Niembaum | Heilpflanzenlexikon

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Niembaum, Naturheilmittel, Heilkraut

Als Heilpflanze findet der Niembaum bereits in alten ayurvedischen Schriften Erwähnung. Indische Ärzte setzten ihn schon vor 2000 Jahren bei Bluthochdruck, Anämie, Hepatitis, bei Geschwüren, Nesselsucht, Schilddrüsenerkrankungen und Verdauungsbeschwerden ein. Außerdem wurde er als Spermizid sowie zur Abtreibung verwendet.

Der Niembaum ist ein schnell wachsender, immergrüner Baum, der bis zu 200 Jahre alt werden kann. Er erreicht Wuchshöhen von 15 bis 20, bei besten Bedingungen bis zu 40 Metern.

Seine Inhaltsstoffe schützen den Niembaum vor Insekten und Krankheitserregern. Dies macht sich auch der Mensch zunutze und setzt die Stoffe des Niembaums in der Landwirtschaft zur Schädlingsbekämpfung ein. Auch zur Bekämpfung von Hausstaubmilben wird der Niembaum verwendet.

Heute findet der Niembaum unter anderem in der Zahn-und Mundhygiene sowie in Haarwässern und Shampoos Verwendung und wird – wie bereits erwähnt – als Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Azadirachta indica
  • Familie: Mahagonigewächse (Meliaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 40 m
  • Farbe der Blüten: Weiß
  • Vorkommen: ursprünglich aus Indien, heute auch in anderen Teilen Asiens sowie in Afrika, Amerika, Australien und auf den pazifischen Inseln
  • Standorte: Trockenheit und Hitze
  • verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen, Rinde

Synonyme

Margosa, Neem, Neembaum, Niem, Nim, Perlenbaum

Wirksame Inhaltsstoffe

ätherische Öle, Azadirachtin, Flavonoide (Hyperosid Quercetin Rutin), Gerbsäure, Harz, Linolsäure, Meliantriol, Myristinsäure, Nimbidin, Nimbin, Phosphor, Salannin, Schwefel

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Der Niembaum wirkt antibakteriell, antiviral, fungizid, insektizid, vorbeugend gegen Zahnfleischerkrankungen, spermizid und virostatisch. Auf folgenden Gebieten findet er daher Anwendung:

  • Hautpilze
  • Blasenentzündung
  • Bluthochdruck
  • Bronchitis
  • Darmentzündungen
  • Durchfall
  • Ekzeme
  • Flöhe
  • Furunkel
  • Fußpilz
  • Geschwüre
  • Hämorrhoiden
  • Hausstaubmilben
  • Hautentzündungen
  • Husten
  • Juckreiz
  • Kopfläuse
  • Kopfschmerzen
  • Kopfschuppen
  • Krätze
  • Leberschwäche
  • Nesselsucht
  • Neuralgien
  • Rheuma
  • Scheidenentzündung
  • Schuppen
  • Warzen
  • Wunden
  • Zahnschmerzen
  • Zecken


Dosierung und Anwendung

Der Niembaum findet bei der Herstellung zahlreicher Kosmetikprodukte und Zahnhygieneprodukte Verwendung. Auch Tees sind im Handel erhältlich, können aber, wenn man frische Blätter zur Verfügung hat, auch selbst hergestellt werden:

Eine Viertel Tasse Niembaumblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Warnhinweise

  • Nicht anwenden während Schwangerschaft und Stillzeit.
  • Nicht bei Säuglingen und Kleinkindern anwenden.
  • Niembaum-Produkte nicht über einen längeren Zeitraum und in großen Mengen einnehmen.
  • Niembaum-Öl innerlich angewandt kann bei manchen Menschen Übelkeit oder Unwohlsein auslösen.

Linktipps

– Neemöl – Naturkraft mit breitem Anwendungsspektrum
– Krätze (Scabies) | Krankheitslexikon
– Blutdrucktabelle zum Ausdrucken
– Was wirkt gegen Mundgeruch?
– Interstitielle Cystitis – die chronische Blasenentzündung
– Die Mandel – das gesunde Multitalent

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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