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Anhedonie – wenn das Leben nur noch aus Sorgen besteht

Anhedonie – wenn das Leben nur noch aus Sorgen besteht

Anhedonie, Sorgen, Depression

Gerne wäre der Mensch ein Leben lang glücklich und zufrieden. Doch dieser Wunsch ist leider nicht zu verwirklichen. Im Gegenteil, Höhen und Tiefen sind Bestandteil eines erfüllten, glücklichen Lebens. Seelische Verstimmungen sind normalerweise relativ schnell überwindbar. Außer man leidet an Anhedonie. Dabei handelt es sich um eine schwere seelische Erkrankung, die möglichst frühzeitig therapeutisch behandelt werden sollte.

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Der Begriff Anhedonie stammt aus dem Griechischen (anhedonos = ohne Vergnügen, unangenehm, lästig, lustlos) und bezeichnet eine psychische Störung, bei der die Fähigkeit zum positiven emotionalen Erleben stark reduziert ist. Anhedonie äußert sich unter anderem darin, dass man sich nicht mehr über jene Dinge freuen kann, die einem zuvor Freude bereitet haben. Das Empfinden von Freude, Lust oder Vergnügen ist insgesamt stark eingeschränkt oder bleibt ganz aus. Durch die Unfähigkeit, Befriedigung zu empfinden, führt es bei lang anhaltendem Verlauf zu leichten bis schweren psychischen Folgen wie Angst, Verzweiflung, Nervenzusammenbruch, ständige Traurigkeit, Depressionen, Lebensverneinung, Suizidvorstellungen, Panik, schweren nervliche Störungen, Zwangsvorstellungen und Phobien. Anhedonie ist oft zentraler Bestandteil depressiver Erkrankungen.

Häufige Symptome bei Anhedonie:

  • Melancholie
  • Bedrücktheit
  • Entmutigung
  • Unzufriedenheit
  • Überdruss
  • Freudlosigkeit
  • Katzenjammer
  • Pessimismus
  • Trübsinn
  • Verdrossenheit

Erste ernstzunehmende Warnsignale sind der Verlust der Lebensfreude in Kombination mit starken Stimmungsschwankungen. Dass weitaus mehr Frauen als Männer zur Gruppe der Betroffenen zählen, liegt daran, dass die Konstruktion des weiblichen Organismus die Entstehung depressiver Verstimmungen weitaus mehr begünstigt als jene des männlichen. Denn viel stärker wirken bei Frauen Hormone auf die jeweilige Stimmungslage ein: Sei es im Zuge des prämenstruellen Syndroms, der Monatsregel, in der Schwangerschaft, nach der Geburt, oder bei der Umstellung auf die Menopause. Zudem kommen die vielfältigen an Frauen gestellten Anforderungen des Alltags hinzu, nämlich Kinder, Familie, Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen. Kein Wunder, dass Frauen ihre Reserven an Glückshormonen schneller „verpulvern“ als Männer.

Wenn das Leben nur noch aus Sorgen besteht

Sich immer gleich zu fühlen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Im Laufe eines Tages ändert sich der Zustand unseres Wohlbefindens, je nach Belastung, Ernährung und der Möglichkeit zur Erholung. Wir sind daher ständig gefordert, uns den schnell wechselnden Tagesbedingungen anzupassen. Dies gelingt uns an manchen Tagen besser, dann wieder weniger gut. Nach einigen stressbeladenen Tagen kann man leicht in einen Zustand geraten, in dem man sich überfordert, erschöpft und freudlos fühlt.

Werden solche Phasen von Tagen und Wochen abgelöst, an denen man froh und intensiv am Leben teilnimmt, können unser Körper und unsere Psyche erneut Glückshormone auftanken, und wir können mit stressigen Tagen besser fertig werden. Wenn sich allerdings die Tage der Bedrücktheit zu längeren Phasen fügen und man das Leben plötzlich als Last empfindet, dann besteht höchste Gefahr, in Melancholie und Depressionen zu versinken. Und dann wird es Zeit, in eigener Sache aktiv zu werden und die Notbremse zu ziehen.

Lebensfreude von Neuem erwecken!

Zahlreiche Maßnahmen sind es, die nun ergriffen werden können:

  • Ernährung
    Gehirn und Nervenzellen können nur dann ausreichend Glücksstoffe und Glückshormone synthetisieren, wenn sie optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Dies geschieht in Form gesunder Ernährung (Gemüse, Obst, Salate, Vollkornprodukte) und eines konstanten Blutzuckerspiegels. Bei vielen Menschen befindet sich der Blutzuckerspiegel chronisch „im Keller“. Die Folgen sind Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Angst oder allgemeine Nervenschwäche. Als optimal gilt eine Blutzuckerkonzentration von 85 bis 105 mg Glukose pro Deziliter Blut. Die entsprechende Analyse samt einher gehender Beratung sollte unbedingt von einem Arzt vorgenommen werden.
  • Keine Aufputschmittel
    Weiters sollte man darauf achten, sich bei Müdigkeit und Erschöpfung lieber auszuruhen, als sich mit dem Genuss von Aufputschmitteln wie Kaffee, Schwarztee, Coca Cola oder Energydrinks künstlich wach zu halten. Diese beseitigen nur kurzfristig die Symptome der Erschöpfung, ohne aber den Körper wirklich zu regenerieren. Kurze Pausen und Phasen der Erholung sind daher notwendig, um den ganzen Körper mit neuer Energie aufzubauen.
  • Bewegung
    Die Bildung von Glückshormonen fördert man auch in Form von ausreichender Bewegung an der frischen Luft und genügend Schlaf.
  • Schließlich ist es für die meisten Betroffenen hilfreich, über die Dinge, die sie traurig stimmen oder bedrücken, zu sprechen, sei es mit dem Partner oder dem besten Freund.
  • Bei nachhaltigen, schweren Verstimmungen ist es jedoch unbedingt anzuraten, einen Arzt bzw. Therapeuten zu kontaktieren. Auf die Inanspruchnahme professioneller Hilfe sollte in solchen Fällen auf keinen Fall verzichtet werden!

Am Beginn des Weges aus dem seelischen Tief heraus steht jedenfalls immer das Erkennen des Zustands, das Akzeptieren des Problems und die Bereitschaft, sich helfen zulassen. Es gibt zwar kein sicheres “Verhütungsmittel“ gegen eine drohende Depression, aber mittels professioneller Hilfe sollte sich eine Kehrtwende schaffen lassen.

-nipete-

Linktipps:

– Psychotherapeutischer Bereitschaftsdienst Wien
– Antidepressiva auf dem Prüfstand
– Johanniskraut gegen Depressionen
– Depressive Erkrankungen
– Depressionen: Frauen häufiger betroffen aber schlechter versorgt
– Burnout

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Kave Atefie





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