Nagelpilz – Vorbeugen, Erkennen und Behandeln

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Nagelpilz, Onychomykose

Jeder zehnte Österreicher infiziert sich mindestens einmal im Leben mit Nagelpilz (Onychomykose). Eine Ansteckung mit Pilzerregern ist in beispielsweise in Umkleidekabinen, Schwimm- und Turnhallen möglich. Nach der Diagnose Onychomykose empfiehlt sich ein sofortiger Behandlungsbeginn, um schmerzhafte Infektionen der Zehen und Finger gezielt zu vermeiden. Je nach Bedarf stehen medikamentöse oder alternative Therapien bei Nagelpilz zur Verfügung. Dieser Beitrag bietet einen Überblick und gibt Hinweise zur effektiven Prävention bei ausgewählten Risikogruppen für Onychomykose.

Fingernägel werden häufig als Spiegel der Seele bezeichnet, und tatsächlich geben sie weit mehr preis als man gemeinhin annehmen könnte. Medizinisch betrachtet sind Fingernägel zwar nichts anderes als verhorntes und vernetzes Gewebe der äußeren Hautschicht und doch können sie als Gradmesser für unsere Gesundheit gesehen werden, deren Aussehen Ärzten Aussagen über den allgemeinen Gesundheitszustand ermöglicht.

Nagelpilz (Onychomykose): Was ist das genau?

Gemäß der medizinischen Definition handelt es sich bei Onychomykose um einen infektiösen Pilzbefall von Zehen- oder Fingernägeln. Im Gegensatz zur Behandlung von Fußpilz ist die Therapie von Onychomykose durch einen ausgedehnten, zeitlichen Verlauf gekennzeichnet. In jedem Fall muss Nagelpilz fachärztlich diagnostiziert werden. Im anderen Fall besteht ein nicht zu unterschätzendes Risiko, dass der Pilz den gesamten Nagel zerstört beziehungsweise auch benachbarte Finger- oder Zehennägel befällt. Grundsätzlich verläuft Onychomykose nicht nur aus ästhetischer Perspektive ungünstig, sondern kann von akuten Schmerzen begleitet werden. Im Extremfall beeinträchtigt Nagelpilz das Gehen bei Betroffenen signifikant.

Wie entsteht Nagelpilz?

Hauptsächlich lösen Fadenpilze, hauptsächlich Trichophyton rubrum, Onychomykose aus. In Einzelfällen wird Fußpilz auch durch Schimmel- beziehungsweise Hefepilze ausgelöst. Allen gemeinsam ist, dass sie auf der Körperoberfläche eine herrliche Lebensgrundlage finden. Nicht zuletzt zehren sie vorrangig vom Keratin der Hornsubstanz von Nägeln, Haaren und Haut. Dabei handelt es sich bei Nagelpilz im Vorfeld um eine Pilzerkrankung der Füße, welche sich schlussendlich auf die Zehennägel ausweitet. Eine Infektion entsteht meist da, wo sich zahlreiche Menschen ohne Schuhe bewegen.

Oftmals erfolgt die Übertragung von Onychomykose in folgenden Bereichen des öffentlichen Lebens.

  • Sauna
  • öffentliche Bäder
  • Fitnessstudio
  • Umkleidekabinen von Sportzentren
  • öffentliche Duschen in öffentlichen Bade- und Sporteinrichtungen

Risikogruppen für Fuß- und Nagelpilz

Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko für Infektionen wie Fußpilz. Arteriosklerose und ein geschwächtes Immunsystem gelten als Ursachen dafür, dass die körpereigene Abwehr nicht mehr zuverlässig funktioniert.

Sportler im beruflichen oder privaten Alltag

Durch erhöhte Schweißabsonderung und häufige Aufenthalte in Umkleidekabinen beziehungsweise Duschen von Fitnesscentern erhöht sich das Risiko für eine Infektion mit Erregern von Onychomykose.

Diabetiker zählen ebenso zur Risikogruppe für die Entstehung von Fuß- und Nagelpilzen

Ursachen hierfür ist eine verminderte Durchblutung der Füße, eine zunehmend schwächere Immunabwehr als auch teilweise verminderte Sensibilität im Bereich der Extremitäten. Erreger von Pilzinfektionen gelingt es einfacher, den Körper anzugreifen.

Wie Nagelpilz richtig erkennen?

In den meisten Fällen beginnt Onychomykose im vorderen Bereich des betroffenen Nagels. Von da aus beginnt der Erreger, sich über den gesamten Nagel auszubreiten. Als typisches Symptom von Onychomykose lässt sich schrittweise Strukturveränderung vom Nagelmaterial bemerken. Folglich entstehen mit Luft gefüllte Hohlräume, welche anhand weiß gefärbter Flecken beziehungsweise Streifen sichtbar werden. Die Angriffsstelle des Erregers verdickt sich und bekommt eine typische Färbung (weiß oder gelblich-braun).

