Coronavirus-Varianten: Wie gut schützen Impfungen gegen Delta?

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Coronavirus-Varianten: Wie gut schützen Impfungen gegen Delta?

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Während erneut rasant steigende Infektionszahlen mit der Corona-Mutante Delta Gesundheitsexperten auf der ganzen Welt Kopfzerbrechen bereiten, erscheinen erste Studien über die Wirksamkeit der aktuell zugelassenen Impfstoffe.

Fazit: schwere Krankheitsverläufe können durch aktuelle Impfstoffe zu einem Großteil verhindert werden, Infektionen nur bedingt.

Coronavirus-Varianten – Artikelübersicht:

Seit Mai 2021 ersetzt in vielen Ländern die Delta-Variante (B 1.617.2) des neuen Coronavirus zunehmend die vorher dominante Alpha-Variante (B.1.1.7). Besorgniserregend daran ist der Umstand, dass die Delta-Variante noch ansteckender und leichter übertragbar als die ursprüngliche Variante Alpha ist. Doch wie ist es um die gefährlichkeit bestellt und wie ist der Impfschutz durch aktuelle Vakzine?

Bisher gibt es wenig wissenschaftliche Daten darüber, ob die Delta-Variante auch mehr Todesfälle hervorruft als andere Varianten. Doch allein der Umstand der höheren Ansteckungsgefahr und damit das erhöhte Potenzial die Pandemie erneut anzufachen, bereitet Experten großes Kopfzerbrechen.

Denn noch ist nicht ausreichend erforscht, wie und wie stark die bei uns zugelassenen Impfstoffe von BionTech/Pfizer, AstraZeneca, Moderna und Johnson & Johnson gegen die neuen Virusvarianten wirken. Derzeit scheint es, als würde die Zahl der Hospitalisierungen nicht steigen und das trotz stark steigender Infektionszahlen. Offenbar können schwere Krankheitsverläufe durch die aktuellen Impfstoffe zu einem Großteil verhindert werden.

Wie gefährlich sind die Corona-Mutanten?

Aktuell listet die WHO folgende Virusvarianten in der Kategorie der besorgniserregende Varianten (variants of concern, VOC):

Variante Alpha (B.1.1.7) ersetzt die britische Variante. Seit September 2020 bekannt.
Variante Beta (B.1.351) ersetzt die südafrikanische Mutante. Seit Mai 2020 bekannt.
Variante Gamma (P.1) ersetzt die brasilianische Variante. Seit November 2020 bekannt.
Variante Delta (B.1.617.2) ersetzt eine Linie der indischen Variante. Seit Oktober 2020 bekannt.

In Europa stehen die Varianten Alpha (B.1.1.7) und Delta (B.1.617.2) aufgrund ihrer verbreitung im Zentrum des Interesses der Forscher.

Forscher analysierten anhand von britischen Daten, welches Risiko infizierte Patienten für kritische Verläufe mit Intensivpflicht und Sterblichkeit bei Infektion mit der Alpha-Variante (B.1.1.7) im Vergleich zu dem ursprünglichen neuen Coronavirus (der sogenannten Wildvariante) hatten.

Patienten in anfänglich hausärztlicher Versorgung hatten ein etwa doppelt so hohes Risiko für Intensivpflicht und ein um 65 % höheres Risiko, zu sterben, wenn sie mit der Alpha-Variante infiziert waren.

Insgesamt zeigen die Daten ein durch die Alpha-Variante des neuen Coronavirus erhöhtes Risiko für Patienten auf, die vermutlich anfänglich milde oder moderate Verläufe zu haben scheinen und daher nicht direkt intensivpflichtig werden. Patienten, die direkt in der Intensivversorgung behandelt werden müssen, scheinen dagegen mit Alpha keine schlechtere Prognose zu haben.

Mittlerweile bestimmt aber die Delta-Variante (B.1.617.2) des neuen Coronavirus, bekannt vor allem durch eine massive Infektionswelle in Indien im April und Mai 2021, mehr und mehr das Infektionsgeschehen in Europa und einer Vielzahl von Ländern weltweit.

Variante Delta ist allem Anschein nach infektiöser und wahrscheinlich unempfindlicher gegen das Coronavirus gebildete Antikörper als der Urtyp des Virus. Die WHO hat die Variante deshalb am 10. Mai 2021 zur besorgniserregenden Variante erklärt.

Fest steht, dass die Corona-Mutanten aus der Kategorie der besorgniserregende Varianten (VOC) die Ansteckungsgefahr erhöhen. Dadurch ist die Corona-Pandemie deutlich schwerer einzudämmen. Die Mutanten führen zu mehr Infizierten, wodurch es auch zu mehr schweren Krankheitsverläufen sowie Todesfällen kommen kann.

