genäht.

Nun beginnt die Einheilungsphase. Bis das Implantat fest mit dem Kieferknochen verwachsen ist kann es einige Wochen bzw. Monate dauern. Für diese Zeit (drei bis sechs Monate im Oberkiefer und zwei bis vier vier Monate im Unterkiefer) wird üblicherweise ein provisorischer Zahnersatz aufgesetzt.

Ist die Einheilung des Zahnimplantats abgeschlossen, bereitet der Arzt das Zahnfleisch auf den endgültigen Zahnersatz vor, damit es diesen dann wie einen echten Zahn umschließt. Das Zahnfleisch wird erneut minimal invasiv – also mit einem kleinen Schnitt – geöffnet damit mit einer winzigen Schraube ein kleiner Pfosten am Zahnimplantat fixiert wird . Anhand des Abdrucks, den der Arzt dann vornimmt, stellt der Zahntechniker in einem nächsten Schritt den finalen Zahnersatz her, der nach Fertigstellung – rund zwei Wochen – fest auf dem Implantat verankert wird.

Video: Ablauf & Risiken von Zahnimplantaten

Keramik oder Titan?

Der Großteil der heute eingesetzten Zahnimplantate besteht aus Rein-Titan oder Zirkoniumoxid, umgangssprachlich Keramik genannt. Beide Materialien haben Vor- und Nachteile, die sie mit dem Zahnarzt oder Kiefergesichtschirurgen Ihres Vertrauens besprechen sollten.

Ansicht Zahnimplantate

Ansicht Zahnimplantate; Fotocredit: Image by Mudassar Iqbal from Pixabay.com

Zahnimplantate aus Rein-Titan (achten Sie unbedingt auf Reintitan – Titanlegierungen können Unverträglichkeiten auslösen!) haben eine hervorragende Biokompatibilität und sind deshalb gut verträglich. Zudem sind sie sehr hart und bruchfest, gleichzeitig aber sehr leicht. Titan ist allerdings ein Metall, was bei Allergikern oder Rheumatikern von Nachteil ist.

Keramikimplantate sind ebenfalls gut verträglich aber nicht ganz so widerstandsfähig wie Titan und könnten, wenn Sie z.B. auf eine Nussschale oder einen Olivenkern beißen, sogar brechen. Andererseits weist Zahnersatz aus Keramik sehr ähnliche Eigenschaften wie der natürliche Zahnschmelz auf.

Keramikimplantate verfärben zudem nicht, was vor allem dann relevant ist, wenn das Implantat an Stellen eingesetzt wird, die nur von sehr dünnem Zahnfleisch bedeckt sind.

Auch bei der Einheilungsphase gibt es kleine Unterschiede zwischen Keramik und Titan. Titan-Implantate heilen im Vergleich schneller ein, da das Material durch seine leicht höhere Biokompatibilität im Kieferknochen eine noch unmittelbarere Verbindung mit dem Knochen eingeht (Osseointegration).

Mini-Implantate und individuelle Lösungen

Mini-Implantate dienen dazu, Vollprothesen Halt zu geben. Manchmal reichen zwei Implantate, meist sind jedoch vier im Unterkiefer und sechs im Oberkiefer nötig. Mini-Implantate sind kürzer als “normale” Zahnimplantate, und sofort nach dem Einsetzen belastbar, was für spezielle Patientengruppen von Vorteil sein kann .

Sowohl Personen, die an Hömophilie leiden als auch solche, die blutverdünnende Mittel einnehmen müssen erhalten häufig Mini-Implantate, aber auch für Patienten mit geringer Knochensubstanz eignet sich dieses Verfahren unter Umständen besser als eine herkömmliches Zahnimplantat.

Individuelle Lösungen

Seit einiger Zeit werden auch individuelle Implantatlösungen angeboten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Anstatt eines standardisierten Implantats wird ein „ Maßanzug“ gefertigt. Dieser passt sich individuell an anatomische Gegebenheiten an und Entzündungsprozesse können so noch nachhaltiger vermieden werden.

