Schlafapnoe – häufig unentdeckte Volkskrankheit

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Schlafapnoe – häufig unentdeckte Volkskrankheit

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Lautes, unregelmäßiges Schnarchen und mehr oder weniger lange Atemaussetzer im Schlaf sind die charakteristischen Merkmale des Schlafapnoe-Syndroms, einer schlafbezogene Atmungsstörung.

Es handelt sich dabei um eine weit verbreitete Erkrankung, die zumeist mehrere Ursachen gleichzeitig hat. Sie sollte auch nicht unterschätzt werden, denn die unkontrollierten Atemaussetzer führen zu einer verringerten Sauerstoffversorgung des Gehirns und stellen eine Belastung des Herz-Kreislaufsystems dar.

Schlafapnoe – Artikelübersicht:

Schnarchen ist ein lästiges Phänomen, das vor allem für jene sehr störend ist, die neben demjenigen liegen, von dem es ausgeht. Häufig wird es aber als kleine Macke des Partners angesehen, mit dem man ihn oder sie ab und zu einmal aufzieht oder neckt. Dass sich dahinter aber weit mehr verstecken kann und das Schnarchen als Symptom durchaus ernst genommen werden sollte, erkennen leider bisher nur wenige.

Wird dies allerdings getan und erfolgt eine ärztliche Diagnose, lautet diese häufig Schlafapnoe. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die mitunter sehr große Risiken und in jedem Fall eine Einschränkung der Lebensqualität mit sich bringen kann. Umso früher sie erkannt wird, umso einfacher ist es, Erleichterung zu schaffen und eine Behandlung zu ergreifen.

Grund genug sich genauer mit Ursache, Diagnostik und Behandlung von Schlafapnoe zu beschäftigen.

Was ist Schlafapnoe?

Eine bedeutende Anzahl an Menschen leidet unter dem Schlafapnoe-Syndrom. Statistiken gehen davon aus, dass bis zu 15 % der Menschen in unterschiedlicher Intensität davon betroffen sind.

Unterschieden werden im wesentlichen zwei Arten: obstruktive und zentrale Apnoen. Das Wort Apnoe stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet soviel wie “Nicht-Atmung” bzw. Atemstillstand und bezeichnet das vollständige Aussetzen (Sistieren) oder das willentliche Anhalten der Atmung (wie etwa beim Apnoetauchen). Ausgedsprochen wird das Wort übrigens dreisilbig: „A-pno-e“

Die mit Abstand häufigste Form ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), das bei über 10% der Bevölkerung in unterschiedlichem Schweregrad auftritt.

Übergewicht, Alkoholkonsum, aber auch zu wenig Bewegung und Rauchen können Ursachen dieser Erkrankung sein. Aber auch angeborene Fehlstellungen oder eine Erschlaffung der Muskulatur im Rachen, die mit dem Alter zunimmt.

Die zweite Form, nämlich das zentrale Schlafapnoe-Syndrom (ZSAS) ist wesentlich seltener und auf Schäden im zentralen Nervensystem (ZNS) – genauer des vegetative Nervensystems, das all unsere Organe und Organsysteme, die wir willentlich nicht beeinflussen können, steuert und reguliert – zurückzuführen. Doch dies nur der Vollständigkeit halber.

Obstruktion der oberen Atemwege

Obstruktion der oberen Atemwege | Foto: publicc domain

Bei der obstruktiven Schlafapnoe kommt es jedenfalls nachts zu einer Verengung der Atemwege, wodurch der Körper mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Auf die Atemaussetzer, die bis zu einer Minute dauern können, folgt häufig ein Schnappen nach Luft. Bei den Menschen, die sich der Erkrankung bewusst sind, ist die Ursache meist klar ausgemacht.

Doch wie viele leiden unentdeckt darunter? Die Symptome werden leider viel zu häufig nicht ernst genommen.

Welche Symptome treten bei Schlafapnoe auf?

Schlafapnoe bleibt oft unentdeckt, weil die Symptome vielfach falsch gedeutet werden.

Die Betroffenen leiden vor allem unter Tagesmüdigkeit. Sie fühlen sich nicht richtig ausgeschlafen und können sich daher auch nicht richtig konzentrieren und nicht ihre volle Leistung, etwa im Beruf, bringen.

Nachts tritt vor allem das Schnarchen auf und auch die Atemaussetzer, was die Betroffenen selbst aber in der Schlafphase nur selten wirklich mitbekommen.

Auch regelmäßige Kopfschmerzen am Morgen können ein klares Zeichen dafür sein, dass Schlafapnoe vorherrscht. Ob die Erkrankung tatsächlich vorhanden ist, lässt sich in der Regel bei einer ärztlichen Untersuchung gut feststellen. Je nachdem, welche Ursache vorliegt, lassen sich auch verschiedene Therapiemöglichkeiten wählen.

Diagnostik und Behandlung von Schlafapnoe

Bei der Diagnose des Schlafapnoesyndroms besteht ein wichtiges Element darin, die Intensität und Ursache festzustellen. Denn nach diesen richtet sich auch die jeweilige Behandlungsmethode, die vorgenommen wird. Dazu zählen:

Atemtherapiegerät: Dabei handelt es sich um ein kleines Röhrchen mit spezieller Funktion. Betroffene nehmen dieses einfach im Alltag in den Mund und können damit ihre Atmung trainieren. Dank diesem Gerät gelingt es, die Atmung zu verstärken und die Atemmuskulatur zu verbessern.

CPAP-Gerät: Dieses Gerät (siehe Artikelbild oben) wird in Kombination mit einer Maske eingesetzt, die Mund und Nase bedeckt. Es erzeugt einen leichten Überdruck, durch den die Atemwege auch nachts immer freigehalten werden und somit kein Risiko von Atemaussetzern droht.

Zungenschrittmacher: Dieses kleine Gerät bedarf einer Operation, denn es wird im Körper implantiert. Dank geringer Impulse sorgt es dafür, dass die Zunge nicht zurückfällt und somit den Atemweg blockiert.

Ursachen und Risiken von Schlafapnoe

Wird Schlafapnoe festgestellt, sollte sie in jedem Fall ernst genommen werden. Denn im schlimmsten Fall kann sie sogar lebensgefährlich werden.

Vielfach leiden Betroffene aber auch jahrelang unter Depressionen oder Bluthochdruck. Auch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle sowie für Herzrhythmusstörungen erhöht sich. Insbesondere Menschen, die Nikotin oder Alkohol regelmäßig konsumieren, übergewichtig sind oder an Diabetes erkrankt sind, gelten als gefährdet.

Zudem können vergrößerte Mandeln oder ein zu kurzer Unterkiefer dafür sorgen, dass die nächtlichen Atemaussetzer stattfinden. Dank geeigneter Therapiemethoden lassen sich die gefährlichen Folgen der Erkrankung aber vergleichsweise gut in den Griff bekommen.

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Quellen:

¹ Atemtherapiegeräte
² Obstruktive Schlafapnoe – Ursachen & Therapiemöglichkeiten (gesundheitsnews.at)
³ Obstruktive Schlafapnoe (Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen)

Linktipps

– Schlafapnoe und Narkolepsie
– Schlafstörungen | Krankheitslexikon
– Ich kann nicht schlafen – 10 einfache Schlafregeln
– Nase: Aufbau, Funktion & Erkrankungen
– Warum Schlaf so wichtig ist

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