Klimakterium – Beschwerden in den Wechseljahren

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (18 Bewertungen, Durchschnitt: 3,78 Sterne von 5)

Klimakterium - Beschwerden in den Wechseljahren

Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Ängste und Libidoverlust, viele Frauen im besten Alter leiden in den Wechseljahren unter zahlreichen Beschwerden. Das Klimakterium stellt Frauen im besten Alter tatsächlich vor eine große Herausforderung. Zwar hat auch dieser Lebensabschnitt durchaus seine positiven Seiten, doch für viele Frauen gehen damit große Ängste und das Gefühl, für ihre Partner weniger attraktiv zu sein, einher. Doch es gibt viele Mittel und Wege, den Wechselbeschwerden den Kampf anzusagen.

Als Wechseljahre, oder auch als das sogenannte Klimakterium, wird die hormonelle Umstellung um die Menopause bezeichnet. Im Durchschnitt treten die Wechseljahre bei Frauen im Alter zwischen 45 und 55 Jahren auf und werden von zahlreichen Beschwerden in den Wechseljahren begleitet. Das Klimakterium kann aber auch schon bei Frauen ab 40 Jahren auftreten. Tritt die Menopause bei Frauen unter 40 Jahren auf, so spricht man vom Klimakterium praecox, also verfrühten Wechseljahren. Dem vorzeitigen Eintritt der Menopause, also vor dem 40. Lebensjahr, liegt ein frühzeitiges Ende der Funktion der Eierstöcke zu Grunde. Obwohl es dafür keine genaue Ursache gibt, sind doch einige Faktoren bekannt, die den Eintritt einer frühen Menopause begünstigen. Rauchen, eine Hyperektomie, Diabetes und Vegetarismus sind einige Beispiele, die das Klimakterium praecox begünstigen können.

Hormoneller Ausnahmezustand

In den Wechseljahren kommt zu einem sehr unregelmäßigen Menstruationszyklus. Auch die Intensität der Regelblutung kann starken Schwankungen unterworfen sein. Mit Eintritt des Klimakteriums ist daher auch das Ende der Fruchtbarkeit absehbar. Der Östrogenspiegel sinkt um ein Vielfaches. Für viele Frauen wirkt das bedrohlich und sie fühlen sich nicht mehr so weiblich und attraktiv. Allerdings ist die Menopause etwas ganz natürliches und als Art Gegenstück zur Pubertät bedarf sie im Normalfall keiner medizinischen Behandlung. Allerdings gehen mit den Wechseljahren eine Reihe an Beschwerden, auch klimakterisches Syndrom genannt, einher, die man durch verschiedene Behandlungsformen eindämmen kann.

Dazu gehören Wallungen, Schmerzen beim Sex bedingt durch Trockenheit der Scheide, Libidoverlust, aber auch Schlaflosigkeit bedingt durch die Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Oft kommt es auch zu Stimmungsschwankungen. Frauen in den Wechseljahren leiden an dem Hormonverlust, was zu höherer Aggressivität. Unruhe, Unsicherheit, Gedächtnisproblemen, psychischer Labilität und Antriebslosigkeit führen kann. Weitere körperliche Beschwerden in den Wechseljahren können Inkontinenz, Magen-Darmprobleme, vermehrte Blasenentzündungen, Austrocknung von Haut und Schleimhäuten und Haarwuchs im Gesicht darstellen. Meistens verschwinden die Wechselbeschwerden mit endgültigem Einsetzen der Menopause wieder. Etwa ein Drittel der Frauen ist in den Wechseljahren massiv von Beschwerden betroffen

Heilkräuter helfen gegen Beschwerden in den Wechseljahren

Besonders Hitzewallungen sind ein unangenehmes Symptom der Wechseljahre. Insbesondere weil sie häufig am Abend oder in der Nacht auftreten. Bei manchen Frauen treten diese Wallungen mehrmals wöchentlich, oft aber auch mehrmals in der Stunde auf. Meist verschwinden sie von selbst nach drei bis fünf Jahren wieder, also nachdem die Umstellung der Hormone abgeschlossen ist. Um sich selbst vor Hitzewallungen zu schützen, gibt es einige Möglichkeiten im Alltag. Vor allem ist es wichtig, sich nicht in überheizten Räumen aufzuhalten und sich praktisch zu kleiden. Unterschiedliche Schichten, die man leicht ablegen kann, können schnell für Linderung des Hitzegefühls sorgen. Doch auch die Welt der Pflanzen und Heilkräuter bietet Abhilfe gegen so manche Beschwerden.


