1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (5 Bewertungen, Durchschnitt: 3,00 Sterne von 5)
Zahnmedizin in Österreich

Zahnmedizin in Österreich

Zahnmedizin in Österreich

Bei den Begriffen Zahnmedizin und Zahnarzt denken wir alle wohl eher an unangenehme Gerüche und bevorstehende, schmerzhafte Behandlungen mit Bohrer & Co. als an ein interessantes und umfangreiches Berufsfeld. Doch der Zahnarztberuf ist ein breites Berufsbild mit vielen Möglichkeiten und auch guten Verdienstaussichten. Die Anforderungen haben sich in den letzten Jahren allerdings ziemlich geändert. Wir geben einen groben Überblick über das Betätigungsfeld und die Aufgaben der Berufsgruppe Zahnmedizin in Österreich.



Das Hauptaufgabengebiet der zahnärztlichen Heilkunde umfasst die Diagnose und Therapie von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten sowie aller abnormen Prozesse im Bereich der Zähne, des Mundes und des Kiefers. Was das genau bedeutet haben wir für Sie recherchiert.

Beschäftigungsmöglichkeiten und Verdienstmöglichkeit

Beschäftigungsmöglichkeiten für Zahnmediziner bestehen in zahnärztlichen Ordinationen, Zahnkliniken und in zahnärztlichen Ambulatorien. Das Gehalt ist wie bei vielen Berufen von vielen Faktoren abhängig – ist man selbständig tätig? Angestellt? In einem Laboratorium oder einer Praxis? Mit oder ohne Kassenvertrag?


So schwierig es ist, genaue Angabe zu machen, so erfreulich, was wir aus dem Munde eines Insiders erfahren haben: „Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Zahnmediziner liegt aktuelle zwischen Euro 2000 bis 2520 brutto pro Monat“.

Die österreichischen Zahnärzte mit Kassenvertrag haben als einzige ärztliche Berufsgruppe ein konsequentes Einzelleistungsverrechnungssystem mit den Kassen. Die Kassenleistungen in der Zahlheilkunde sind jedoch sehr begrenzt.

Auch Versicherungen decken höhere Zahnarztkosten kaum. Dies liegt darin begründet, dass Versicherungen davon leben, dass der Risikofall, eine (teure) Zahnbehandlung, nicht eintritt, Zahnbehandlungen aber nahezu jeder im Laufe seines Lebens braucht und das Risiko daher für die Versicherer unrentabel ist und nur wenige Versicherungen dieses Risiko abdecken.

Zusammenfassend treffen die Kosten für Zahnbehandlungen mangels Kassenleistungen und Versicherungsabdeckung hauptsächlich die Patienten. Zahnärzte haben also eine relativ freie Gestaltungsmöglichkeit, was ihr Tarife betrifft. Umgekehrt heißt das natürlich auch für Patienten: Eingehende Recherche hinsichtlich Angebot und Preisen lohnt sich!

Ausbildung und Weiterbildung

Die Aus- und Weiterbildung erfolgt im Rahmen des Universitätsstudiums für Zahnmedizin. Darüberhinaus sind natürlich Spezialisierungen und spezifische Weiterbildungen möglich.

Fachqualifikationen im Bereich der Zahnmedizin umfassen die Gesundheitsförderung, ein medizinisches Fachwissen insbesondere in der Zahnmedizin (Kieferorthopädie), die medizinische Beratung, Zahntechnik-Kenntnisse insbesondere in der Zahn- und Kieferregulierung sowie die Kunststoff-Zahntechnik.

Als überfachliche Qualifikationen sind Fachsprachenkenntnisse, Fingerfertigkeit, ein gutes Sehvermögen sowie hohes Einfühlungsvermögen zu nennen.

Exkurs: Qualifikationsprofil der Absolventen/innen des Diplomstudiums Zahnmedizin

Das vorrangige Ziel des Studiums der Zahnmedizin ist nach EU-Richtlinie die Ausbildung von kompetenten und klinisch erfahrenen Zahnmedizinern. Alle erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Ausübung aller Tätigkeiten der Verhütung, Diagnose und Behandlung von Anomalien und Krankheiten von Zähnen, Mund und Kiefer sowie der dazugehörenden Gewebe werden in der Ausbildung vermittelt.

Nach Absolvierung des Diplomstudiums Zahnmedizin sollen die Ausgebildeten das Berufsbild in vollem Umfang erfüllen und ebenso in der Lage sein, die komplette berufliche Verantwortung für eine erfolgreiche und sichere Behandlung des Patienten zu übernehmen.

