Scheideninfektion im Urlaub vorbeugen

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Scheideninfektion im Urlaub

Urlaub heißt Veränderung, auch für den Intimbereich einer Frau. Dieser weiß fremde Toiletten, Bäder in stark gechlortem Wasser, heiß-feuchtes Klima und Aufregung gar nicht zu schätzen. Und reagiert mit einer Störung der natürlichen Scheidenflora. Genauer: Die Milchsäurebakterien, die im Normalfall für ein stark saures Milieu in der Scheide sorgen, geraten aus dem Gleichgewicht.

Schwimmen ohne Reue

Besonders das Schwimmvergnügen endet für viele Frauen mit unangenehmen Konsequenzen: Sie nehmen eine Scheideninfektion mit nach Hause. Ausreichend Chlor im Badewasser lässt Krankheitserregern zwar wenig Chance, kann aber auch die gesunde Scheidenflora stören. Herrscht in der Scheidenflora ein Ungleichgewicht an Bakterien – wie im Urlaub häufig der Fall – treten rasch die bekannten Symptome ein: Brennen, Juckreiz und Schmerzen.

Etwa jede 3. Frau hat zu wenig Lactobacillen. Dieser anfänglich oft unbemerkt verlaufende Lactobacillen-Mangel führt häufig zu unangenehmen Beschwerden im Intimbereich – vermehrtem Ausfluss, Juckreiz, Brennen, Geruch. Dadurch wird die Lebensqualität der Frau massiv beeinträchtigt.

Ein Mangel an Lactobacillen kann auch zur „bakteriellen Vaginose“ führen. Infektionen werden begünstigt, das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt steigt.

Die gesunde Scheide ist, wie z.B. auch der Darm oder der Mund, mit zahlreichen nützlichen Bakterien und Pilzen besiedelt („Flora“). Ihre Anzahl ist von Frau zu Frau unterschiedlich und verändert sich je nach Alter und Zyklusphase. In der gesunden Scheide überwiegen die Milchsäurebildenden Bakterien.

Dieses saure Milieu verhindert das Eindringen krankheitserregender Bakterien und Pilze, die sich ansiedeln, vermehren und aufsteigen können. So sind Scheide, innere Geschlechtsorgane und Harnwege wirksam vor Infektionen geschützt.

Lactobacillen – „gute Kämpfer“ für ein gesundes Gleichgewicht

Sind zuwenig Milchsäurebakterien (Lactobacillen) vorhanden – etwa durch übertriebene Intimhygiene, hormonelle Veränderungen oder einer Antibiotikatherapie ist eine Störung des mikrobiellen Gleichgewichts der Scheide, welches zu einer bakteriellen Vaginose oder Pilzinfektion führen kann die Folge. Häufige Scheideninfektionen sind für Frauen belastend und können sich negativ auf deren Selbstbild, die Sexualität und den Kinderwunsch auswirken. In einer Studie der Wiener Universitätsfrauenklinik konnte gezeigt werden, dass mit den Lactobacillen enthaltenden Scheidenkapseln ein gezielter therapeutischer Aufbau der Vaginalflora speziell nach einer Antibiotikatherapie ebenso wie gezielte Vorbeugung etwa im Urlaub möglich ist.

Vorbeugende Kur mit Laktobacillen

Daher ist es gerade vor und im Urlaub ratsam, die Scheidenflora durch Zuführung von Laktobazillen zu unterstützen. „Laktobazillen fungieren in der Scheide als Schutzbarriere gegen Krankheitserreger?, so Univ.-Prof. Dr. Armin Witt, Gynäkologe und Gründer des Akutservices „Gyninfekt?. „Sind sie in zu geringer Anzahl oder gar nicht vorhanden, ist die Gabe von Milchsäurebakterien unbedingt nötig. Denn nur eine gesunde Scheide mit genügend Laktobazillen kann Keimen standhalten und Infektionen, wie sie etwa durch Chlor ausgelöst werden können, abwehren.“

GynophilusCE Scheidenkapseln (Medizinprodukt) zum Beispiel enthalten diese speziellen Milchsäurebakterien – den Lactobacillus casei rhamnosus – in sehr hoher Anzahl und erhalten oder stellen das Gleichgewicht der gesunden Scheidenflora wieder her. Dier Kapseln sind in der Apotheke erhältlich.

Tipps zur richtigen Intimpflege:

  • nur äußere Scheidenregion waschen, täglich, kurz, sanft, mit lauwarmem Wasser, mit der Hand (kein Waschlappen), von vorne nach hinten.
  • Schamgegend sauber, trocken und „luftig? halten – vermeiden Sie Unterwäsche aus Kunstfasern.
  • Verwenden Sie keine Intimdeos und Feuchttücher selbst wenn aufgrund von Beschwerden ein erhöhtes Reinigungsbedürfnis vorhanden ist
  • Schaumbäder möglichst selten, Scheidenspülungen nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden
  • immer von der Scheide weg in Richtung After abwischen (v.a. nach dem Stuhlgang) und nie zweimal mit dem gleichen Stück Toilettenpapier wischen – um eine Verschleppung der Darmbakterien zu verhindern.
  • Wenn Sie Analverkehr praktizieren, darf der Partner nach dem Verkehr im Anus nicht mit dem Penis in die Scheide wechseln – es besteht ebenfalls die Gefahr einer Verschleppung der Darmbakterien!

[red]

Quellen:

¹ www.gesundescheide.atWebseite der Germania Pharmazeutika
² www.gyninfekt.atAkutservices „Gyninfekt?

Foto: DASH / fotolia.de – honorarfrei

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