Herzerkrankungen bei Frauen: Vorsorge lohnt sich

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Herzerkrankungen bei Frauen

Frauen haben Angst vor Brustkrebs, aber nur vier Prozent der Frauen sterben daran. An den Folgen von Herzerkrankungen hingegen sterben einundvierzig (!) Prozent der Frauen. Der Herzinfarkt ist keine Domäne der Männer mehr.

Herzerkrankungen waren bei Frauen auch früher nicht selten. Heute jedoch steigt die Zahl der Frauen, die an Herz-Kreislauferkrankungen leiden, drastisch an. Mittlerweile sterben zehnmal soviele Frauen an den Folgen von Herzerkrankungen als an Brustkrebs. Die Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind bei Frauen und bei Männern ähnlich. Dazu gehören hauptsächlich: Nikotinkonsum, zu hoher Blutdruck und Blutfettspiegel, Zuckererkrankungen, Bewegungsmangel und Fettsucht. Allein 50% der Infarkte sind durch Zigarettenkonsum bedingt.

Da der Herzinfarkt aber allgemein als Männerkrankheit gesehen wird, achten die meisten Frauen nicht auf die Warnzeichen und die Symptome. Sie beugen auch nicht rechtzeitig vor. Darum sind es heute bereits MEHR Frauen als Männer, die an Herz-Kreislauferkrankungen sterben.

Wie kommt es zu einem Herzinfarkt ?

Ausgelöst wird ein Herzinfarkt durch einen plötzlichen Verschluß eines oder mehrerer Herzkranzgefäße. Dadurch stirbt der Teil des Herzens, der von diesem Blutgefäß versorgt wurde. Ein Herzinfarkt passiert zwar plötzlich, seine Vorgeschichte allerdings ist lang. Als Risikofaktor Nummer eins gilt das Rauchen. Gefolgt von übergewicht, hohem Blutdruck (Hypertonie), Diabetes mellitus, Fettstoffwechsel, Hormone und auch seelischen Faktoren.

Unterschiedliche Symptome: Bei Frauen sind die Symptome eines Herzinfarktes nicht immer so typisch wie bei Männern. Während Männer den Infarkt häufig als starken Brustschmerz verspüren, liegt bei Frauen die Lokalisation häufig im Schulter-, Nacken-, Hals-, und Oberbauchbereich. Häufig erkenntlich auch bei übelkeit, Erbrechen, hochgradiger Schwäche, Herzklopfen, Blässe, kaltem Schweiß und Atemnot.

Was tun?

Bei Auftreten der genannten Symptome und bei Bestehen von Risikofaktoren, aber auch bei positiver Familienanamnese (Herz-Kreislauferkrankung bereits bei Mutter oder Vater) sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Fahrradergometrie (Belastungs-EKG), 2D-Echo (Herzultraschall) und Gefäßultraschall können dem Herzinfarkt-Risiko vorbeugen.

Fachärtzliche Beratung, eventuell medikamentöse Einstellung und änderung des Lebensstils sollten in Zukunft die Sterblichkeit am Herzinfarkt reduzieren. Frauen sollten also nicht nur halbjährlich zum Gynäkologen und zweijährlich zur Mammographie gehen, sondern auch zum Internisten, wo sie sich, aufgrund seiner Empfehlung dann nach einem bestimmten Zeitraum wieder blicken lassen sollten.

Dr. Elisabeth Hackl, Internistin an der Privatklinik Villach

Quelle: Medizin24 – Ein Service der Humanomed Gruppe

Linktipps

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