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Vogelgrippe-Virus H5N1 erreicht Österreich

Vogelgrippe-Virus H5N1 erreicht Österreich

Vogelgrippe-Impfstoff

Österreich hat nach Untersuchungen der steirischen Vögel seinen ersten Vogelgrippe-Fall zu verzeichnen. Für den am Donnerstag, den 16.2.2006 in Wien-Floridsdorf gefundenen toten Schwan allerdings gab es nach den Laboruntersuchungen mittlerweile Entwarnung. Dennoch arbeiten Wissenschafter emsig an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen den auch für Menschen gefährlichen Virus H5N1. In Kürze sollen die erste klinische Studie mit einem Impfstoff gegen Vogelgrippe an der Saint Louis University (USA) stattfinden. Die Wissenschafter wollen den Impfstoff an 120 Kindern im Alter zwischen zwei und neun Jahren testen.

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Vogelgrippe offenbar in Wien angekommen

Ein verendeter Schwan im 21. Wiener Gemeindebezirk ist, wie mittlerweile bekannt geworden ist, nicht an dem – auch für Menschen gefährlichen – Grippevirus H5N1gestorben sein. Die Probe des am Donnerstag in Wien-Floridsdorf gefundenen toten Schwans wurde in London untersucht, nun kam das erfreuliche Ergebnis. Das tote Tier war am Donnerstag in das Labor der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit in Wien-Mödling gebracht und untersucht worden. Dort hatte man dann dringenden Verdacht auf Vogelgrippe festgestellt.

Seit Sonntag 19.2.06 – 0.00 Uhr, gilt wegen des Vogelgrippe-Verdachtes für das rot-weiß-rote Geflügel Stallpflicht. Und auch wenn die Hühner, Enten, Gänse, Puten wenig Freude damit haben dürften, der Branche bereitet diese Vorsichtsmaßnahme noch kein Kopfzerbrechen. Bisher hatte die Geflügelwirtschaft nämlich noch keinen Grund, einen Einbruch zu beklagen. Auch noch am Freitag – nach Bekanntwerden des Vogelgrippe-verdachts in Wien – griffen Herr und Frau Österreich bedenkenlos zu Geflügelfleisch – allerdings legte man Wert auf entsprechende heimische Gütesiegel.

Gekochtes Geflügel ist gefahrlos

Eine mögliche Erklärung: Gekochtes Geflügel ist gefahrlos – durch Erhitzung auf mindestens 70 Grad werden alle Viren abgetötet. Jährlich werden in Österreich übrigens rund 17 Kilogramm Geflügel pro Kopf verspeist. Trotz allem sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Im Folgenden die Ansteckungsrisiken und empfohlene Hygienemaßnahmen für Menschen:

Verhaltenstipps

  • Jeglichen direkten Kontakt mit Wildvögel meiden (z.B. füttern)
  • Besonders keine toten Wildvögel angreifen
  • Keinen Vogelkot angreifen
  • Kinder aus gegebenem Anlass nicht am Uferrand spielen lassen
  • Entdeckte tote Wildvögel sofort entweder dem Veterinäramt (Telefonnummer 4000-80 60) oder der Polizei melden
  • Wildvögel nicht füttern
  • Geflügelfleisch und Eier können weiterhin unbedenklich konsumiert werden
  • Vor dem Essen die Hände waschen.

Massnahmen

  • In Abstimmung mit dem Bund wird Wien nun die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt zur „Schutzzone“ und ganz Wien zur „Überwachungszone“ erklären. In der Schutzzone werden die 30 Geflügel haltenden Betriebe vom Amtstierarzt besucht und Desinfektionsmaßnahmen installiert.
  • In der Überwachungszone, also den restlichen Bezirken der Stadt, müssen Enten und Gänse nun getrennt von anderem Geflügel gehalten werden. Außerdem ist der Transport von Geflügel ebenso verboten wie Vogelschauen und -ausstellungen.
  • Ab Sonntag 0 Uhr besteht in ganz Österreich allgemeine Stallpflicht für Geflügel. Diese bleibt vorerst bis 30. April 2006 aufrecht.
  • Gänzlich geschlossen für den Publikumsverkehr wird ab spätestens Sonntag der Fundort des Schwanes, der Wasserpark in Floridsdorf. Dort wurden am Samstag drei weitere tote Schwäne gefunden, die derzeit in Mödling untersucht werden.
  • Verbot der Jagd auf Wildvögel
  • Stubenvögel sind von diesen Maßnahmen nicht betroffen.

Impfstoff soll erstmals an Kindern getestet werden

St. Louis (pte) – Die erste klinische Studie mit einem Impfstoff gegen Vogelgrippe wird in Kürze am Center for Vaccine Development an der Saint Louis University stattfinden. Die Wissenschafter wollen den aus einer inaktiven Form des potenziell tödlichen Virus H5N1 hergestellten Impfstoff an 120 Kindern im Alter zwischen zwei und neun Jahren testen. Basis für die Herstellung war ein Virenstamm, der in Vietnam nachgewiesen wurde. Dieser Impfstoff wurde durch die National Institutes of Health bereits an Erwachsenen erprobt.

Der leitende Wissenschafter Robert Belshe erklärte, es sei von entscheidender Bedeutung, dass ein Impfstoff besonders auf Kinder ausgerichtet sei, da sie besonders anfällig für eine Erkrankung sind und über andere Immunreaktionen als Erwachsene verfügen. Zusätzlich wird angenommen, dass Kinder eine Schlüsselrolle bei einer möglichen Ausbreitung der Vogelgrippe zu einer Pandemie spielen könnten. Derzeit werden Teilnehmer für die vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases finanzierte Studie gesucht. Belshe erklärte gegenüber der BBC, dass man sich keine Sorgen über das Wohlergehen der teilnehmenden Kinder machen müsse. Die möglichen Nebenwirkungen seien gering und würden sich auf einen wunden Arm und ein einfach zu behandelndes leichtes Fieber beschränken. „Wir sind überzeugt, dass unser Vorgehen sicher sich und uns eine große Menge an Informationen liefern wird wie der Impfstoff im Notfall zu verabreichen sein wird.“ Der Impfstoff wird in den Eiern von Hühnern hergestellt. Es gibt Befürchtungen, dass es durch das Herstellungsverfahren, das ein Ei pro Dosis erfordert, im Falle einer Pandemie zu Versorgungsengpässen kommen könnte.

Der Virologe John Oxford von der Barts and the London Queen Mary’s School of Medicine and Dentistry meinte, dass viele Pharmaunternehmen an der Entwicklung eines Impfoffes gegen das Virus H5N1 arbeiteten. Die Konzentration auf diese Krankheit sei so groß wie nie zuvor. Es gäbe jedoch eine Uneinigkeit zwischen den Wissenschaftern darüber, ob Impfstoffe gegen bestehende Virenstämme geschaffen und auf Vorrat hergestellt werden sollten. Zahlreiche Experten glauben, dass es besser wäre zu warten und im Falle einer Pandemie einen Impfstoff herzustellen, der genau auf den auslösenden Virentyp abgestimmt ist.

Quelle: Pressetext Austria

Linktipps:

– Krankheitslexikon: Vogelgrippe
– Schweinegrippe H1N1
– Österreichischer Influenza Pandemieplan
– Wiener Zeitung – Dossier: Artikel zur Vogelgrippe
– Influenza-Pandemie: Impfstoffe
– Schweinegrippe: Run auf Impfstellen
– Umfrage: Vogelgrippe – künstliche Hysterie oder reale Bedrohung?

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Kave Atefie





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