Alle Symptome von Nagelpilz auf einen Blick

  • befallene Nägel werden brüchig.
  • teilweise Abspaltung von Nagelschichten.
  • typische Verfärbungen (gelb, braun)
  • Flecken beziehungsweise Streifen (weiß)
  • verdickter Nagelbereich
  • Nagelbett entzündet sich.

Diagnose Nagelpilz mithilfe des Arztes

Besteht der Verdacht auf eine Pilzerkrankung, ist eine zeitnahe Identifikation des Erregers notwendig. Schlussendlich kann Onychomykose nur dann effektiv behandelt werden, wenn die Pilzart definiert ist. Zu diesem Zweck ist eine Nagelprobe im Labor zu analysieren. Nach dem Behandeln mit einer medizinischen Lösung erfolgt die Diagnose mithilfe des Mikrokops. Oftmals kommen zudem molekularbiologische Alternativen zum Einsatz.

Therapie von Fußpilz und Nagelpilz

Im Zentrum der Behandlung steht die Wachstumshemmung des Pilzes. Hierfür kommen Antimykotika zum Einsatz. Als Richtwerte für die Therapie von Onychomykose gelten:

  • Sind lediglich obere Nagelschichten vom Pilzbefall betroffen, eigenen sich äußere Therapiemethoden: Nagellack, Tinkturen
  • Sind bereits innere Bereich des Nagels als auch das Nagelbett betroffen, sind andere Therapiemethoden angezeigt: Kapseln, Tabletten

Kann der jeweilige Pilzerreger nicht eindeutig identifiziert werden, wird teilweise ein Breitspektrum-Antimykotikum verordnet. Vereinzelt sind zudem Kombinationstherapien mit Salben notwendig. Zu beachten ist, dass ein möglicher, parallel dazu auftretender Fußpilz in jedem Fall mitzubehandeln ist. Eine Therapie von Onychomykose mithilfe von Tabletten dauert durchschnittlich bis zu drei Monaten. Bei externen Anwendungen mit Lacken und Ähnlichen kann die Behandlung von Nagelpilz und Fußpilz bis zu einem halben Jahr dauern. Als eindeutiger Hinweis für den Therapieerfolg ist es, wenn der neue Nagel komplett gesund nachwächst.

Prävention von Nagelpilz

  • Ausschließlich Schuhe aus atmungsaktiven Materialien verwenden. Gleichzeitig sollte zugunsten eines gesundheitsfördernden Fußklimas genügen Bewegungsfreiheit für den Fuß herrschen.
  • Socken aus natürlichen Materialien wie reine Baumwolle, Schurwolle beziehungsweise Bambus- oder Hanfmaterialien bevorzugen.
  • Turn- und Sportschuhe ausschließlich für sportliche Aktivitäten nutzen.
  • Mindestens zwei bis drei verschiedene Paar für den beruflichen beziehungsweise privaten Alltag zur Verfügung haben. Jeden Tag ist ein anderes Paar Schuhe auszuwählen, damit die getragenen Exemplare im Innenbereich abtrocknen können.
  • Handtücher, Socken, Bettwäsche und Badematten regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius reinigen.
  • In öffentlichen Bade-, Sport- und Saunaeinrichtungen stets Badelatschen verwenden.
  • Nachhaltige Pflege der Nägel und Füße.

Da die Behandlung von Nagelpilz über einen sehr langen Zeitraum andauert, sind währenddessen zum Wohle der Mitmenschen einige Sicherheitshinweise zu beachten.

  • Eigene Handtücher für die betroffenen Stellen verwenden und täglich neu verwenden.
  • Socken, Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad Celsius wachsen.
  • Nagelscheren und Ähnliches nach Gebrauch stets desinfizieren beziehungsweise abkochen.
  • Nicht barfuß laufen

Alternative Heilmittel bei Nagelpilz und Fußpilz

Wird eine innerliche Behandlung von Onychomykose durchgeführt, können parallel dazu natürliche Hausmittel gegen Nagelpilz sinnvoll sein. Dies gilt auch für Personen, die zu oben genannten Risikogruppe gehören beziehungsweise bereits öfter unter Onychomykose litten. Hier eignen sich sanfte Naturheilmittel zur gezielten, äußeren Prävention von Fußpilz oder

Nagelpilz

  • Knoblauch
  • Essig beziehungsweise Essigessenz
  • Lavendelöl
  • Teebaumöl
  • Eigenurin
  • Backpulver
  • Alkohol
  • Zahnpasta

Linktipps

– Pflegetipps für schöne Fingernägel
– Tipps und Tricks für die richtige Nagelpflege
– Fußpilz – ein lästiger Plagegeist
– Nägelkauen – was tun?

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