Juckreiz: Auslöser, Entstehung, Behandlung

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Juckreiz: Ursachen, Entstehung, Behandlung

Die Haut spannt, kratzt, juckt und der einzige Weg, um den Juckreiz zu lindern, ist das Kratzen auf der Haut, was nicht selten zu Folgeschäden führen kann. Dieses Übel dürfte den meisten nicht unbekannt sein, denn Juckreiz ist ebenso alltäglich wie der Kopfschmerz, der viele plagt.

Aber woher kommt der Juckreiz überhaupt und was lässt sich machen um ihn zu lindern, das alles verrät dieser Beitrag.

Juckreiz – Artikelübersicht:

Juckreiz, lat. Pruritus

Im Fachjargon heißt der Juckreiz „Pruritus“. Dieser sperrige, medizinische Begriff bezeichnet die Missempfindung auf der Haut, die häufig mit Kratzen seitens der Betroffenen quittiert wird. Wer sich kratzt, verschafft sich zwar Erleichterung, welche jedoch nur von kurzer Dauer ist. Der natürliche Reflex des Kratzens ist nämlich ein Teufelskreis.

Es setzt Serotonin im Gehirn frei, was wiederum zur Verstärkung des Juckreizes führt. Der richtige Weg ist das somit nicht, denn zunächst gilt es festzustellen, ob der Juckreiz auf eine Hauterkrankung zurückzuführen ist oder eine andere Ursache dafür in Frage kommt.

Verändert sich die Haut auch optisch, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Hauterkrankung handelt, was den Betroffenen auch den Weg zum Hautarzt weist. Ist unklar, warum die Haut juckt und zeigt sie keine weiteren Symptome, wird die Suche für die Ursache für den Arzt meist schwieriger und langwieriger, denn nun muss abgeklärt werden, warum die Haut juckt.

Juckreiz lindern und Gründe eruieren

Juckreiz ist vor allem eins: lästig. Deswegen macht es durchaus Sinn, den Juckreiz zunächst mit einer Creme, Salbe oder Lotion zu lindern, um dann auf die Suche nach dem Auslöser zu gehen. Denkbar ist eine durch Kontakt ausgelöste allergische Hautreaktion, doch Juckreiz kann auch durch organische Leiden verursacht werden.

Zu den von Ärzten empfohlenen Cremes gehören feuchtigkeitsspendende und rückfettende Lotionen, die die Haut mit zusätzlichen Nährstoffen, Feuchtigkeit und Fett versorgen. Auch Cremes mit Polidocanol, Lidocain, Kampfer und Menthol werden häufig verordnet, um den Juckreiz zu mildern – um in Ruhe den Gründen für den Juckreiz auf die Schliche kommen zu können.

Auch werden Antihistaminika und kortisonhaltige Salben verordnet. Der Grund: Ein Antihistaminikum verringert den Juckreiz, der als Abwehrreaktion des Körpers durch Histamin ausgelöst wird.

Wie entsteht eigentlich Juckreiz?

Auch der Suche nach den Gründen: Im Verständnis vieler Menschen ist die Haut die Schutzbarriere des Körpers nach außen. Umso verwunderter reagieren sie dann, wenn diese Schutzbarriere selbst verwundet wird – und zwar meist durch äußere Einflüsse. Auch dies lässt sich schnell erklären: Vieles kann die Haut gut leiden, auf manches reagiert sie allerdings – und das vielleicht sogar buchstäblich „allergisch“.

Wie bereits bei den Möglichkeiten zur Linderung des Juckreizes anklang, ist es das Histamin, das dafür verantwortlich ist, dass Juckreiz entsteht, denn Histamin ist ein Botenstoff, der dann durch den Körper geschickt wird, wenn die Haut mit etwas in Verbindung kommt, was sie so gar nicht leiden mag.

Juckreiz nach Insektenstich

Abbildung 2: Ein Insektenstich kann Juckreiz auslösen. Wer kein Allergiker ist, wird mit den Folgen des Stichs leicht umgehen können. Nach der Pustelbildung folgt der Juckreiz. Danach erinnert nichts mehr an den Insektenstich.

