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Silberdistel | Heilpflanzenlexikon

Silberdistel | Heilpflanzenlexikon

Silberdistel Heilpflanze

Die Silberdistel wurde vermutlich schon in der Steinzeit als Gemüse genutzt, als Heilpflanze ist sie seit der Antike bekannt und wird beispielsweise gegen Hautausschläge und Bandwürmer eingesetzt. Ihre leicht giftige Pfahlwurzel fand früher in der Volksheilkunde auch als Abführmittel, bei Verdauungsstörungen, oder als harn- und schweißtreibendes Mittel Verwendung.



Die Silberdistel ist eine ausdauernde, fast stängellose krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 50 cm erreichen kann. Ihre Pfahlwurzeln können bis zu einem Meter Tiefe reichen, weshalb die Silberdistel zu den Tiefwurzlern zählt. Die Silberdistel ist auch als Wetterdistel bekannt, weil sich ihre Hüllblätter bei hoher Luftfeuchtigkeit schließen und bei Sonnenschein öffnen.

Der Sage nach ist die Silberdistel Karl dem Großen im Traum von einem Engel als Mittel gegen die Pest empfohlen worden, was ihr auch die Namen Karlsblume oder Karlsdistel bescherte. Tatsächlich ist ihre Wirkung gegen Pest nicht nachgewiesen. Heute hat die Silberdistel als Heilpflanze kaum noch Bedeutung, zudem sie auch gefährdet ist.


Die Silberdistel wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen zur Blume des Jahres 1997 gewählt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Carlina acaulis
  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 50 cm
  • Farbe der Blüten: weißlich bis rötlich
  • Sammelzeit: Herbst
  • Vorkommen: Europa
  • Standorte: bevorzugt basenreiche kalkhaltige Böden
  • verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blüte

Synonyme

Alpenkas, Barometerdistel, Bergdistel, Eberwurz, Eberwurzel, Frauendistel, Heustecher, Jägerbrot, Jägerdistel, Juradistel, Karlsblume, Karlsdistel, Nebelpflanze, Regenwurzel, Röhndistel, Sanddistel, Silbersonne, Sonnendistel, Stengellose Eberwurz, Stengellose Tschöggli, Tschöggli, Wasserwurz, Wetterdistel, Wiesenkas, Zwergdistel

Wirksame Inhaltsstoffe

ätherische Öle, Bitterstoffe, Carlinaoxid, Enzyme, Flavonoide, Gerbstoffe, Harz, Inulin.

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

  • Abführmittel
  • Akne
  • Antibiotisch
  • Bronchialkatarrh
  • Ekzem
  • Erkältung
  • Fieber
  • Gastritis
  • Geschwüre
  • Harntreibend
  • Hautkrankheiten
  • Hexenschuss
  • Krampflösend
  • Mundkrebs
  • Pest
  • Prostataerkrankungen
  • Schweißtreibend
  • Verdauungsbeschwerden
  • Verstopfung
  • Wassersucht
  • Würmer
  • Wunden


Dosierung und Anwendung

Die Silberdistel findet auch aufgrund ihrer Seltenheit kaum mehr Verwendung als Heilpflanze. Aus den Wurzeln lässt sich ein Tee für die innere oder auch für die äußerliche Anwendung herstellen. Es ist aber hierbei Vorsicht geboten (siehe Hinweise)!

Tee:

Hierfür setzt man 1 TL getrocknete Wurzeln mit ¼ Liter Wasser an, bringt dies zum Kochen und lässt es danach ein paar Minuten ziehen. Danach lässt man es auskühlen und seiht es ab. Davon können Erwachsene maximal 2 Tassen täglich trinken.

Umschlägebei Hauterkrankungen::

Hierfür tränkt man ein Tuch mit Tee und legt dies auf die zu behandelnde Stelle.

Warnhinweise

Nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit, sowie bei Kindern anwenden.

Allgemein ist von einer eigenständigen Anwendung jedoch eher abzuraten, da die Pflanze leicht giftig ist und es keine auszureichenden Untersuchungen über Wirksamkeit und Unbedenklichkeit gibt.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Linktipps:

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– Heilpflanzenlexikon Löwenzahn
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