Als Mittel gegen Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen hat sich die Traubensilberkerze bewährt. Außerdem hilft die auch Frauenwurzel oder Wanzenkraut genannte Pflanze gegen Schlafstörungen. Ein weiteres Mittel um gegen Stimmungstiefs und Stimmungsschwankungen anzukämpfen ist Johanniskraut. Gegen schmerzhafte Blutungen und das prämenstruelle Syndrom kann Mönchspfeffer Abhilfe schaffen. Beifuss, Salbei, Scharfgabe und Frauenmantel wird auch eine gute Wirkung gegen die Beschwerden im Klimakterium nachgesagt.

Hormonersatztherapie – nicht ohne Risiko

Als wirkungsvollstes Mittel gegen Beschwerden der Wechseljahre gilt immer noch die Hormonersatztherapie. Sie ist aber mit vielen Risiken verbunden, daher sollte ihr Einsatz sehr gut überlegt werden. Bei der Hormonersatztherapie wird der Hormonmangel durch Einnahme von Östrogen in Tablettenform, als Spritze, Pflaster, Gel oder Creme ausgeglichen. Sie lindert zum einen die auftretenden Probleme wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und unregelmäßige Blutungen und beugt gleichzeitig Osteoporose vor. Aufgrund der Nebenwirkungen wird immer die niedrigste effektive Dosis gegeben. Besonders bei langfristiger Gabe von Hormonen erhöht sich das Risiko für Brustkrebs und Herzerkrankungen.

Mit Lust durch die Wechseljahre

Auch auf die Sexualität haben die Wechseljahre einen Einfluss. Denn der Intimbereich wird durch den sinkenden Östrogenspiegel schlechter durchblutet. Das bedeutet, der Intimbereich trocknet aus, brennt und kann schmerzen. Um Abhilfe gegen diese Symptome des Klimakteriums anzukämpfen helfen östrogenhaltige Medikamente. Östrogenhaltige Zäpfchen, Cremes, Vaginalringe oder Tabletten sind hier Mittel der Wahl. Ein Testosteronpflaster hilft der fehlenden Lust auf die Sprünge, die im Zuge eines Testosteronmangels der Frau entstehen kann. Denn auch bei der Frau sorgt Testosteron für die Libido.

Das Einsetzen der Menopause ist aber nicht nur mit negativen Auswirkungen verbunden. Viele Probleme, die gerade im Zusammenhang mit der Menstruation entstehen fallen weg. Dazu gehört zum Beispiel die Endometriose, die für starke Schmerzen und Durchfall während der Regelblutung sorgen kann oder auch der Wegfall von PMS, dem prämenstruellen Syndrom. Wichtig ist, den Wechsel nicht als Krankheit zu sehen, sondern als neuen Abschnitt im Leben einer Frau.

————-

Quellen:

¹ wechseljahre-klimakterium.de
² krebsinformationsdienst.de

[ameis]

Linktipps


– Goldmelisse gegen Wechselbeschwerden | Heilpflanzenlexikon
– Sexualität in der Menopause: Lustlosigkeit muss nicht sein
– Gendermedizin – geschlechtsspezifische Medizin
– Die Macht der Hormone
– Tabuthema Scheideninfektion
– Gleitmittel-Ratgeber
– Gesunde Scheidenflora
– Traubensilberkerze | Heilpflanzenlexikon

Das könnte Sie auch interessieren...