Die neuesten Hanf-Trends: worauf begrifflich zu achten ist

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Die neuesten Hanf-Trends: worauf begrifflich zu achten ist

Für die Hanfpflanze und ihre Bestandteile gibt es zalreiche unterschiedliche Begriffe und nicht selten kommt es dabei zu Verwirrungen. Und das kann ein Problem sein, denn die Pflanze kann Droge, Nutzpflanze oder Arzneimittel sein.

Diese Begriffe hat jeder schon mal gehört: Hanf, Cannabis, Haschisch oder Marihuana. Teilweise werden diese Begriffe als Synonyme verwendet, teilweise werden durch sie andere Nuancen betont und teilweise bedeuten sie auch schlichtweg etwas anderes.

Die neuesten Hanf-Trends – Artikelübersicht:

Wir klären Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Begriffe, begeben uns auf einen Exkurs in die Geschichte von Hanf als Heil- sowie Nutzpflanze und stellen neue Trends bei Hanfprodukten vor.

Die Geschichte der Hanfpflanze

Hanf wird seit vielen Tausend Jahren in Europa und Asien angebaut. Die Hanfpflanze hat als Heilmittel in der Medizin eine wichtige Bedeutung. Berühmte europäische Heiler wie Hildegard von Bingen, Dioskurides, Galen und Paracelsus nahmen sie für verschiedene Beschwerden wie Atemwegserkrankungen, Schmerzen, Magendarmprobleme, Entzündungen, Panik und die Schwermut in ihr Repertoire auf.

Auch in großen außereuropäischen Kulturen wie in China, Indien, Assyrien, Persien, Arabien und im alten Ägypten hatte Hanf als Medizin einen festen Platz.

Als Nutzpflanze bietet Hanf ein vielfältiges Wirkspektrum. Hanf wurde als Papier verwendet und war die Basis für die Schifffahrt, da mit Hanf die Seile, Segeltücher und die Takelage hergestellt wurden. Zahlreiche Textilien wurden historisch auf Basis von Hanf hergestellt.

Heute wird Hanf als Rohstoff für Textilien in der Bekleidungsindustrie wiederentdeckt. Nachdem es lange Zeit durch den industriellen Anbau von Baumwolle verdrängt wurden, erlebt Hanf als alternativer Bekleidungsstoff zurzeit ein Revival.

Aus Hanf werden außerdem die Samen für Hanföl gewonnen, das nicht nur als Topping für Salate beliebt ist. Es zeichnet sich durch einen angenehm nussigen Geschmack, ein günstiges Verhältnis der Omega-Fettsäuren zueinander sowie zahlreiche Mineralien und Vitamine aus.

Alle neun essentiellen Aminosäuren sind im Hanfsamen enthalten, weswegen Hanfprodukte gern als Superfood vermarktet werden. Zudem lässt sich Hanf als naturfaserverstärkter Kunststoff für die Bauwirtschaft und als Dämmstoff verwenden. Vor allem die Automobilindustrie nutzt Hanf als Rohstoff für die Automobilherstellung und gelegentlich wird Hanf auch als Biodiesel verbrannt.

Hanf als Rauschmittel: Was ist was?

Cannabis ist strenggenommen nur der latinisierte Ausdruck für Hanf bzw. die Hanfpflanze. In der Praxis wird von Cannabis allerdings in der Regel gesprochen, wenn auf die stimulierende und halluzinogene Wirkung von Hanf Bezug genommen wird. Wichtig für den Anbau von Cannabis für den diesbezüglichen Zweck ist die Separierung der weiblichen Cannabispflanzen, weil nur sie den psychoaktiven Grundstoff THC enthalten.

THC-haltige Cannabisprodukte sind entweder Marihuana oder Haschisch. Bei Marihuana werden die getrockneten Blüten und Blätter geraucht (in einer speziellen Flasche, der Bong, oder als große Zigarette, einem Joint).

Marihuana enthält etwas weniger THC als Haschisch und alternative Bezeichnungen dafür sind Gras oder der englischsprachige „internationale“ Ausdruck Weed. Haschisch (Piece, Dope) hingegen ist das gepresste getrocknete Harz der weiblichen Cannabispflanze, das ebenfalls aus den Blüten und Blättern der Hanfpflanze gewonnen wird.

Die neuesten Hanf-Trends und worauf zu achten ist

Nach wie vor verbreitet ist der gemeinsame Konsum von Cannabis mit einer Bong oder Joints. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene schätzen diese Zusammenkünfte und schwelgen dabei in kreativen und grundlegenden Ideen. Ein neuer Trend stellen hingegen sogenannte Moonrocks (wörtlich: Mondgestein) dar.

Wer Moonrocks herstellen möchte, kombiniert die THC-haltigsten Komponenten der Hanfpflanze miteinander und erreicht durch eine gezielte Komposition Synergieeffekte. Der THC-Gehalt steigt dadurch von etwa 10 bis 25 % auf 50 bis 60 %.

Ein anderer Trend ist hingegen die Extrahierung von CBD, dem nach THC wichtigsten Cannabinoid der Hanfpflanze. Wie auch THC besitzt CBD vielfältige Heilmechanismen für Körper und Seele, aber ohne die psychotropen Effekte von THC. Deswegen ist CBD im Gegensatz zu THC in Österreich legal.

Beliebt sind hier die verschiedenen CBD-Öle, CBD-Kapseln sowie CBD-Zigaretten und Liquids. Die entzündungshemmende Eigenschaft von Hanf wird auch in der Kosmetikbranche genutzt. Hier dienen Salben und Pasten auf Basis von CBD als Anti-Ager. Wer hingegen aufgrund von Geschmack und Inhaltsstoffen mehr an Cannabis-haltigen Lebensmitteln interessiert ist, wird in speziellen Hanf-Shops fündig. Hier findet er zahlreiche Hanfprodukte vom Hanftee über die Hanfschokolade bis zum Hanfmehl.

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Quellen:

¹ Moonrocks herstellen
² Phytochemistry of Cannabis sativa L. (Prog Chem Org Nat Prod. 2017;103:1-36. doi: 10.1007/978-3-319-45541-9_1.) PMID: 28120229

Fotohinweis: Bild von Gio Bartlett on Unsplash.com

Linktipps

– Cannabis und Gesundheit
– Medizinisches Cannabis: Anbau & Pflege von Hanfpflanzen
– Wundermittel Hanf: vom Rausch- zum Arzneimittel
– CBD in Österreich – die rechtliche Lage beim Bezug von Cannabidiol
– Cannabidiol-Öl: Hanföl als Mittel gegen zahlreiche Krankheiten
– Kochen mit Hanf: die wertvollen Inhaltsstoffen der Hanfpflanze kulinarisch nutzen

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