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Bleaching: Zahnbleichmittel können Nebenwirkungen haben

Bleaching: Zahnbleichmittel können Nebenwirkungen haben

Zähnebleichen

Braun gebrannter Körper aus dem Solarium, leuchtende Augen mittels färbiger Kontaktlinsen, strahlend weiße Zähne durch Bleaching. Schönheit über alles! Für ein makellos weißes Lächeln greifen immer mehr Menschen zu Zahn-Bleichmitteln. Folien, Gele und Pasten sollen die verfärbten Zähne wieder strahlend weiß machen. Das so genannte Bleaching ist aber nicht ganz ungefährlich und kann auch Nebenwirkungen haben.



Verfärbungen der Zähne können unterschiedliche Ursachen haben: So lagern sich im Laufe der Zeit im Kristallgefüge des Zahnschmelzes Nikotin, Koffein oder etwa Tannin, das im Wein enthalten ist, ab. Auch Medikamente (zum Beispiel Penicilline) und Spurenelemente (zum Beispiel bei zuviel Fluorid) können Flecken verursachen. Schließlich wird die individuelle Zahnfarbe im Alter dunkler. Die Bleichmittel für Zähne funktionieren fast alle nach demselben Prinzip: Sie enthalten Substanzen, die Sauerstoff-Radikale im Mund freisetzen. Diese oxidieren oder reduzieren Farbstoffe im Zahnschmelz und hellen dadurch die Zähne um ein bis zwei Farbnuancen auf.

Aufhellen in den allermeisten Fällen nicht nötig

Aber das Aufhellen der Zähne kann auch Nebenwirkungen haben. Der Zahnschmelz kann erweichen und es besteht die Gefahr, dass die Zähne brechen; außerdem können sie schmerzempfindlicher werden. „Die Zähne sollten deshalb nicht in Eigenregie aufgehellt werden, sondern von einem Zahnarzt, denn der weiß, wie er solchen Nebenwirkungen vorbeugen kann“, rät Zahnarzt Dr. Bulk. Aus gesundheitlichen Gründen ist das Aufhellen der Zähne nicht nötig. „Gewöhnlich versuche ich, meine Patienten davon zu überzeugen, dass der natürliche Elfenbeinton der Zähne im Grunde viel schöner ist als das harte Kalkweiß gebleichter Zähne“, sagt Bulk, beratender Zahnarzt des Deutschen AOK-Bundesverbands.

Aber noch etwas anderes muss bei dem Wunsch nach helleren Zähnen beachtet werden: Wer Kunststoff-Füllungen hat, muss damit rechnen, dass diese Füllungen als dunkel „verfärbt“ das kosmetische Gesamtbild beeinträchtigen, was besonders bei Zähnen im Sichtbereich stört. Das gilt auch für die Verblendungen, zum Beispiel bei vorhandenem Brücken-Zahnersatz, denn alle Bleichmittel hellen nur natürliche Zähne auf. Aus diesem Grunde sollten kariöse Zähne im sichtbaren Bereich auch zunächst provisorisch versorgt werden, um die Farbe der endgültigen (Kunststoff-) Füllungen dann nach dem Bleachen anzupassen. Übrigens: Nach zwei bis drei Jahren muss die Bleaching-Prozedur wiederholt werden, um das ursprüngliche Ergebnis zu halten. Bleachen ist eine rein kosmetische Maßnahme. Deswegen werden die Kosten dafür von den Krankenkassen auch nicht übernommen.

Mittel zum Zähnebleichen

Das Prinzip der Aufhellung ist fast immer gleich. Die Mittel enthalten meist Peroxyde – die dringen in den Zahnschmelz ein und entfärben dort die verfärbten Moleküle. Es ist ein ähnlicher Effekt wie beim Blondieren von Haaren. Gels werden mit einem Pinsel direkt auf die Zähne aufgetragen. Andere Bleichmittel funktionieren wie ein Filzstift. Üblich sind auch Plastikstreifen. Sie werden auf die Zahnfront geklebt und müssen dort für eine halbe Stunde bleiben, um ihre Wirkung zu entfalten. Auch der Testsieger der Deutschen Stiftung Warentest, Blend-a-Med Whitestrips arbeitet nach diesem Prinzip. Sie waren die einzigen, die einen deutlich sichtbaren Effekt bei den Zähnen erzielten.

Bei anderen Produkten war das Ergebnis zwar messbar, aber mit bloßem Auge kaum sichtbar. Dafür gibt es nur ein „ausreichend“. Die Whitestrips bekamen daher als einzige das Gesamturteil „gut“. Mit 39.- Euro sind sie allerdings das teuerste Produkt im Test. Das Night Effekts Gel aus dem gleichen Hause ist nur befriedigend, ebenso wie die Odol-med 3 Zahnweiss-Streifen. Für alle anderen gab’s ein „ausreichend“, da sie kaum einen Effekt zeigen – abgesehen von den Nebenwirkungen.

Mögliche Nebenwirkungen

Mit Nebenwirkungen muss man rechnen, sie kommen aber nicht bei jedem vor. Beispielsweise ist es möglich, das die Zähne für ein paar Tage empfindlicher sind. Doch Zahn- oder Zahnfleischprobleme treten nur für kurze Zeit auf und verschwinden nach wenigen Tagen wieder. Die meisten Produkte werden über einen Zeitraum von 14 Tagen beziehungsweise Nächten angewandt. Beim Zahnarzt geht das Bleichen allerdings schneller. Wirkstoffe und Prinzip sind hier ähnlich, nur die Dosierung ist deutlich höher. Für eine Behandlung werden pro Kiefer rund 300.- Euro fällig. Auch wer zuhause bleichen will, sollte unbedingt vorher den Zahnarzt aufsuchen.

Das Risiko, durch Bleichmittel seine Zähne zu schädigen, ist groß. Der Zahnarzt überprüft, ob irgendwo kariöse Stellen sind oder etwa undichte Füllungen. In beiden Fällen kann es sein, das das Bleichmittel eindringt und zu Nervreizungen führt. Im schlimmsten Fall kann es eine Wurzelkanalbehandlung nach sich ziehen. Und die kann dann richtig schmerzhaft werden. Auch wer einen angegriffenen Zahnschmelz hat oder schwanger ist, sollte vom Bleichen die Finger lassen. Für alle anderen ist es eine günstige Möglichkeit, hellere Zähne zu bekommen – vorausgesetzt, man hat kein unwirksames Mittel gekauft.

Linktipps:

– Zahn-Corner: Infos von A bis Z
– Zahnrestauration: Plombe, Krone oder Brücke?
– Mundgeruch – was tun gegen schlechten Atem?
– Verbraucher- und Patientenberatung: Weisse Zähne ein Gesundheitsrisiko?

Kave Atefie





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