Krebshilfe Österreich feiert ihr 100-jähriges Bestehen

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100 Jahre Österreichische Krebshilfe

Als „Österreichische Gesellschaft für Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit“ wurde die heutige Krebshilfe von namhaften Medizinern am 20. Dezember 1910 gegründet. Heute, 100 Jahre später, steht die Österreichische Krebshilfe mit mehr als 40 Beratungsstellen in ganz Österreich Krebspatienten und ihren Angehörigen betreuend zur Verfügung.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden Krebserkrankungen von den Medizinern und der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen. Es entstanden neue Formen der Krebsbekämpfung, die Anlass zur Hoffnung gaben, diese Krankheit – wenn sie rechtzeitig erkannt wird – zu besiegen. Zunächst hielt in der Chirurgie die so genannte Radikaloperation Einzug. Die Ärzte glaubten, dass es durch die völlige Entfernung des befallenen Körperteils zu keiner Rückkehr der Krebskrankheit kommen kann. Einige dieser neuentwickelten Operationstechniken hatten ihren Ursprung an den Wiener Universitätskliniken. Der Wiener Mediziner Theodor Billroth führte beispielsweise 1881 als erster die Resektion eines Magenkrebses durch.

Es ging aber nicht nur um neue Wege, Krebs zu erkennen oder neue
Operationstechniken und Therapien zu entdecken. Um 1900 war die
Mehrheit der Bevölkerung sehr arm und konnte sich die Krebserkrankung
nicht leisten. Der namhafte Wiener Mediziner Prof. Hochenegg,
späterer Vizepräsident der Krebshilfe, engagierte sich besonders für
Krebspatienten.

Er schilderte 1909 in einem Brief eine erschütternde Geschichte einer unheilbar kranken Krebspatientin.

Der tief betroffene Hochenegg schrieb deshalb an einem trüben
Novembertag des Jahres 1909 an seinen Kollegen Prof. Eiselsberg: „Die
Not unserer Krebskranken wird immer größer, wir müssen etwas tun, um
sie zu lindern. Könnten wir nicht zusammenkommen, um darüber zu
sprechen?“

Mit diesem Hilferuf beginnt die lange Tradition der Österreichischen Krebshilfe, die am 20. Dezember 1910 als „Österreichische Gesellschaft für Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit“ gegründet wurde.

Information der Bevölkerung, Betreuung von Betroffenen und Forschungsförderung

„Seit 1910 hat sich an den drei grundsätzlichen Aufgaben der Krebshilfe nichts geändert,“ erklärt der heutige Krebshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Paul Sevelda.“

Heute bedient sich die Österreichische Krebshilfe selbstverständlich modernster Mittel, um ihre Aufgaben erfolgreich zu erfüllen. Mittels Schwerpunktkampagnen zu den verschiedensten Arten von Krebs konnte das Vorsorgebewusstsein in Österreich in den letzten Jahren entscheidend verbessert werden: „Unserer jährlichen Brustkrebsvorsorge-Initiative ‚Pink Ribbon‘ ist es beispielsweise zu verdanken, dass die Anzahl der Mammografien in den letzten 10 Jahren um 25 % gestiegen ist und damit wesentliche Fortschritte bei der Brustkrebsfrüherkennnung erzielt werden konnten“, so Sevelda. Die Hilfe und Betreuung von Krebspatienten und deren Angehörige erfolgt mittlerweile in 41 Beratungsstellen in ganz Österreich. Dazu Sevelda: „Wir betreuen jährlich mehr als 30.000 Krebspatienten und deren Angehörige – und das kostenlos.“ Im Rahmen der dritten und letzten Aufgabe – der Forschungsförderung – ist der Krebshilfe eine kontinuierliche Unterstützung der Wissenschaft möglich. „Mittels Stipendien oder Förderpreise unterstützen wir jährlich eine Vielzahl von Wissenschafter und deren Projekte,“ so Sevelda.

Spenden und ehrenamtliche Helfer

Finanziert werden die Leistungen der Krebshilfe ausschließlich von Spenden aus der Bevölkerung und von Unternehmen. Die jährliche Verleihung des Spendengütesiegels bestätigt den seriösen Umgang mit diesen Geldern. „Ich selbst und der Vorstand der Krebshilfe garantieren, dass jeder Euro, den die Bevölkerung spendet, verantwortungsbewusst, transparent und zweckgewidmet eingesetzt wird“, so Präsident Sevelda.

[red]

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

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