Schweinegrippe: Impfdebatte voll entbrannt

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)

Impfung gegen Schweinegrippe H1N1 ja oder nein?

Nachdem selbst Ärzte offenbar nicht absolut von der Notwendigkeit einer Impfung gegen die neue Grippe (Schweinegrippe) überzeugt sind – die bundesweite Impfaktion in Österreich lief sehr flau an – ist die Bevölkerung zunehmend verunsichert und irritiert. Auch in Deutschland hemmt der Impfstoffstreit über die Wirkstoffverstärker die Impffreude. Die Frage aller Fragen aber bleibt: Soll ich mich impfen lassen und wenn ja, wo? Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Die Schweinegrippe-Impfaktion in Österreich hat am Dienstagvormittag begonnen – aber sie läuft eher schleppend an. Und das, obwohl zunächst Mitarbeiter im Gesundheitsbereich – also Fachpersonal – geimpft werden. Laut Meldungen des ORF haben sich nicht einmal ein Drittel der Ärzte und Krankenhausangestellten österreichweit – zumindest vorerst – für die Immunisierung entschieden. Ein Verhalten, das dem interessierten Laien eine Entscheidung pro oder contra nicht gerade erleichtert.

Fragen & Antworten

Warum wird keine uneingeschränkte Impfempfehlung abgegeben?

Der Zweck einer Impfung ist die Immunisierung gegen einen bestimmten Krankheitserreger. Grundsätzlich wird bei einer Schutzimpfung zwischen aktiver Impfung und passive Immunisierung. Bei einer aktiven Impfung – auch Vakzination genannt – wird der Impfstoff (Vakzine) in Form abgeschwächter, abgetöteter oder fragmentierter Krankheitserreger oder deren Toxine in den Körper eingebracht. Bei der Schweinegrippe-Impfung, oder Impfung gegen die Neue Grippe handelt es sich um genau so eine aktive Impfung.

Ziel dieser Impfung ist es, das körpereigene Immunsystem zur Bildung spezifischer Antikörper anzuregen und so eine spezifische Immunität gegen die entsprechende Infektionskrankheit zu bewirken.¹

Damit wird auch klar, dass eine Impfung immer auch eine gewisse Belastung für den Organismus bedeutet, zudem sind auch bei ausgiebig getesteten Impfstoffen immer auch Nebenwirkungen möglich. Deshalb muss immer die Frage der Zweckmäßigkeit im Vordergrund stehen. Da der Krankheitsverlauf bisher in der überwältigenden Zahl der Fäller mild war, wird derzeit die Impfung nur an sogenannte Risikopersonen empfohlen.

Wer zählt zu den Risikogruppen?

Dazu zählen vor allem Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen – d.h. mit geschwächtem Immunsystem. Nicht geimpft werden sollen Personen, die eine Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Inhaltsstoffe des Mittels haben. Bei fiebrigen Erkrankungen und Infektionen sollte die Impfung verschoben werden. In Deutschland, wo ja ein anderer Impfstoff als in Österreich – nämlich einer mit Wirkstoffverstärker (Adjuvantien) – eingesetzt wird, rät die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut nicht uneingeschränkt zur Impfung. Denn bei diesen Wirkstoffverstärkern wird das Immunsystem besonders angeregt, doch fehlen noch ausreichend Daten bei der Verwendung bei bestimmten Gruppen. Gerade Schwangere sollten sich deshalb nur mit einem nichtadjuvantierten Spaltimpfstoff impfen lassen.²

Bedeutet: In Österreich empfiehlt sich die Impfung für Schwangere und Personen mit geschwächtem Immunsystem, in Deutschland sollten aber Schwangere unbedingt auf den Impfstoff Celvapan zurückgreifen.

Welche Bedenken gibt es zur Impfung?

Grundsätzlich ist ein Teil der Experten uneins über das Verhältnis zwischen Nutzen und tatsächlichem Risiko (durch die Schweinegrippe). Bisher kam es bei den dokumentierten Fällen der Schweinegrippe weltweit nur bei einem ganz geringen Teil zu Komplikationen mit teilweise tödlichem Verlauf. Zahlen, die insofern Beachtung zu schenken sind, als sie jene der „normalen“ saisonalen Grippe nicht übertreffen.

Zudem wird mancherorts auf die enormen Gewinne der Pharmaindustrie hingewiesen, die durch die staatlichen Bestellungen für flächendeckende Impfungen natürlich zu den großen Gewinnern der Neuen Grippe zählen. Andererseits wird darauf hingewiesen, dass es die Aufgabe verantwortungsbewusster Regierungen ist, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein um die jeweilige Bevölkerung optimal schützen zu können. Anbei finden Sie wissenswerte Infos und Gebrauchsinformationen über medizinische Nebenwirkungen von Celvapan©.

Wo kann man sich impfen lassen?

Grundsätzlich sind zwei Teilimpfungen im Abstand von drei Wochen zur Immunisierung notwendig. Der Pandemieimpfstoff Celvapan© der Firma Baxter ist nicht im freien Handel verfügbar sondern wird in Österreich von den Gesundheitsbehörden an definierte Impfstellen abgegeben. Der Impfstoff ist für Personen ab dem 6. Lebensmonat zugelassen. Die Schutzwirkung ist abhängig von der Reaktion des Immunsystems und hält mehrere Monate an. Kosten: In Österreich ist die Pandemieimpfung gemäß Â§ 132 c ASVG eine Leistung des Sozialversicherungsträgers. Es fällt eine Rezeptgebühr pro Impfung von 4,90 Euro an. Auch in Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen die Impfkosten.

Die Impfungen werden in Österreich nicht von den niedergelassenen Ärzten, sondern von speziellen Impfzentren durchgeführt. Hier finden Sie die Liste der nationalen Impfzentren. Die Stadt Wien hat als Service folgende Seite für ihre Impfstellen – Impfaktion gegen die neue Influenza in Wien veröffentlicht.

Quellen:

¹ wikipedia – Impfung: Definition
² www.rki.de – Ständige Impfkommission am Robert Koch Institut – H1N1 Infos