Herpes und Gürtelrose – Terror der Viren

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Herpes

Das Herpes simplex-Virus gehört zur Gruppe der Herpes hominis-Viren und kommt nur beim Menschen vor. Ungefähr 85 % der jungen und über 90% der älteren Erwachsenen haben Antikörper gegen dieses Herpes-Virus sind also bereits mit diesem Krankheitserreger in Berührung gekommen.

Es werden 2 Typen von Herpes simplex Viren (HSV) unterschieden. Beide können die Haut, die Schleimhäute des ganzen Körpers und das Gehirn des Betroffenen angreifen. HSV Typ 1 wird vorwiegend an den Lippen (Herpes labialis) und der HSV Typ 2 wird häufig im Genitalbereich und dessen Schleimhäuten nachgewiesen (Herpes genitalis). Die Durchseuchungsrate liegt hier ab der Pubertät bei etwa 20 % (steigende Tendenz!). Für ein Neugeborenes kann ein unbehandelter Herpes genitalis der Mutter zum Tode führen.

Die durch Herpes simplex Viren verursachten Bläschen vorwiegend in Gruppen an der Haut und den Schleimhäuten auf und sind meistens schmerzhaft. Oft geht den Bläschen eine Gefühlsstörung an der betroffenen Stelle voraus, die sich als Brennen oder Kribbeln äußern kann. Die Erstinfektion erfolgt meist bis zum 5. Lebensjahr durch Schmier- und Tröpfcheninfektion. Hochinfektiös sind bereits betroffene Hautareale. Die erstmalige Ansteckung mit dem Virus verläuft oft ohne Symptome und wird daher meist nicht bemerkt. Nach der Erkrankung stirbt der Krankheitserreger nicht ab, sondern bewegt sich von der Oberhaut über die Nervenbahnen zu den Nervenwurzeln (Ganglien). Hier bleibt er in einer Art Dämmerzustand (Latenz).

Ist die Abwehrkraft des Organismus geschwächt, vermehrt sich das Virus und breitet sich auf dem umgekehrten Weg wieder Richtung Haut aus. Dort erscheint es dann in Form von Herpesbläschen. Auslöser für eine solche Reaktivierung können fiebrige Infekte (Herpes febrilis) sein, aber auch UV-Strahlung (Herpes solaris), Menstruation (Herpes menstrualis), Magen-Darmstörungen sowie hormonelle und psychische Faktoren (Schwangerschaft und Stress).

Die Gürtelrose (Herpes Zoster)

Die Gürtelrose (Herpes zoster) ist eine Zweitinfektion durch das Varicella zoster Virus. Dieser Erreger führt bei seinem Erstkontakt (meist im Kindesalter) zu Windpocken. Bekommt ein Kind Windpocken, so heilt zwar die Erkrankung ab, das Virus im Körper wird aber nicht vernichtet. Es zieht sich, ähnlich den Herpes-simplex Viren, in die Nervenknoten des Rückenmarks (Spinalganglien) zurück und verbleibt dort in einem inaktiven Zustand. Ist die Immunabwehr des Menschen geschwächt, kommt es zu einer rasanten Vermehrung der Viren und zu einem Wiederaufflammen der Infektion.

Das erste Anzeichen der Reaktivierung des Windpockenvirus ist ein brennendes Gefühl auf der Haut im Bereich der Nervenbahnen, an denen das Virus entlang wandert. Diese Nervenbahnen der Haut bilden von der Wirbelsäule aus in Richtung Brustbein einen Halbkreis um den Körper. Deshalb sind die starken Schmerzen und der nach zwei bis drei Tagen folgende Hautausschlag, die eine Gürtelrose begleiten, fast immer halbseitig (gürtelförmig). Nach drei bis fünf Tagen hat der Ausschlag, der anfangs aus kleinen Bläschen besteht, seinen Höhepunkt erreicht. Die Blasen platzen auf, es entstehen kleine Wunden, die nach und nach von Schorf bedeckt werden. Nach zwei bis drei Wochen fällt der Schorf meist ab. Zusätzlich zum Ausschlag kann Fieber auftreten. In manchen Fällen schwellen die Lymphknoten an. Schlimmer als die Krankheit selbst sind sehr oft die Schmerzen danach. Wochen, Monate, sogar Jahre später können die Hautbereiche, die von einer Gürtelrose befallen waren, noch schmerzen.

