Fr, 25.04.2014
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Propolis – Heilmittel aus der Natur

Propolis – Heilmittel aus der Natur

Propolis

Propolis, auch Kittharz, Bienenleim oder Bienenharz genannt, ist ein Bienenprodukt, das in der Volksmedizin seit Alters her Beachtung findet. Wissenschaftliche Analysen ermöglichen einen neuen Blick auf diesen wertvollen Naturstoff.



Propolis wird von Bienen aus Knospen und teilweise aus der Rinde verschiedener Bäume (hauptsächlich Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gewonnen. Es handelt sich um ein Kittharz, das für den Bau des Bienenstocks zum Abdichten verwendet wird. Mit Propolis werden einerseits Spalten, Ritzen und Eingänge verklebt, andererseits dient das Material auch dazu, Viren, Bakterien und Pilze, die in den Stock eingeschleppt werden könnten, abzutöten. Diese Wirksamkeit ist in Anbetracht der keimfreundlichen Temperaturen in einem Bienenstock (35-36°C) und der zahllosen durch die anfliegenden Bienen eingeschleppten Krankheitserreger durchaus bemerkenswert und deshalb auch aus medizinisch-pharmazeutischer Sicht von Bedeutung.

Altes Heilmittel, neu entdeckt

Das Wort Propolis kommt aus dem Griechischen und heißt so viel wie “vor der Stadt”. Das von den Bienen selbst produzierte Kittharz hält nachweislich Viren, Pilze und Bakterien aus dem Stock fern. Man kann es deshalb als natürliches Antibiotikum bezeichnen, denn seine antivirale, antimykotische und antibakterielle Wirkung entfaltet Propolis auch beim Menschen.

Aufgrund dieser Wirkung gegen Bakterien verwendeten die Ägypter Propolis bereits vor Tausenden von Jahren zum Mumifizieren ihrer Leichen. Im antiken Griechenland und Rom wurde Propolis hauptsächlich für medizinische Zwecke verwendet. So schätzte Aristoteles die heilenden Eigenschaften der Propolis besonders bei Quetschungen, Hautkrankheiten und eitrigen Wunden. Die antibiotische Wirkung war auch den Inkas bekannt, die Propolis als bei fiebrigen Infektionen einsetzten. Als Wunddesinfektionsmittel wurde Propolis sowohl von röm. Militärärzten, als auch in den Napoleonischen Kriegen, im Burenkrieg und in Rußland im Zweiten Weltkrieg verwendet. Der wissenschaftlichen Erforschung von Propolis schenkte man in Rußland, Rumänien und Bulgarien viel früher Beachtung als in Mitteleuropa.

Wissenschaft und Forschung interessiert an Wirkungsweise von Propolis

Als Naturmedizin wurde Propolis vor der Einführung der synthetischen Antibiotika bei der Wundbehandlung, gegen Geschwüre, Warzen und Akne eingesetzt. Weltweit beschäftigen sich heute Wissenschaftler mit den medizinischen Eigenheiten dieses Baustoffs der Bienen: Propolis stärkt tatsächlich das Immunsystem, wirkt gegen Schleimhautentzündungen und Hauterkrankungen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Propolis als Homöopathikum bei nicht eitrigen Entzündungen der Schleimhäute, wie Zahnfleisch- und Rachenentzündungen, und bei verschiedenen Hauterkrankungen. Doch Propolis ist nicht gleich Propolis – vielmehr unterscheidet es sich von Bienenvolk zu Bienenvolk hinsichtlich der Zusammensetzung, die zudem je nach Pflanzenart, Erdregion, Jahreszeit, Wachsbeimengungen usw. variiert. Wegen dieser schwankenden Wirksamkeit eignet sich Propolis nur bedingt zur Verwendung als Arzneimittel, weil das Arzneimittelgesetz eine Standardisierung der Wirkstoffzusammensetzung vorschreibt. Propolis wird jedoch nach Auffassung österreichischer und deutscher Behörden primär nicht als Lebensmittel, sondern wegen der arzneilichen Wirkungen verwendet: Es unterliegt in Deutschland hinsichtlich Herstellung, Vertrieb und Verkauf dem Arzneimittelgesetz.

Durch die Entwicklung synthetischer Desinfektionsmittel und Antibiotika, ist Propolis aus medizinischer Sicht in Vergessenheit geraten, neue Forschungsergebnisse geben allerdings Anlaß zur Vermutung, dass Propolis in Zukunft auch gegen Krebserkrankungen wirksam eingesetzt werden könnte: Nach einer im Fachmagazin Journal of the Science of Food and Agriculture veröffentlichten Studie der Universität von Zagreb von 2004, zeigten Versuche an Mäusen, bei denen künstlich Krebstumore erzeugt wurden, dass Propolis das Wachstum schon bestehender Tumore zu hemmen vermag. Die Forscher testeten auch andere Bienenprodukte, die sich – zumindest bei den Versuchstieren – ebenso als wirkungsvoll bei der Vorsorge oder Behandlung von Krebs erwiesen. Honig und Gelee Royale scheinen nützlich für die Krebsvorsorge zu sein (u.a. Hemmung von bösartigen Geschwüren bzw. deren Ausbreitung). Bienengift, das direkt in Tumore injiziert wurde, ließ die Geschwülste schrumpfen und wirkte im weiteren Verlauf deutlich wachstumsverzögernd.

