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Bärwurz | Heilpflanzenlexikon

Bärwurz | Heilpflanzenlexikon

Bärwurz, Mutterwurz, Naturheilmittel

Die Bärwurz ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Ihr aromatischer Geruch erinnert an Fenchel oder Liebstöckel. Als Heilpflanze hat die Bärwurz eine lange Tradition. Bereits die griechischen Ärzte des Altertums, Dioskurides (1. Jh.) oder Galenos (2. Jh.), empfahlen sie bei Magenbeschwerden, Gelenksleiden, Harnverhalten oder bei hysterischen Zuständen.

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Später wurde der Name „Berwurtz“ in der „Physica“ von Hildegard von Bingen erwähnt. Ihre zerstoßene Wurzel, so hieß es, ist gut gegen Fieber und Gicht. Auch Hieronymus Bock lobt in seinem Kräuterbuch die Bärwurz, und sein Schüler Tabernaemontanus beschrieb sie als einen Bestandteil des Theriaks, einem Gegengift des Mittelalters.

Die Bärwurz wird in der Hildegard-Medizin und in der Homöopathie bei Herzschwäche und Fieber eingesetzt. In der Schulmedizin hat sie keine Bedeutung.

Bärwurzlikör wird zumeist aus dem Alpen-Mutterwurz, einer ähnlichen Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, hergestellt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Meum athamanticum
  • Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 60 cm
  • Farbe der Blüten: Weiß bis gelblich Weiß
  • Sammelzeit: Blüten: April – August, Samen und Wurzel: Herbst
  • Vorkommen: Europa
  • Standorte: dauernde hohe Luftfeuchtigkeit, durchlässige, feuchte Böden
  • verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen, Wurzeln

Synonyme

Baerpudel, Barekümmel, Bärendill, Bärenfenchel, Bärkümmel, Bärmutterkrut, Bärnzotten, Bärwurzel, Beerwurz, Bergbärwurz, Bergpudel, Berwurtz, Dillblattwurz, Gewöhnliche Bärwurz, Herzwurz, Herzwurzel, Köppernicke, Köppernickel, Meon, Meum, Mutterdill, Mutterwurz, Wilder Fenchel

Wirksame Inhaltsstoffe

ätherische Öle, Fette, Gummi, Harz, Kaffeesäure, Ligustilid, Monoterpene, Phthalide, Stärke, Zucker

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Die Bärwurz gilt als aphrodisierend, entgiftend, entschlackend, harntreibend, magenstärkend, menstruationsfördernd, verjüngend und wärmend. Auf folgenden Gebieten findet die Bärwurz Anwendung:

  • Altersschwäche
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Blasenerkrankungen
  • Darmkatarrh
  • Gelbsucht
  • Gicht
  • Hautausschläge
  • Herzschwäche
  • Hysterie
  • Koliken
  • Menstruationsbeschwerden
  • Migräne
  • Nierenleiden
  • Stress
  • Verdauung
  • Vergiftungen
  • Weißfluss


Dosierung und Anwendung

Die Bärwurz kann in der Küche, ähnlich wie Dille, Fenchel oder Liebstöckel, als Gewürz genutzt werden, um die Verdauung anzuregen. Außerdem dient die Bärwurz zur Herstellung von Tees.

Tee aus Wurzeln:
1 TL getrocknete Wurzeln mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Davon bei Verdauungsstörungen jeden Tag zwei Tassen trinken.

Tee aus Blättern:
1 TL getrocknete Blätter mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Dieser Tee hilft ebenfalls bei Verdauungsproblemen.

Tee aus Samen:
1 TL Samen mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen und abseihen. Hilft bei Migräne und Blasenleiden.

Äußerlich können die Tees auch für Umschläge oder als Badezusätze genutzt werden, um Hautkrankheiten zu lindern.

Warnhinweise

Ältere Schriften besagen, dass die Bärwurz in größeren Mengen Kopfschmerzen verursachen kann. Bei maßvoller Anwendung sind allerdings keine Nebenwirkungen bekannt.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Linktipps:

– Die Apotheke im Garten
– Was ist Homoeopathie?
– Dill | Heilpflanzenlexikon
– Liebstöckel | Heilpflanzenlexikon

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Kave Atefie





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