Zistrose | Heilpflanzenlexikon

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Zistrose | Heilpflanzenlexikon

Die Zistrose ist bereits seit der Antike eine beliebte Heilpflanze, das Kraut wurde damals schon, abgekocht als Tee, bei Halsweh eingesetzt. Das Harz wurde zum Räuchern und als Schönheits- und Heilmittel verwendet. Die hübsche Mittelmeerpflanze wirkt wie ein natürliches Antibiotikum und kann innerlich und äußerlich angewendet werden.

Heute wird die Zistrose in der Volksheilkunde unter anderem bei der Behandlung von Hautkrankheiten, Durchfall und Erkältungen eingesetzt.

Die (Graubehaarte) Zistrose ist ein mehrjähriger immergrüner Strauch, der bis zu einem Meter hoch wachsen kann. Die Blätter der Zistrose scheiden ein Harz, auch Ladanum (oder Labdanum) genannt, aus, welches vor allem an heißen Sommertagen einen intensiven Duft verbreitet.

Ein Extrakt unter dem Namen Cystus052 zeigte in Zellkulturen und im Tierversuch antivirale Wirkung. Studien am Menschen wurden jedoch keine durchgeführt. Cystus052 sorgte im Zusammenhang mit der „Vogelgrippe“ und der Influenza-Pandemie 2009 für mediale Aufmerksamkeit, über die Wirksamkeit und die Einstufung von Cystus052 wurde dabei sehr kontroversiell diskutiert.

Die Zistrose wurde von der wissenschaftlichen Institution Herba Historica zur Arzneipflanze Europas 1999 gewählt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Cistus incanus
  • Familie: Zistrosengewächse (Cistaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 1 m
  • Farbe der Blüten: Rosarot
  • Sammelzeit: Mai bis Juni
  • Vorkommen: Mittelmeerraum
  • Standorte: volle Sonne; sandige, nährstoffreiche Böden
  • verwendete Pflanzenteile: Kraut

Synonyme

Cistrose, griechische Bergrose, Zauberkraut, Ladan

Wirksame Inhaltsstoffe

Ätherische Öle und deren Bestandteile (Borneol, Cineol, Eugenol, Ledol, Limonen), Harz (Ladanum = Labdanum), Polyphenole, Flavonoiden, Gerbstoffe

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Die Zistrose gilt als anregend, antibakteriell, antioxidativ, antiviral, entzündungshemmend, krebsvorbeugend, menstruationsfördernd, pilzhemmend (fungizid), schleimlösend und tonisierend. Außerdem soll die Zistrose in der Lage sein, das Immunsystem zu stärken und freie Radikale zu neutralisieren. In der evidenzbasierten Schulmedizin sind die enthaltenen Polyphenolextrakte der Zistrose als probates Mittel gegen Infektionen der oberen Atemwege nachgewiesen. Traditionell wird es innerlich gegen Durchfall, äußerlich zur Linderung von Akne, Ekzemen und bei Windeldermatitis bei Babys angewendet.

  • Allergien
  • Dekubitus (Wundliegen)
  • Durchfall
  • Ekzeme
  • Erhöhung der Knochendichte
  • Gastritis
  • Geschwüre
  • Hämorrhoiden
  • Hautprobleme
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Husten
  • Karies- und Paradonthoseprophylaxe
  • Mandelentzündungen
  • Mundgeruch
  • Neurodermitis
  • Schleimhautreizungen
  • Windeldermatitis

Dosierung und Anwendung

Verwendet wird das getrocknete Kraut, Lutschtabletten und der Sud. Mit dem Kraut der Zistrose kann man einen Tee zubereiten. Der Sud wird zur äußerlichen Anwendung genutzt. Die Zistrose ist gut für Mischungen mit anderen Heilpflanzen geeignet.

Tee:
1 TL Kraut mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Sud:
5 TL Kraut in 200 ml Wasser 5 Minuten leicht köcheln lassen, auskühlen lassen und abseihen. Den Sud auf die zu behandelnde Stelle auftragen.

Warnhinweise

Es sind keine schädigenden Nebenwirkungen bekannt. Während der Schwangerschaft und Stillperiode, sowie bei Kindern unter zwölf Jahren bei der Verwendung in Form von Lutschtabletten auf die Angaben des Beipackzettels achten.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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