Ginseng – die Wunderwurzel !?

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Ginseng - Heilpflanze

Ginseng gilt als eines der ältesten Natur-Arzneimittel der Menschheit. Schon bevor chemische Untersuchungen seine Wirkung nachgewiesen haben, wurde seine Heilkraft bereits hoch gepriesen.


Aus Asien kommend, ist die Wurzel schon seit langem auch in Europa zu finden und gilt als gesundheitsförderndes Universalheilmittel und Aphrodisiakum.

Die Wurzel gilt als bewährtes Tonikum, welches das Immunsystem stärkt, den Stoffwechsel anregt und den Körper allgemein widerstandsfähiger gegen Stress und andere schädliche Einflüsse macht. Ginseng hilft dabei nachweislich Müdigkeit zu bekämpfen, wirkt Erschöpfungszuständen entgegen und hilft einer Erkältung vorzubeugen.

Bei starker körperlicher und seelischer Belastung, zu hohem Blutdruck, Depressionen in den Wechseljahren und bei Konzentrationsschwächen, wird Ginseng gerne als natürliches Mittel zur Verbesserung der Lebensqualität eingenommen.

Die Wurzel fördert den Aufbau von Körpereiweiß, reguliert den Blutfettspiegel, hat aber auch günstigen Einfluss auf Altersdiabetes und kann bei chronischen Atemwegserkrankungen eingesetzt werden. Neben diesen vielen positiven Effekten, soll Ginseng aber auch noch eine aphrodisierende Wirkung haben und die Lust an der sexuellen Aktivität, auch in den Wechseljahren wecken. Was es damit auf sich hat, versuchen wir weiter unten zu klären.

Heute wird Ginseng jedenfalls in vielen Variationen angeboten. Man findet die Wurzel pur, als Tee, in Form von Tabletten und in Pulverform, aber auch als Lutschbonbon für zwischendurch, sorgt die Heilwurzel für einen raschen Energiestoß.

Die Ginseng-Pflanze (Panax ginseng)

Ginseng Pflanzenteile

Der medizinisch verwendete Pflanzenteil ist die Wurzel. Foto: via Wikicommons, Fotos public domain; Montage: Herz As Media

Ginseng-Pflanzen (Asiatischer Ginseng, Koreanischer Ginseng, auch Kraftwurz, Gilgen oder Samwurzel) werden etwa 50 cm hoch, der Stengel trägt drei bis fünf Verzweigungen, die jeweils drei bis fünf Blätter besitzen, die wie Kastanienblätter angeordnet sind. Die grünlich-gelben Blüten bilden Dolden, die sich zu erbsengrossen roten Beeren entwickeln, die jeweils zwei Samen enthalten.

Der Wurzelstock der Ginsengpflanze ist von rübenartiger Form, der an der Spitze spindelförmig zusammenläuft und meist handförmig geteilt ist. Optisch erinnert die Wurzel etwas an eine menschliche Gestalt, deshalb wird die Wurzel in Asien auch als Menschenwurzel bezeichnet. In Asien richtet sich der Preis dann auch weniger an der Konzentration der Inhaltsstoffe, denn der Form. Je größer die Wurzel und je ähnlicher einer Menschengestalt, desto teurer.

Koreanischen Ginseng wird hauptsächlich eine starke Wirkung auf die geistig-seelische Konstitution nachgesagt. Bei Konzentrations- und Gedächtnisproblemen oder auch bei Neigung zu depressiven Stimmungslagen, bringt diese Substanz rasch Hilfe. Sie steigert die geistige Regsamkeit, wirkt gegen mentale Abnützungserscheinungen und fördert die Gedächtnisleistung.

In Zeiten starker geistiger Belastung, z.B. bei starker beruflicher Beanspruchung, oder zur Vorbereitung auf eine schwere Prüfung, ist Ginseng sicher die richtige Wahl.

Sibirischer Ginseng hebt die Schwelle der physischen Stressbelastbarkeit nachhaltig an. Er unterstützt den Organismus bei der Erhaltung eines gesunden Immunsystems und Energieumsatzes auch während anhaltender Stresssituationen. Sibirischer Ginseng wird deshalb bevorzugt von Leistungssportlern oder Menschen mit starkem körperlichem Leistungsdruck eingenommen. Auch während einer körperlichen Leistung macht sibirischer Ginseng relativ rasch neue Kraftreserven frei.

Inhaltsstoffe

Medizinischer Ginseng wird in der pharmazeutischen Fachsprache Ginseng radix genannt. Zu den wichtigsten Inhaltstoffen der Ginsengwurzel gehören sogenannte Saponine, auch als Ginsenoside bezeichnet. Aktuell sind derzeit 25 verschiedene Ginsenosid-Verbindungen bekannt. Nach dem Europäische Arzneibuch (PhEur) muss in medizinischem Ginseng zumindestens 1,5 Prozent des Wirkstoffes enthalten sein. Weitere Inhaltsstoffe der Ginsengwurzel sind ätherische Öle, Phytosterole, Peptidoglykane und diverse Zuckerverbindungen.

