Küchenkräuter: Currykraut bis Kerbel

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Kerbel

In dieser Ausgabe unseres Küchenkräuter-Guides finden Sie: Currykraut, Dill, Estragon und Kerbel.

Currykraut

Merkmale: Das Currykraut (auch italienische Strohblume, Sonnengold) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammt aus dem Mittelmeerraum/ Südwesteuropa. Die silbergrauen Blätter des 20 bis 60 Zentimeter hohen Halbstrauches, sind sitzend und nadelförmig, mit einem ungerollten Rand. Jung sind sie grauweiß- dünnfilzig, später dann verkahlend. Besonders intensiv riechen die Blätter im Anschluß an Regen. Die krautige Pflanze mag es wärmeliebend und trocken und gedeiht hervorragend in Steingärten und Balkonkästen. Die Zweige und Blätter können laufend frisch geerntet und zum Würzen verwendet werden.

Verwendung: Die Blätter des Krautes, sind durch ihr süsses und mildes Aroma, als Gewürz von Speisen, besonders beliebt. Man kann ganze Zweige mitkochen, oder man zerstösst das Kraut zusammen mit anderen Kräutern im Mörser. Es wird verwendet für Suppen, Eintöpfe, gedünstetes Gemüse, sowie für Reis,- und Fleischgerichte, Soßen und Curry. Vor allem in der indischen,- asiatischen und afrikanischen Küche hat Curry (= Fleisch,- und Gemüsegerichte) Kochtradition. Die indische Küche gilt als eigentliche Geburtsstätte des Currys, welches vergleichbar ist mit unseren Eintöpfen. Currykraut ist auch getrocknet zum Kochen geeignet. Da das Currykraut aber beim Trocknen viel von Geschmack und Aroma verliert, empfiehlt es sich, das Kraut frisch zu verwenden. Wer den Geschmack von Curry gerne mag, sollte das Gewürz in Kombination mit Süßem versuchen. Dessertgerichten verleiht es einen besonders aromatischen Geschmack.

Zugeschriebene Heilkräfte: Die ätherischen Öle die man aus den Currykrautblüten gewinnt, sind hilfreich bei Wunden, blauen Flecken, Blutergüssen, Bronchitis und Leberschwäche, da sie blutgerinnungshemmend, krampflösend, entzündungshemmend, antiviral und gewebestraffend wirken. Zudem wird dem Heilkraut eine entgiftende und schleimlösende Wirkung zugesagt. Weiters soll es den Cholesteringehalt im Blut senken und antiallergisch wirken.

Dill

Merkmale: Der Dill oder auch Gurkenkraut genannt ist eine ursprünglich aus Zentralasien stammende Gewürz- und Heilpflanze und gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Die „Dille“ wie sie in Österreich genannt wird, ist eine einjährige Pflanze und hat einen stilrunden, glatten, dunkelgrünen und weißlich gestreiften, bläulich zart gefleckten Stengel, der bis zu 1 Meter hoch wird. Die Blätter sind fadendünn, doppelt gefiedert und bläulichgrün. In Südeuropa wächst Dill frei in der Natur, unter dem Getreide. In unseren Gegenden dagegen wächst er nur angebaut. Blütezeit ist von Juni bis Ende September.

Verwendung: Als Gewürz wird es heutzutage in ganz Europa verwendet, zählt jedoch zum Traditionellen Würzkraut der Landesküche Skandinaviens (eine Spezialität ist „Gravlax“, ein mit grobem Meersalz und viel Dill marinierter Ostseelachs) und des Baltikums. In der zentral- und osteuropäischen Küche (Ungarn) spielt Dill ebenfalls eine sehr große Rolle. In Europa wird das geschmacklich mit Anis und Kümmel verwandte Kraut, gerne zur Verfeinerung von Salaten, Soßen oder Fischgerichten, zur Herstellung von Kräuteressig oder für die Konservierung von Gemüse (eingelegte Gurken) verwendet. Eine österreichische Spezialität sind Dillkartoffeln, die man zu verschiedenen Fischgerichten reicht. Als Gewürz werden sowohl die getrockneten Früchte als auch das frische oder getrocknete Kraut genutzt.

Zugeschriebene Heilkräfte: Bereits die Ägypter und Römer verwendeten den Dill als Gewürz- und Heilpflanze. Es ist bekannt, dass sich römische Gladiatoren vor Kämpfen ihre Körper mit Dillöl einrieben und Dill in ihre Speisen gab, weil man ihnen stärkende Wirkung zuschrieb. Zudem wurde Dill in den Klostergärten oft zu Speisen gereicht, weil er angeblich potenzmindernd und „zur Unterdrückung sinnlicher Triebe“ diente. Aus den Dillsamen lässt sich ein hervorragender Tee gewinnen, der beruhigend auf die Nerven wirkt und Schlaf fördernd ist. Weiters wirken die ätherischen Öle des Dills appetitanregend, verdauungsfördernd und krampflösend, beugen vor Infektionen vor und stärken unser Immunsystem. Bei Verdauungsstörungen wie Magenverstimmungen, Koliken oder Blähungen (besonders bei Kleinkindern) kann eine Tasse heilend wirken.