Nachteile: Wie jede Massanfertigung hat auch der „Implantat-Massanzug“ seinen Preis, und man muss mit zusätzlichen 1000 EUR pro Zahn rechnen. Zudem gibt es bei der Herstellung Wartezeiten von bis zu vier Wochen.

Risiken

Wie bei jedem operativem Eingriff gibt es auch beim Einsetzen von Zahnimplantaten gewisse Risiken. Dazu zählen zunächst die Risiken, die im Zuge der Operation, sogenannte intraoperative Komplikationen, auftreten können, wie z.B.:

  • Blutungen
  • Nervenschädigungen
  • Generelle Risiken der Vollnarkose
  • Verletzungen

Weiters gibt es postoperative Risiken, die nach dem Eingriff schlagend werden können, wie u.a.:

  • Nachblutungen
  • Nicht-Einwachsen des Implantats bzw. dessen Abstoßung
  • Wundheilungsstörungen

Periimplantitis

Von einer Periimplantitis spricht man, wenn sich das Gewebe rund um das Implantat entzündet – im schlimmsten Fall bis zum Kieferknochen. Ein frühes Stadium der Entzündung heißt Mukositis oder auch periimplantäre Mukositis. Diese Form der Entzündung ist recht häufig durch mechanischen Reiz mitverursacht und kann rasch wieder abklingen. Wenn sich die Entzündung allerdings ausbreitet spricht man von Periimplantitis. Diese ist nicht nur sehr schmerzhaft, sie kann, wenn sie nicht behandelt wird, sogar zum Verlust des Zahnimplantates führen.

Da die Symptome oft erst spät bemerkt werden, sind regelmäßige Nachsorgekontrollbesuche beim Zahnarzt unerlässlich.

Wie erkenne ich eine erfahrenen Implantologen?

Wichtig ist, dass Sie sich an einen Arzt mit der Facharztausbildung zum Zahnarzt oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen (MKG-Chirurg) mit ausreichend praktischer Erfahrung wenden. Ab 150 implantologischen Eingriffen pro Jahr kann man davon ausgehen, dass ein Mediziner ausreichend routiniert für den Eingriff ist und auch mit etwaigen Komplikationen gut umgehen kann.

Kosten

Zahnimplantate sind nicht billig und in wenigen Fällen übernimmt die Krankenkasse (teilweise) die Kosten. Als grobe Orientierung wollen wir folgende Zahlen nennen: Ein Einzelzahnimplantat im vorderen Bereich kann 2.000 EUR bis 3.500 EUR kosten; im Seitenzahnbereich müssen Sie mit Kosten zwischen 1.900 EUR und 3.000 EUR rechnen.

Diese Zahlen sind aber lediglich Richtwerte – natürlich können individuell bedingt auch andere Kosten schlagend werden. Lassen Sie sich aber bei einem höheren Kostenvoranschlag in jedem Fall erklären, warum dieser zustande kommt.

Auf der anderen Seite sollte man sich bewusst machen, dass ein erfolgreicher Eingriff oft ein Leben lang hält, es sich also bei Zahnimplantaten um einmalig anfallende Kosten handelt. Nach erfolgreichen Einwachsen des Zahnimplantats und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt, sind bei ca. 90% aller Fälle auch noch nach 10 Jahren die Zahnimplantate einwandfrei. Im Optimalfall, also wenn sich der Patient um regelmäßige Mundhygiene kümmert, gutes Knochengewebe hat und auch sonst keine chronischen Erkrankungen hat, können Zahnimplantate ein Leben lang halten.

——————-

Quellen:

¹ Infomedizin – Behandlungsgrundlagen Zahnimplantate
² Zahnimplantate und implantatgetragener Zahnersatz

Fotohinweis: Fotocredit oben by Rafael Juárez from Pixabay.com

Linktipps

– Professionelle Zahnreinigung
– Zannrestauration – Plombe, Krone? Brücke?
– Tipps für die richtige Zahnpflege
– Schmerzempfindliche Zähne (Dentinhypersensibilität)

Das könnte Sie auch interessieren...