Meerrettich | Heilpflanzenlexikon

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Meerrettich, Kren, Naturheilmittel

Der Meerrettich ist bereits seit der Antike als Heilpflanze und Küchengewürz bekannt. So wie heute wurde er als Gewürz zum Schärfen von Gerichten verwendet; in der Volksmedizin machte man sich damals wie heute seine reinigende und antibiotische Wirkung zunutze.

Der Meerrettich wird in Süddeutschland und Österreich „Kren“ genannt. Eine von der EU geografisch geschützte Marke ist „Echter Steirischer Kren“, der unter diesem Namen nur von Produzenten, die im Erzeugerregister des Landesverbandes Steirischer Gemüsebauern gelistet sind, vertrieben werden darf.

Ein Verwandter des europäischen Meerrettichs ist der japanische Meerrettich, der unter dem Namen „Wasabi“ bekannt ist und noch schärfer schmeckt als der europäische.

Der Meerrettich ist eine ausdauernde und winterfeste Pflanze. Er kann eine Wuchshöhe von bis zu 120 cm, selten sogar von bis zu 2 Metern erreichen. In den Monaten Juni und Juli blüht der Meerrettich und verströmt einen starken Duft. Verwendet wird vom Meerrettich, sowohl für medizinische Zwecke als auch als Küchengewürz, die Wurzel. Sie ist außen schmutzig weiß bis gelb und unregelmäßig gerillt. Innen ist die Wurzel reinweiß.

Der charakteristische stechende und augenreizende Geruch der Wurzel wird erst durch Schneiden oder Reiben freigesetzt.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Armoracia rusticana
  • Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 2 m
  • Farbe der Blüten: Weiß
  • Sammelzeit: Frühjahr und Herbst
  • Vorkommen: Europa
  • Standorte: sonnig bis halbschattig; nährstoffreiche, tiefgründige, gelockerte Böden
  • verwendete Pflanzenteile: Wurzel

Synonyme

Bauernsenf, Fleischkraut, Grä, Grien, Kren, Krien, Mährrettich, Märek, Meerrettig, Mirch, Pfefferwurzel, Rachenputzer, Waldrettich

Wirksame Inhaltsstoffe

Allylsenföl, Arginin, Asparagin, ätherische Öle, Flavonoide (Kämpferol, Quercetin), Glucosinolate = Senfölglycoside (Allicin, Gluconasturtiin, Sinigrin), Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor), Oxydase, Schleimstoffe (Pentosan), Senföle, Vitamine (B1, B2, B6, C)

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Der Meerrettich wirkt antibakteriell, harntreibend, menstruationsfördernd, schleimlösend und schweißtreibend. Auf folgenden Gebieten findet er Anwendung:

  • Appetitlosigkeit
  • Asthma
  • Blähungen
  • Blasen- und Nierenbeckenentzündung
  • Bronchialkatarrh
  • Bronchitis
  • Eingeweidesteine
  • Erkältungen
  • Fieber
  • Gallenerkrankungen
  • Gicht
  • Grippe
  • Harnsteine
  • Husten
  • Infekte der Atem- und Harnwege
  • Insektenstiche
  • Keuchhusten
  • Kopfschmerzen
  • Lebererkrankungen
  • Mandelentzündung (Angina)
  • Muskelschmerzen
  • Nebenhöhlenentzündung
  • neuralgische Beschwerden
  • Nierenerkrankungen
  • Rheuma
  • rheumatische Beschwerden
  • Schmerzen aller Art
  • Skorbut
  • Stärkung des Immunsystems
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung
  • Vitamin C-Mangel
  • Zahnschmerzen


Dosierung und Anwendung

Am besten ist es, den Meerrettich frisch und sofort zu verwenden bzw. zu verarbeiten, denn bereits 15 Minuten nach dem Reiben der Wurzel verliert er an Wirkung, weil sich die ätherischen Öle schnell verflüchtigen. Nach dem Reiben kann der Meerrettich einfach gegessen werden, oder man verrührt ihn mit Honig zu einem Hustenmittel bzw. mit Milch zu einem Mittel gegen Verdauungsprobleme. Äußerlich kann man den Meerrettich als schmerzstillende Auflage nutzen.

Bei Husten:
Eine frische Wurzel reiben und mit derselben Menge Honig vermengen. 3 x täglich 1 TL einnehmen. Hilft auch bei Blasenentzündungen.

Bei Verdauungsproblemen:
½ TL geriebene Wurzel in ½ Liter lauwarme Milch rühren und sofort trinken.

Auflage:
Ein Tuch auf die zu behandelnde Stelle legen und mit frisch geriebenem Meerrettich bestreichen. Darüber noch ein Tuch legen und den Meerrettich maximal 10 Minuten wirken lassen.

Warnhinweise

  • Nicht anwenden bei Magen- und Darmgeschwüren sowie bei entzündlichen Erkrankungen des Darms oder der Nieren.
  • Nicht anwenden bei Kindern unter vier Jahren.
  • Der Meerrettich kann bei äußerlicher Anwendung oder bei Berührung Hautreizungen auslösen.
  • Die innerliche Einnahme von größeren Mengen kann Durchfall oder Erbrechen auslösen.
  • Vereinzelt kommt es sowohl bei der innerlichen als auch bei der äußerlichen Anwendung zu allergischen Reaktionen.
  • Die ätherischen Öle, die beim Reiben der Wurzel austreten, lösen zumeist ein Tränen der Augen aus.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.



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