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Den Ursachen der Winterdepression auf der Spur

Den Ursachen der Winterdepression auf der Spur

Winterdepression

Kurze trübe Tage, lange Nächte und nasskaltes Wetter: Viele Menschen fühlen sich im Herbst schlapp, haben keinen Schwung. Düstere Gedanken und gedrückte Laune machen sich breit – und vergehen häufig wieder ganz von selbst. Doch bei manchen Menschen halten sich solche Stimmungstiefs: Sie leiden an einer speziellen Form der Depression, der Winterdepression.



In der Fachsprache heißt das Phänomen saisonal abhängige Depression (SAD), eben weil es jahreszeitlich bedingt ist. Die genauen Ursachen der Winterdepression sind unklar, doch Wissenschaftler vermuten, dass der Mangel an Tageslicht und Bewegung in den Herbst- und Wintermonaten eine große Rolle spielt. Schon seit längerem gibt es Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen, dass Melatonin, ein Hormon der Zirbeldrüse im Zwischenhirn, die lästige „Winterdepression“ (in skandinavischen Ländern der Klimazone entsprechend bereits als „Herbstdepression“ berüchtigt) auslöst.

Die junge isländische Wissenschafter Ragnhildur Karadottir bestätigt dies nun durch ihre Forschungsergebnisse. Sie hat herausgefunden, dass das Melatonin bei Depressiven 2,4 mal so stark ausgeschüttet werde wie bei Menschen mit normaler Stimmungslage. Sie hat Menschen mit und ohne Depressionen verglichen und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Winterdepression keine psychischen, sondern biologische Ursachen habe. Die Forscherin sah aber keinen Zusammenhang zwischen Winterdepressionen und Selbstmorden, deren Rate entgegen der weitläufigen Meinung nicht im Winter, sondern im Frühjahr am höchsten ist.

Auf der Insel nördlich des 60. Breitengrads leidet jeder Zehnte in den lichtarmen Monaten November bis März an der Verstimmung, die sich in Desinteresse und Apathie äußert.

Mögliche Therapieformen

Hoffnungslosigkeit und Desinteresse – diese gefährliche Gefühlslage bewirkt, dass sich Winterdepressive – wenn überhaupt – erst sehr spät an einen Arzt wenden. Dabei ist professionelle Hilfe wichtig, um die schwere Krankheit zu behandeln. Mittlerweile betonen Ärzte unisono, dass es bei Winterdepressionen „sehr gute Behandlungsmöglichkeiten“ gibt. Dabei könne sowohl die akute Erkrankung bekämpft, als auch ihr Wiederauftreten im nächsten Winter verhindert werden.

Verschiedene Therapien sind möglich: So wurden bei vielen Patienten mit der Lichttherapie gute Resultate erzielt. Andere dagegen brauchen Medikamente, um die Krankheit zu behandeln. Diese Antidepressiva machen nicht süchtig und verändern auch nicht die Persönlichkeit, stellt Hegerl klar. Zudem ließen sie sich sehr gezielt dosieren. Bei leichten Depressionen könne auch die Einnahme des natürlichen Stimmungsaufhellers Johanniskraut helfen.

Linktipps:

– Warum Lichttherapien funktionieren – www.wissenschaft.de
– Lichttherapie hebt die Stimmung bei prämenstruellen Beschwerden
– Gut durch den Winter: Tipps, wie Sie die kalte Jahreszeit überstehen
– Leitlinie depressive Erkrankungen
– Das richtige Licht für unsere Gesundheit

Kave Atefie





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