Anwendungsgebiete

Zwei Anwendungsmöglichkeiten sind zu unterscheiden: einmal die Verwendung von Propolis beim gesunden Menschen zur Unterstützung und Verstärkung der körpereigenen Abwehrkräfte (Immunsystem) und zur äußeren Behandlung bei der Mund- und Körperpflege; andererseits beim kranken Menschen:

Äusserlich

  • Wundbehandlung / Wunddesinfektion kleinerer Schnitt- oder Schürfwunden
  • Aknebehandlung
  • Sonnenbrand
  • Zahnhygiene

Innerlich

  • Erkältungskrankheiten
  • Stärkung der Immunabwehr

Bedeutung der Inhaltsstoffe für den Menschen

  • bakterizid: vor allem gegen gram-positive Eiterbildner, hemmt auch den Helicobacter pylori, der Gastritis auslösen kann. Propolis kann ohne Übertreibung als natürliches Antibiotikum bezeichnet werden, mit dem Vorteil, das keine Resistenzbildung zu erwarten ist. Propolis stört die körpereigene Darmbakterienflora aber nicht.
  • fungizid: das heißt gegen Pilzerkrankungen aller Art (z.B. Candida)
  • antiviral (z. B. gegen Herpes)
  • antioxidativ
  • immunmodulierend
  • schmerzstillend
  • durchblutungsfördernd
  • gewebsbildungsanregend

ACHTUNG: Relativ viele Menschen (> 10 % der Bevölkerung) haben Propolis-Allergien. In Zusammenhang mit Propolis sind sowohl bei Anwendung als Arzneimittel als auch bei äußerlicher Anwendung in kosmetischen Mitteln (kontakt)allergische Reaktionen beschrieben worden. Darum sollten Propolis-Salben-/ oder Tinkturen vorher an einer unauffälligen Körperstelle, beispielsweise in der Armbeuge, auf Verträglichkeit getestet werden.

Apitherapie

Es gibt eine Reihe von Produkten der Honigbiene, die der Mensch als Arznei oder Nahrung verwenden kann: Bienengift (Apitoxin), Propolis und Wachs werden therapeutisch genutzt, sowohl Heilmittel als auch Nährmittel sind dagegen Honig, Bienenpollen und Gelee Royale. In letzter Zeit hat das Interesse an Behandlungen mit Bienenprodukten stark zugenommen. Verschiedene wissenschaftliche Institute und Heilanstalten – vor allem in Osteuropa und China – haben sich die Aufgabe gestellt, die seit Jahrtausenden von der Volksmedizin verwendeten Bienenprodukte auf wissenschaftlich fundierten Grundlagen zu stellen. Dieser neue Zweig der modernen Medizin – die Behandlung von Krankheiten mit Bienenprodukten – wird Apitherapie genannt. Einer der engagiertesten Experten in diesem Bereich, ist der rumänische Arzt Dr. Stefan Stângaciu. Seiner Ansicht nach stärken Apitherapie und andere Bienenprodukte die gesunden Zellen, diese geben ihre gesunde Information weiter an die kranken Zellen, bis zuletzt wieder alle Zellen gesund sind.

Die Medizin in West- und Osteuropa ist in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene Wege gegangen: Während im Westen milliardenschwere Forschung durch die bekannten Pharmafirmen betrieben wurde um immer kompliziertere künstliche Medikamente zu entwickeln, hat man im Osten versucht die bekannten Wirkungen von Naturheilmitteln wissenschaftlich zu untersuchen. Besonders in der ehemaligen UdSSR und in Rumänien hat man dabei das Augenmerk auf die Apitherapie – die Heilung durch Mittel aus dem Bienenvolk – gerichtet. So wird in Rumänien seit 50 Jahren und in Rußland seit 60 Jahren Apitherapie praktiziert. In Japan betreibt man seit 1920 Apitherapie, dort hat man mit Bienenstichbehandlungen an Akupunkturpunkten begonnen, man nennt diese Vorgehensweise dann Apipunktur. In Rumänien, wo die Apitherapie neben anderen Naturheilverfahren, wie der Phyto- und Aromatherapie, gleichberechtigt neben der Schulmedizin besteht, existieren nach Auskunft von Dr. Stângaciu auch einige Apitherapie-Kliniken, so z.B. in Bukarest.

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