Diplomstudium Zahnmedizin

Die Ausbildungsziele teilen sich in drei einander ergänzende Bereiche, nämlich in ‚Kenntnisse‘, ‚Fertigkeiten‘ und ‚Einstellungen‘ der zahnärztlichen Heilkunde.

Kenntnisse
Die Kenntnisse der zahnärztlichen Heilkunde beginnen mit dem nötigen Verständnis für wissenschaftliche Grundlagen dieses Faches sowie anderer für die Zahnmedizin relevanter medizinischer Disziplinen.

Die Vertrautheit mit den Möglichkeiten und Methoden des selbstständigen Wissenserwerbs gehören ebenso zu den Kenntnissen der Zahnmediziner wie die kritische Interpretation und Verwertung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Die Absolventen des Diplomstudiums für Zahnmedizin verfügen über umfassende Kenntnisse über zahnmedizinische Probleme und Erkrankungen, deren Diagnostik, die Vielfalt der derzeit verfügbaren Untersuchungstechniken sowie adäquater Behandlungsverfahren.

Weitere erworbene Kenntnisse sind das Wissen über Krankheitsprozesse wie Infektion, Entzündung, Immunreaktionen, Degeneration, Neoplasie, metabolische oder genetische Störungen, Unfälle und Notfälle sowie das Wissen über die Auswirkungen von organischen oder psychischen Erkrankungen.

Erforderliche Fertigkeiten

Folgende Fertigkeiten zeichnen den zahnärztlichen Beruf aus:

  • Die Fähigkeit der Beschaffung von erforderlichen Informationen, deren Überprüfung auf Gültigkeit und Verwertbarkeit, die darauf folgende Analysierung von Problemen und Fragestellungen sowie die Planung effizienter Lösungen nach Prioritätensetzung.
  • Die Fähigkeit der zielführenden und klaren Kommunikation mit Patienten, deren Angehörigen, Kollegen und anderen medizinischen Berufsgruppen als interdisziplinäres Team.
  • Die Fähigkeit der Erhebung und Dokumentation der Beschwerden von Patienten, Durchführung der geeigneten Untersuchungen, die Interpretation der daraus gewonnen Ergebnisse sowie die Veranlassung diagnostischer Schritte wenn erforderlich. Dies ergibt einen fachlich fundierten Behandlungsplan.
  • Durch hohes manuelles Geschick und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sowie die Anwendung höchstmöglicher Kompetenz und Fähigkeit der Anwendung kurativer und prophylaktischer Maßnahmen zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Zähne, des Kauapparates sowie der Mundhöhle nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Zahnheilkunde soll eine optimale Patientenzufriedenheit sichergestellt werden.

Das Streben nach einer optimalen Ausübung des zahnärztlichen Berufes schließt die Bereitschaft zur ständigen, lebenslangen Fortbildung ebenso ein wie ein aktiver Wissenserwerb und das Bestreben, seinen eigenen Wissensstand für die Qualität der Patientenbehandlung stetig zu verbessern.

Die eigenen Leistungen selbstkritisch zu beurteilen und gegenüber der Beurteilung durch externe Experten aufgeschlossen zu sein gehört ebenso zu den notwendigen Einstellungen eines Zahnmediziners. Auch Teamfähigkeit, bedingt durch die oft notwendige Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen und die rechtzeitige Einbeziehung von Experten sind weitere Grundvoraussetzungen für qualitätsvolle Arbeit.

Weitere Anforderungen:

Erbringung von Respekt und (wenn notwendig auch ein gewisses Durchsetzungsvermögen) gegenüber Patienten, Kollegen und Mitarbeitern, sowie die Beachtung der Patientenrechte. Diese stützen sich vor allem auf das Recht der Patienten auf Aufklärung und Zustimmung zu einer Behandlung sowie der Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht.

Bei der Erstellung eines Behandlungsvorschlages sind die Beachtung moralischer und ethischer Verantwortung sowie die Bewältigung von Ausnahmesituationen im zahnärztlichen Bereich unerlässlich.

Fazit: Zahnarzt ist ein Beruf, der viel Abwechslung mit sich bringen kann, den Umgang mit Menschen und Interdisziplinarität ermöglicht. Die Verdienstaussichten sind ansprechend und Zahnärzte und ihre Leistungen werden immer nachgefragt sein. Und wenn sie ein einfühlsamer und vorsichtiger Zahnarzt sind, werden sie auch dankbare Patienten haben – und enstprechend positives Fedback!


Linktipps:

– Behandlung beim Zahnarzt
– Keine Angst vor dem Zahnarzt
– Wie gesund sind Ihre Zähne? | Online-Test
– Schmerzempfindliche Zähne (Dentinhypersensibilität)