Konservierungsmittel in Augentropfen: Allergien möglich

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Konservierungsmittel in Augentropfen könnten Allergien verursachen

Tropfen zur Therapie von Augenerkrankungen oder zur Augenpflege werden zumeist in Fläschchen mit wiederverwendbarer Pipette verabreicht. Um bei mehrmaligem Gebrauch der Pipette eine Verkeimung zu vermeiden, werden der Tropfflüssigkeit Konservierungsmittel zugesetzt. Zum Leidwesen vieler Patienten lösen diese Inhaltsstoffe in vielen Fällen heftige allergische Reaktionen aus.

Konservierungsmittel wie Benzalkoniumchlorid oder Chlorhexidin finden ihren Einsatz in zahlreichen Produkten des täglichen Lebens, etwa in Spülmittel, Kosmetika oder pharmazeutischen Produkten. Speziell Augen- und Nasentropfen, die naturgemäß leicht mit Viren oder Bakterien in Kontakt kommen, werden in der Regel auf diese Weise konserviert.

Der massive Einsatz von Konservierungsmittel gilt jedoch nach Expertenmeinung als einer der Hauptgründe für den Anstieg an Allergien. „Bereits 10 bis 20 % der Bevölkerung sind von allergiebedingter Augen- und Hauterkrankungen betroffen. Die Zahlen steigen aber stetig. Symptome für eine Allergie können entzündete Augenlider oder extrem trockene Lidhaut sowie Ekzeme sein“, so Martin Emesz, Oberarzt der Salzburger Uni-Augenklinik.

Benzalkoniumchlorid – gefährlich fürs Auge?

Benzalkoniumchlorid gilt nicht nur aufgrund seines allergieauslösenden Potenzials als Problemsubstanz im Zusammenhang mit den Augen. Werden Augentropfen, die diesen Wirkstoff beinhalten, über einen langen Zeitraum angewandt, können die Augen sukzessive austrocknen, und die Horhaut wird stellenweise dünner. Hornhautschäden, mitunter auch Geschwüre, können die Folge sein.

Schädigungen durch Benzalkoniumchlorid können nicht nur am Auge, sondern auch bei längerer Einnahme von Nasentropfen entstehen. Aus diesem Grund sollte die Anwendung von Produkten, die Substanzen wie Benzalkoniumchlorid oder Chlorhexidin enthalten, immer mit einem Arzt abgestimmt werden.

Ein spezielles Risiko birgt die gleichzeitige Verwendung von weichen Kontaktlinsen und Augentropfen in sich. Unter gewissen Umständen werden enthaltene Konservierungsmittel von den Kontaktlinsen aufgenommen und wirken von da an kontinuierlich auf die Hornhaut ein. Kontaktlinsenträger sollten also besonders eingehende ärztliche Beratung suchen.

Augenpflege ohne Konservierungsstoffe

Die Pharmaforschung beschäftigt sich seit Längerem mit konservierungsmittelfreien Arzneimitteln für die Augen. Der französische Hersteller Horus Pharma hat zuletzt mit der Reinigungs- und Pflegeserie Ilast in Österreich entsprechende Produkte auf den Markt gebracht.

Eine als „EpiFree“ bezeichnete Technologie ermögliche, so der Hersteller, die Aufrechterhaltung der Produktqualität auch ohne den Einsatz von Konservierungsstoffen. Die nach diesem Verfahren hergestellten Substanzen enthielten weiters weder Duftstoffe noch Alkohol und seien damit als „hypo-allergen“ zu bezeichnen.

Das Produkt Ilast Post-op etwa wurde speziell für die Pflege der Lidhaut nach Lidoperationen entwickelt und fördert die Wundheilung an der Operationsnaht. Das auf Hyaluronsäure und Vitamin A basierende Produkt ist nicht nur reizarm, sondern überdies steril in Monodosen – Einzelverpackungen für immer nur eine Anwendung – abgepackt.

Das Verpacken in Ampullen bzw. Pipetten für den einmaligen Gebrauch ist eine mittlerweile von zahlreichen Herstellern gewählte Methode, die eine Keimübertragung von einer Verwendung zur nächsten unterbindet. Bereits zahlreiche Augentropfen sind in derartiger Form erhältlich.

Linktipps

– Ilast Post-op
– Allergische Reaktionen
– Computer & Fernsehen – Belastungsprobe für die Augen
– Kontaktlinsen heute: Korrektur & Komfort
– Kontaktlinsen und Wassersport

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