Unterschied Mutation und Mutante

Während der Begriff Mutation ganz allgemein eine spontane Veränderung bezeichnet, steht der Begriff Mutante für die mutierte Variante des Virus sowie alle seine Nachkommen.

Beim Coronavirus SARS-CoV-2 bedeutet Mutation eine Veränderung in dessen Erbgut. Die meisten Mutationen haben kaum oder gar keine Auswirkungen. In manchen Fällen aber kann der leicht mutierte Bauplan das Virus so verändern, dass es beispielsweise für den Menschen ansteckender wird. Der Begriff Mutation bezeichnet in diesem Zusammenhang also die Veränderung an sich. Der Begriff Mutante wird in diesem Zusammenhang als Synonym für einer Variante des Virus verwendet.

Wie gut schützen Impfungen gegen die Delta-Variante?

Vorweg: die Wirksamkeit der Impfstoffe wird an zwei Fähigkeiten gemessen, nämlich wie gut sie vor einer schweren Erkrankung schützen und wie gut vor einer Infektion. Für den Einzelnen ist der Schutz vor schwerer Erkrankung wesentlich. Wer geimpft ist, hat im Vergleich zu Ungeimpften ein deutlich reduziertes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken oder zu sterben.

Für die Gesamtbevölkerung ist aber auch von Bedeutung, wie gut die Impfstoffe eine Infektion verhindern, denn Infizierte können das Virus weitergeben.

Es ist also wichtig zwischen Schutz gegen Infektion und Schutz vor schwerer Erkrankung zu unterscheiden.

Eine kürzlich durchgeführte öffentliche Gesundheitsstudie in Großbritannien ermittelt die Wirkung verschiedener Impfstoffe gegen die zunehmend dominante Delta-Variante des neuen Coronavirus.

In der öffentlichen Gesundheitsstudie in Großbritannien wurde die Wirksamkeit der beiden wesentlichen in Großbritannien eingesetzten Impfstoffe BNT162b2 (BioNTech/Pfizer) und ChAdOx1 (Oxford/AstraZeneca) gegen die Delta-Variante im Vergleich zur Alpha-Variante untersucht. Analysiert wurden insgesamt 14.019 symptomatischen Infektionen mit Delta im Zeitraum zwischen 12. April und 4. Juni 2021.

Demnach haben Menschen mit einer Impfdosis ein um 75 % reduziertes Risiko, stationär behandelt werden zu müssen im Vergleich zu ungeimpften Menschen. Menschen mit vollem Impfschutz (ab etwa 2 Wochen nach der zweiten Dosis bei den meisten Vakzinen) hatten nach diesen Daten ein um 94 % reduziertes Risiko für die Notwendigkeit einer Klinikbehandlung bei Infektion mit der Delta-Variante des neuen Coronavirus.

Die Zahlen im Detail – Schutz gegen Krankenhaus-bedürftige Erkrankung:

BNT162b2 (BioNTech/Pfizer): vs. Alpha: 1. Dosis 83 %, 2. Dosis 95 %; vs. Delta: 1. Dosis 94 %, 2. Dosis 96 %
ChAdOx1 (Oxford/AstraZeneca): vs. Alpha: 1. Dosis 76 %, 2. Dosis 86 %; vs. Delta: 1. Dosis 71 %, 2. Dosis 92 %

Die Studie zeigt somit in einer großen Population einen sehr guten Impfschutz, besonders bei vollständiger Impfung, auch gegen die zunehmend dominierende Delta-Variante auf. Die Daten zeigen jedoch auch zunehmend ein höheres Risiko für ungeimpfte Menschen, was sich aktuell besonders fatal in ärmeren Ländern mit mangelndem Impfstoff deutlich zeigt.

Die Studie wurde als PrePrint veröffentlicht, ist also vor Veröffentlichung nicht im Peer-Review-Prozess überprüft worden.

Insgesamt ist die Studienlage aber noch recht dünn (Stand: 13.7.21), “doch alle Zahlen deuten darauf hin, dass alle zugelassenen Vakzine in der Europäischen Union vor schweren Verläufen weiterhin zuverlässig schützen”, sagt der Infektiologe Christoph Spinner vom Klinikum rechts der Isar in München.

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Quellen:

¹ Effectiveness of COVID-19 vaccines against hospital admission with the Delta (B.1.617.2) variant (Stowe, J. et al. Preprint; 2021)
² Deutschlandfunk: Wie gefährlich ist B.1.617?
³ DeutschesGesundheitsPortal.de

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