In der Folge kann es zur Ausbildung einer Abwehrreaktion kommen, beispielsweise in Form eines harmlosen Juckreizes, oder gar zur Ausbildung einer Allergie. Diese kann entstehen, wenn ein Stoff auf das Immunsystem prallt, der eigentlich harmlos ist, den es aber als fremd einstuft und deswegen überempfindlich reagiert. Die Abwehrreaktion des Körpers, der Antikörper produziert, kann eine Allergie sein, die sich als Kontaktallergie äußert oder eine sogenannte Pseudoallergie. Worum es sich handelt, kann nur ein Arzt herausfinden, der diverse Tests durchführt, wenn Cremes und Salben den Juckreiz nicht lindern können.

Juckreiz nach Sonnenbrand

Abbildung 3: Auch der Sonnenbrand ist eine Reaktion des Körpers bzw. der Haut auf ein Übermaß an Sonneneinstrahlung. Bei einem Sonnenbrand handelt es sich also um eine leichte Form der Verbrennung, die ebenfalls Juckreiz auslöst.

Die Abwehrreaktion der Haut muss übrigens nicht bedeuten, dass die Haut selbst mit dem Allergen in Berührung bekommen ist. Beim Kontakt mit Nesselgiften ist dies durchaus der Fall, allerdings kann sich auch eine Lebensmittelallergie in Form eines Ausschlags äußern – auch wenn das Lebensmittel gar nicht in Kontakt mit der betroffenen Körperstelle gekommen ist.

Selbst Medikamente können Auslöser von allergischen Reaktionen sein. Gibt es keinen direkten Auslöser, beispielsweise in Form eines Insektenstichs, ist erhöhte Vorsicht geboten. Dann nämlich kann die Hautreaktion auch lediglich der Vorbote dessen sein, was an allergischen Reaktionen folgen wird. Schwellungen und Atemnot könnten folgen, was in jedem Fall einen Notruf zur Folge haben muss.

Einige Krankheitsbilder lassen sich an der Haut ablesen

Neben dem Kontakt mit einem Giftstoff, den die Haut nicht mag, und dem Kontakt des Körpers mit einem Gift, das sich in Form einer Hautreaktion äußert, gibt es auch Hautkrankheiten, die einen Juckreiz bedingen können. Häufig zu beobachten ist die Sonnenallergie, die sich nach einem Sonnenbad in Form eines Ausschlags zeigt – und zwar meist über den ganzen Körper verteilt.

Von einer Form von Dermatitis ist die Rede, wenn die Kombination aus bestimmten Substanzen und dem Sonnenbad zu einer Hautreaktion führt – beispielsweise wenn Medikamente (vor allem Hormonpräparate) eingenommen oder Lotionen auf die Haut aufgetragen werden und die Hautstellen anschließend der Sonne ausgesetzt wurden.

Weitere bekannte Formen der Dermatitis sind die Windeldermatitis, die die Kleinsten treffen kann, die Kontaktdermatitis sowie Juckreiz, der auf die Ausbildung eines Ekzems zurückzuführen ist. Auch Akne, Nesselsucht und Schuppenflechte sowie der Biss von Parasiten sind Krankheitsbilder, die Juckreiz bedingen.

Deutlich unbekannter ist hingegen die Tatsache, dass Juckreiz auch bei inneren Krankheiten auftreten kann – bei Erkrankungen von Galle, Leber und Nieren, bei Blutkrankheiten, Stoffwechsel- und Infektionskrankheiten sowie bei einigen Krebserkrankungen. Selbst neurologische Krankheiten sowie hormonelle Veränderungen (beispielsweise in einer Schwangerschaft) können Juckreiz begünstigen. Selbst an den Augen, im Ohr oder gar im Intimbereich können Juckreize auftreten, die auf bakterielle Infektionen zurückzuführen sind und (unbehandelt) langfristig zu massiven Einschränkungen für den Betroffenen führen können.

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Quelle:

¹ Allergien: Symptome, Behandlung & Ursachen
² S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus

Fotohinweis: Fotos by Fotolia.com

Linktipps

– Schuppenflechte
– Insektenstiche – Bienen, Wespen, Hornissen
– Kontaktallergie
– Dermatitis solaris – was tun bei einem Sonnenbrand?

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