Pharmazeutisch werden die Wurzeln von mindestens vier bis sieben Jahre alten Pflanzen verwendet. Ab 6 Jahren wird das optimale Verhältnis vonn Größe und Wirkstoff erreicht.

Sowohl die Wurzeln von rotem als auch weißem Ginseng werden verwendet, wobei letzterer eine weit höhere Konzentration an Saponinen aufweist als der rote Ginseng.

Wichtig: es handelt sich dabei nicht um zwei verschiedene Arten, sondern um unterschiedliche Verarbeitungsweisen. Während weiße Ginsengwurzeln direkt getrocknet werden und dabei ihre natürliche Farbe behalten, erhalten rote Ginsengwurzeln durch die Behandlung mit Wasserdampf und die anschließende Trocknung die rote Farbe. In Europa kommt vor allem die weiße Variante (koreanischer Ginseng) für medizinische Anwendungen zum Einsatz.

Der Ginseng- Effekt

Auf der wissenschaftlichen Entdeckungsreise nach dem “Ginseng- Effekt” wurde bald klar, dass nicht nur ein Wirkstoff eine solch vielschichtige Wirkung haben kann und fand bald eine Masse an biologischen Stoffen aus der sich die aktiven Saponine (pflanzlicher Traubenzucker) namens Ginsenoside als Hauptträger herausstellten.

Nicht die Menge der Wirkstoffe, sondern das Verteilungsverhältnis innerhalb der Wurzel macht es aus, dass sich diese spezielle Wirkung in unserem Körper entfalten kann.
Ginseng zählt zu den Efeugewächsen und enthält unter anderem Vitamin A- Komplexe, die Vitamine B1 und B2, ätherische Öle, Alkaloide (Aminosäureähnliche Verbindung), Glykoside (Traubenzuckerverbindungen) und östrogene (weibliches Keimdrüsenhormon) Substanzen. Diese Heilpflanze besitzt einen sehr hohen Anteil an Selen und Germanium, welche eine entgiftende Wirkung auf den Körper haben.

Ginseng in der Medizin

Die Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wäre ohne Ginseng nicht denkbar, aber auch in der Schulmedizin findet er Verwendung. Der europäische Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) hat die Ginsengwurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. Als Entscheidungsgrundlage wird von der HMPC die langjähriger Anwendungserfahrung des Wirkstoffes bei Symptomen von Erschöpfung und Schwächegefühl angeführt.

Ginseng wird vor allem als Stärkungsmittel (Tonikum) für die Verbesserung der körpereigenen Abwehr gegen Stress und Krankheit verwendet. Außerdem kommt er als Geriatrikum zur Steigerung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit bei älteren Menschen zum Einsatz. Die Wirksamkeit in diesen Bereichen ist durch mehrere Studien belegt und durch die Aufnahme im Deutschen Arzneibuch und im Europäischen Arzneibuch bestätigt.

Nebenwirkungen sind relativ selten, bei zu hoher Dosierung und langer Anwendung werden Schlaflosigkeit, Nervosität, erhöhter Blutdruck und Durchfall genannt.

Im asiatischen Raum erfreut sich die Ginsengwurzel vor allem wegen ihrer Wirkung als natürliches Potenzmittel großer Beliebtheit bei Männern.

Ginseng als Aphrodisiakum

Ginseng regt direkt die hormonelle Regulierung an und wird deshalb auch gerne als libido- und potenzsteigerndes Mittel eingesetzt. Die Wurzel wirkt sich günstig auf die Durchblutung aus, welche auch eine Ursache von Funktionsstörungen bei Männern sein kann.

Bei vielen sexuellen Problemen konnten diese, bei Einnehmen von Ginseng gelöst werden. Verstärkt wird diese Wirkung, wenn man Ginseng mit Ginko mischt. Bei 3 Tassen Giseng- Ginko Tee am Tag über einen Zeitraum von einem Monat, stellen sich angeblich die gewünschten Ergebnisse ein. einen wissenschaftlichen Beleg für diese Wirkung gibt es allerdings nach wie vor nicht.

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Quellen:

¹ Structural characterization and antioxidant activity of oligosaccharides from Panax ginseng (C. A. Meyer. Zhao B, Wang X, Liu H, Lv C, Lu J. in Int J Biol Macromol. 2020 Feb [Epub ahead of print]) PMID: 32027898
² Traditional plant aphrodisiacs and male sexual dysfunction (Phytother Res. 2014 Jun;28(6):831-5. Review) PMID: 25032254

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Fotohinweis: Bild von whaltns17 auf Pixabay.com

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