Traubensilberkerze | Heilpflanzenlexikon

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Traubensilberkerze | Heilpflanzenlexikon

Die Traubensilberkerze ist eine ausdauernde krautige Staude, die aus Nordamerika stammt. Ihren Namen verdankt sie dem traubenartigen Wuchs ihrer silberfarbenen Blüten, die in ihrer Form einer Kerze ähneln. Ihre Inhaltsstoffe besitzen östrogenähnliche Eigenschaften, weshalb sie als Heilpflanze gegen Wechseljahres- und Menstruationsbeschwerden empfohlen wird.

Der Geruch ihre Blüten vertreibt Wanzen, was ihr den früheren wissenschaftlichen Namen „Cimicifuga“ bescherte (Cimex=Wanze, fuga=Flucht). Der Artname „racemosa“ bedeutet „Traube“ was wiederum auf den Wuchs ihrer Blüten zurückzuführen ist.

Als Heilpflanze wurde die Traubensilberkerze von den Ureinwohnern Nordamerikas schon früh bei Frauenleiden oder Schlangenbissen genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde sie in Europa eingeführt und vorerst als Zierpflanze kultiviert, aber auch bald für medizinische Zwecke eingesetzt. Aufgrund häufiger unangenehmer Nebenwirkungen, welche vermutlich auf Überdosierung zurückzufahren waren, geriet sie aber bald in Vergessenheit.

In den letzten Jahren wurde die Traubensilberkerze jedoch als Heilpflanze wieder entdeckt. So sind heute zahlreiche Fertigpräparate, vorwiegend gegen Frauenbeschwerden, mit den Wirkstoffen aus der Wurzel der Traubensilberkerze, im Handel. Weiters wird sie bei Herzbeschwerden, Magen-Darm-Krämpfen, Husten und bei Muskelschmerzen eingesetzt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Actaea racemosa (früher: Cimicifuga racemosa)
  • Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae))
  • Wuchshöhe: bis zu 2,5 m
  • Farbe der Blüten: silbern
  • Sammelzeit: Herbst
  • Vorkommen: ursprünglich aus Nordamerika, in Europa kultiviert
  • Standorte: schattig; feuchte und humusreiche Böden
  • verwendete Pflanzenteile: Wurzel

Synonyme

Amerikanische Schlangenwurzel, Amerikanisches Christophskraut, Christophskraut, Cimicifuga, Frauenwurzel, Hohes Christophskraut, Klapperschlangenkraut, Langtraubiges Christophskraut, Nordamerikanische Schlangenwurzel, (schwarze) Schlangenwurzel, Schwindsuchtwurzel, Silberkerze, Staudiges Christophskraut, Traubenförmige Schwarzwurz, Traubensilberkerze, Wangenkraut, Wanzenkraut, Wilde Schlangenwurzel, Wurzel der Squaws,

Wirksame Inhaltsstoffe

Actein, ätherisches Öl, Bitterstoffe, Cimicifugosid, Cimifugin, Cytisin, Flavonoide (Isoflavone), Fukinolsäure, Gerbstoffe, Glykoside, Hydroxyzimtsäureester, Methylcitisin, Phenolcarbonsäuren, Phytosterin, Piscidiasäure, Salicylsäure, Triterpenglykoside

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Auf folgenden Gebieten findet die Traubensilberkerze Anwendung:

  • Asthma
  • Beruhigend
  • Blutzucker senkend
  • Bronchitis
  • Brustentzündungen
  • Darmkrämpfe
  • Depressionen
  • Diabetes
  • Eierstockentzündung
  • Entzündungshemmend
  • Epilepsie
  • Fieber
  • Gallenkoliken
  • Gallensteine
  • Geburtserleichternd
  • Halsschmerzen
  • Harntreibend
  • Herzkrämpfe
  • Herzrasen
  • Herzschwäche
  • Hitzewallungen
  • Husten
  • krampflösend
  • Magenkrämpfe
  • Menstruations fördernd
  • Menstruationsstörungen
  • Migräne
  • Muskelschmerzen
  • Nervöse Herzbeschwerden
  • Nervosität
  • Neuralgien
  • Ohrenschmerzen
  • Osteoporose
  • Östrogen-Dominanz
  • Reizbarkeit
  • Rheuma
  • Rückenschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Schleimlösend
  • Schmerzstillend
  • Schweißtreibend
  • Übergewicht
  • Unruhe
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Wehen-Erleichterung
  • Zuckerkrankheit
  • Zyklus-Schwankungen


Dosierung und Anwendung

Die Wurzel der Traubensilberkerze ist Bestandteil zahlreicher Fertigpräparate. Hier sind die Angaben des Herstellers oder die Anweisungen des Arztes zu befolgen. Selbst kann man sich aus der Wurzel einen Tee oder eine Tinktur herstellen.

Tee:
Hierfür übergießt man 2 TL zerkleinerte Wurzeln mit ¼ Liter kochendem Wasser und lässt dies 15 Minuten lang ziehen. Danach seiht man es ab. Von dem Tee trinkt man 1 3 Tassen täglich in kleinen Schlucken. Nach sechs Wochen sollte eine Pause von vier Wochen eingelegt werden.

Tinktur:
Hierfür gibt man die Wurzeln in ein Schraubdeckel-Glas und übergießt diese mit Doppelkorn bis die Wurzeln komplett bedeckt sind. Dies lässt man im verschlossenen Glas 2 6 Wochen lang ziehen. Danach seiht man es ab und füllt es in eine dunkle Flasche. Von der Tinktur nimmt man 3x täglich 10 50 Tropfen mit Wasser verdünnt oder unverdünnt ein.

Warnhinweise

Traubensilberkerzen-Präparate können Leberschäden verursachen. Die Einnahme sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache erfolgen.

Nicht während der Schwangerschaft und der Stillzeit anwenden. Nicht anwenden bei hormonsensitiven Erkrankungen!

Bei Spannungsgefühl, bei Brustschmerzen oder über Änderungen des Zyklus, sollte der Arzt informiert werden. Zubereitungen aus der Traubensilberkerze können gelegentlich Magenbeschwerden auslösen.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Linktipp:

– Angelika | Heilpflanzenlexikon
– Die Apotheke im Garten
– Regelschmerzen & Menstruationsbeschwerden
– Yams | Heilpflanzenlexikon

Gegenlinks:

Regelschmerzen – jedes zweite junge Mädchen betroffen

Klimakterium – Beschwerden in den Wechseljahren

Die Kraft der Kräuter

Goldmelisse | Heilpflanzenlexikon

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