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Influenza – wie man sich vor Grippe schützt

Influenza – wie man sich vor Grippe schützt

Influenza - wie man sich vor Grippe schützt

Die Influenza ist eine Viruserkrankung, die besonders in den Wintermonaten häufig auftritt. Jedes Jahr haben Menschen mit einer neuen Grippewelle zu kämpfen. Kinder und ältere Personen sind aufgrund des schwachen Immunsystems besonders gefährdet. Grundsätzlich ist die Influenza von einem einfachen grippalen Infekt zu unterscheiden. Doch wie kann man sich vor der echten Grippe schützen?



Rasante Verbreitung von Viren

Weltweit erkranken jährlich 100 Millionen Menschen an Influenza. Es wird geschätzt, dass das Virus der Grund für ein Zehntel aller krankheitsbedingten Arbeitsausfälle ist. Je effizienter sich die Viren entwickeln, desto eher können sich wellenartige Influenzaepidemien global ausweiten und somit zu Pandemien werden. Da diese Erkrankung in schlimmsten Fällen zur Beschädigung von lebenswichtigen Organen führen kann, wird regelmäßiges Impfen von ärztlicher Seite dringend empfohlen.

Dr.in Daniela Kasparek, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde und Dr. Rudolf Schmitzberger, ebenfalls Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sprechen über Symptome, Schutzmaßnahmen und die Dringlichkeit des Impfens gegen die Influenza.

Influenza – Interview mit Dr. Daniela Kasparek und Dr. Rudolf Schmitzberger

Dr.in Kasparek: Bei einem grippalen Infekt steht die rinnende Nase, der Husten, Schnupfen und moderates Fieber von 38 bis maximal 39 Grad im Vordergrund. Bei der Influenza sind es Kopf- und Gliederschmerzen, das Fieber ist meist über 39 Grad und sie dauert trotz Therapie bis zu einer Woche.

Anmerkung: Schon einfache Maßnahmen können die Ansteckungsgefahr reduzieren.

Dr. Schmitzberger: Das Influenzavirus verbreitet sich rasend, vor allem in der Bevölkerung der Kleinkinder, aber aufgrund des Ansteckungsmodus dann auch bei Jugendlichen und Erwachsenen. Die Basismaßnahmen in der Grippesaison sind Hygienemaßnahmen wie die richtige Hustenhygiene, das Vermeiden von Händeschütteln, häufiges Händewaschen und Publikumsansammlungen zu vermeiden, auch wenn das nicht immer möglich ist.

Anmerkung: Jedes Jahr wird von Influenzaepidemien oder gar Pandemien berichtet. Das Infektionsrisiko ist gerade bei Kindern erhöht.

Dr.in Kasparek: Das Besondere an Influenzaviren ist, dass sie sie sehr mutationsfreudig sind, also sich jedes Jahr verändern und daher der Impfstoff neu entwickelt werden muss.

Anmerkung: Influenzaviren schwächen das Immunsystem, dadurch können Bakterien in den Organismus eindringen und in weiterer folge Infektionen wie eine Lungenentzündung hervorrufen.

Dr.in Kasparek:
Es kommt deswegen zu Pandemien, weil es erstens insbesondere in Österreich eine sehr schlechte Durchimpfungsrate gibt, zweitens weil man einer Tröpfcheninfektion schwer entgehen kann. Diese ist derartig massiv, dass relativ rasch eine Infektion entsteht. Ein Risiko ist es vor allem für chronisch kranke Leute wie Diabetiker, Herzkranke, Lungenkranke und für kleine Kinder. Man kann erst ab dem sechsten Lebensmonat impfen, weil davor das Immunsystem noch nicht so gut ausgeprägt ist. Kinder übertragen das Virus oft auf ältere Leute wie ihre Großeltern. Natürlich sind auch sämtliche Personen gefährdet, die im gesundheitlichen Bereich wie einem Krankenhaus oder Ordinationen arbeiten, oder in Schulen, also dort wo es zur Ansammlung von vielen Menschen kommt.

Anmerkung: Eine Grippeimpfung ist der einzige relevante Schutz vor einer Influenza.

Dr.in Kasparek: Grippeimpfen sollte man sich deswegen lassen, weil die Chance, dass es zu einer Ansteckung kommt sehr hoch ist, man mindestens zehn Tage im Krankenstand ist und das Ganze auch Komplikationen wie die Lungenentzündung herbeiführen kann. Nicht zu vergessen ist auch der soziale Aspekt. Wenn man Kinder schützt, schützt man auch die Großeltern, die leider häufig nicht sehr impffreudig sind, oft eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung oder kein gesundes Herz haben und ab dem 55. Lebensjahr in der Immunität eingeschränkt sind. Ab dann muss man öfter impfen. Durch das Impfen der Kinder kann man indirekt auch die Großeltern schützen.

Grippeschutzimpfung: Empfehlungen und Risikogruppen

Ab dem 60. Lebensjahr wird wegen der Abnahme der Leistungsfähigkeit des Immunsystems jährlich eine Grippeimpfung empfohlen. Wer sich impfen lassen will, sollte die Impfung im Herbst noch vor Beginn der Influenzasaison durchführen lassen (etwa im September oder Oktober). Besonders wichtig ist die Schutzimpfung für Menschen, die wegen einer anderen Erkrankung durch eine Influenza-Erkrankung besonders gefährdet sind (z.B. Herzkrankheiten, Bronchitis, chronische Nieren- und Stoffwechselkrankheiten oder auch Immundefekte).

Für Kinder wird die Impfung in der Regel nicht empfohlen: Kinder im Kindergarten und Vorschulalter haben ein noch nicht voll ausgereiftes Immunsystem. Sie leiden deshalb zwar öfter an Erkältungen und Infektionen als Erwachsene, diese Erkrankungen sollten trotzdem zugelassen werden, denn das Immunsystem muss richtig trainiert werden. Für normal entwickelte Kinder, die keine weitere Erkrankung haben, ist eine Grippeschutzimpfung daher nicht erforderlich.

Für die Saison 2016/17 sind folgende Stämme im Impfstoff enthalten:

a) Trivalente Impfstoffe

ein A/California/7/2009 (H1N1)pdm09-like Virus
ein A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-like Virus
ein B/Brisbane/60/2008-like Virus (B/Victoria-Linie)

b) Tetravalente Impfstoffe

enthalten neben den oben aufgeführten drei Stämmen noch ein
B/Phuket/3073/2013-like Virus, das die Yamagata-Linie repräsentiert.

Impfungen gegen Influenza müssen jedes Jahr neu erfolgen, denn gegen die unter dem Selektionsdruck der Herdenimmunität veränderten Viren sind die Impfstoffe des Vorjahres meist kaum wirksam.

Nicht geimpft werden sollte bei akuten, fieberhaften (über 38,5°C) und entzündlichen Erkrankungen sowie bei Allergien gegen Hühnereiweiß oder Bestandteile des Impfstoffes.

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Quellen:

¹ vielgesundheit.at – die MedizinMediathek
² Influenza – Projekt Diagnostisches Influenzanetzwerk Österreich (DINÖ)

Linktipps:

– Was ist Fieber?
– Alles über Impfungen: Grippeimpfung
– Erkältung oder Grippe? Der Unterschied zwischen grippalem Infekt und Influenza
– So kommen Kinder mit gestärktem Immunsystem gesund durch den Winter

Kave Atefie





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