Diese Schmerzen nennt man „postherpetische Neuralgie“. Die Wahrscheinlichkeit für diese Neuralgie nimmt mit dem Alter zu. Sie ist besonders ausgeprägt und lang anhaltend, wenn die Krankheit ohne Behandlung ausheilte. Die Gürtelrose kann in jedem Alter auftreten. Am häufigsten betroffen sind Menschen zwischen dem 50.-70. Lebensjahr, aber auch jüngere, bei denen durch Krankheiten die Immunabwehr geschwächt (z.B. bei einer Grippeinfektion) ist oder ein Immundefekt vorliegt.( z.B. bei AIDS). Nach einer überstandenen Gürtelrose besteht lebenslange Immunität gegenüber dem Erreger der Windpocken und Gürtelrose.

Hilfe verspricht:

Laser

Eine befriedigende Therapie der Herpes Infektion gibt es bis heute nicht. Man hat bisher auch keine Möglichkeit gefunden, das im Körper ruhende Virus zu vernichten. Aus diesem Grund werden bei einer Herpes Infektion nur die Symptome wie eventuelle Schmerzen, Fieber und die Entzündungen behandelt. Entsprechende Medikamente, die die Ausbreitung der Viren hemmen, verkürzen nur die Dauer der Erkrankung. Sie haben jedoch auf den Verlauf einer Herpes Infektion keinen Einfluss.

Eine vielversprechende neue Alternative scheint die Low Intensity Lasertherapie zu sein. Diese Therapie wird mit Lasern niedriger Ausgangsleistung (im Milliwatt- Bereich) durchgeführt und ist schmerzlos. Die Wirkung dieser Behandlung wurde durch eine Studie an der Universitätsklinik für Dermatologie in Wien überprüft. An ihr nahmen 50 Patienten mit immer wiederkehrenden monatlichen Lippen Herpes Schüben teil. Eine vorangegangene Behandlung mit dem virenhemmenden Medikament Aciclovir war bei allen Teilnehmern erfolglos.

Die Patienten unterzogen sich 10 Tage lang täglich einer Laserbehandlung. Anschließend wurden sie in regelmäßigen Abständen über einen Zeitraum von 52 Wochen kontrolliert. Das Ergebnis war eindrucksvoll: Der durchschnittliche Abstand zwischen den Herpes Schüben lag bei der laserbehandelten Gruppe bei 37, 5 Wochen. Dagegen erfolgten die Herpesattacken bei der Kontrollgruppe, die keine Laserbehandlung erhielt, im Abstand von drei Wochen. Die Ursache dieses Erfolges können sich die Wissenschaftler noch nicht vollständig erklären.

Hausmittel – Aufguss aus Melisseblättern

Zubereitung:

Ca. 50 Gramm Melissenblätter werden mit ca. 0,5 Liter kochendem Wasser übergossen und etwa 10 Minuten stehen gelassen. Danach abseihen und die Flüssigkeit abkühlen lassen. Nun mit dem Aufguss die Hautstellen abtupfen oder eine getränkte Kompresse auflegen. Ein wässriger Melissenaufguss enthält keinerlei konservierende Stoffe und ist daher anfällig für Bakterienbefall. Er sollte deshalb immer nur in kleinen Mengen frisch zubereitet werden. Melisse wirkt durch die in ihr enthaltenen Gerbstoffe. Das sind chemische Inhaltsstoffe, die auf der Haut zusammenziehend und damit entzündungshemmend wirken. Es wird angenommen, das sich die speziellen Gerbstoffe der Melisse an die Oberfläche der Viren anheften und diese an ihrer Vermehrung hindern. Ein spezielles Hausmittel gegen Herpes genitales gibt es leider nicht. Es besteht lediglich die Möglichkeit, die Schmerzen oder den Juckreiz zu mildern. Dafür bieten sich zum Beispiel Sitzbader, bei denen auch Melisse oder Kamille angewandt werden können. Gelegentlich wird ein Hagebuttensitzbad empfohlen. Dies ist allerdings eine etwas ungewöhnliche Verwendung der Hagebutte, die sonst ausschließlich zur inneren Anwendung benutzt wird. Die in der Hagebutte enthaltenen Säuren wirken hier sicherlich leicht desinfizierend.

Wichtig: Ein Herpes genitalis bedarf unbedingt ärztlicher Behandlung!

Quelle: almeda.de

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