Estragon

Merkmale: In Südeuropa kommt die sonnenliebende, mehrjährige krautige Pflanze häufig als Wildpflanze vor. Die kahle Staude wird 60-120 Zentimeter hoch, der Stängel ist buschig verzweigt. Die Laubblätter sind nadelförmig, stachelspitz und ganzrandig. Estragon ist eine Kulturpflanz und wird meist im Winter in Anzuchtschalen ausgesät. Blütezeit ist von August bis Oktober, wobei das Kraut am besten noch vor der Blüte, also im Juni oder Juli gesammelt wird. Es wird am besten gebündelt im Schatten getrocknet, oder im Glas gelagert. Besonderer Beliebtheit findet das Kraut in den Balkanländern und den Niederlanden, wo es in großen Mengen angebaut wird. In den meisten Gärtnereien wird der „russische Estragon“ angebaut.

Verwendung: Die Blätter eigenen sich am besten zum Trocknen oder einfrieren. Die gehackten aromatischen Blätter werden in Kräutermischungen für die Herstellung von Fischsoßen, Kräuteressig, Senf, Würzung von Suppen, Salaten und Fleischgerichten verwendet. Estragon schmeckt hervorragend in Salat- Marinaden, zu Geflügel, Pilze und Spargel. Der „französische“ Estragon, welcher auch das Synonym „deutscher Estragon“ trägt, ist wesentlich feiner und würziger im Geschmack, als der „Russische“. Jedoch findet letzterer größere Verwendung, da er im Gegensatz zum „Französischen“, Samen produziert, sich also selbst vermehrt und nur wenig frostempfindlich ist.

Zugeschriebene Heilkräfte: Aus den Blättern und Blüten der Pflanze wird Tee hergestellt, der verdauungsfördernd, harntreibend und appetitanregend ist, da er die Magensaftbildung und Nierentätigkeit anregt. Das Kauen einer Estragonwurzel soll weiters ein gutes Heilmittel bei Zahnschmerzen sein. Bei Diäten wird Estragon als Salzersatz verwendet.

Tipp: Estragon sollte man nie in Leinen,- oder Tüllsäckchen trocknen und aufbewahren, da ein Großteil des Aromas verloren geht. Dunkle Gläser eignen sich zur optimalen Aufbewahrung. Weiters sollte sich der Verzehr des Krautes auf die Küchenzubereitung beschränken, da es Estragol enthält und dies wiederum, in größeren Mengen, erbgutschädigend für den Menschen sein kann.

Kerbel

Merkmale: Der Garten- Kerbel oder Echte Kerbel ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Doldenblütler gehört. Die einjährige Pflanze hat dünne, spindelförmige, weißliche Wurzeln. Der Stängel ist stielrund, sehr zart gerillt und mit feinen weißen Haaren flaumig behaart und wird 30 bis 70 Zentimeter hoch. Die hellgrün Laubblätter sind weich, zart, doppelt bis vierfach fiederschnittig und im Umriss sind sie dreieckig. Blütezeit ist Ende Mai bis August.

Verwendung: Kerbel war schon bei den Römern ein beliebtes Würz,- und Heilmittel. Durch sein feines ätherisches Aroma, findet es hauptsächlich Verwendung als Gewürz. Echter Kerbel schmeckt süßlich und duftet leicht nach Anis. Es passt gut in Suppen, Salaten, Soßen sowie zu Gemüse,- Fisch,- und Fleischgerichten. Er ist weiters ein Bestandteil der berühmten Kräutermischung Fines herbes und der Frankfurter Grünen Sauce.

Zugeschriebene Heilkräfte: Kerbel fördert die Magensaftsekretion und regt Kreislauf und Stoffwechsel an. Zudem ist Kerbel harntreibend und wird auch gegen Ekzeme, Abszesse, Milch,- und Gichtknoten verwendet. Plinius schrieb den Kerbel außerdem eine aphrodisierende Wirkung zu.

Einen detaillierten Überblick über die Wirkungsweise von Heilkräutern geben die Heilkräuterseiten – von A wie Ackerschachtelhalm bis Z wie Zitronenverbena.

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Linktipps

– zum Heilkräuterlexikon
– die Heilkraft der Kräuter
– Kochen mit Kräutern
– Kräuter richtig konservieren
– Wissenswertes über Kräutert
– Löwenzahn: gesund & wohlschmeckend
– Stevia (Süßkraut): gesunder Zuckerersatz
– Rezeptdatenbank: Vorspeisen & Salate
– Regionale Leckerbissen & Schmankerl-Produzenten

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