Eine Gesundheitsplattform im Internet, eine Videokonferenz zwischen Fachärzten oder eine Operation mit einem hoch komplizierten ferngesteuerten Roboter – all dies zählt zu den vielfältigen Anwendungen von E-Health und Telemedizin. Diese bieten eine Reihe von Chancen: So können etwa Ärzte Patienten am anderen Ende der Welt behandeln oder rasch internationale Spezialisten zur Beratung hinzuziehen.
Telemedizin
Die Telemedizin ist ein Teilbereich der Telematik im Gesundheitswesen und bezeichnet Diagnostik und Therapie unter Überbrückung einer räumlichen oder auch zeitlichen (“asynchron”) Distanz zwischen Arzt und Patienten oder zwischen zwei sich konsultierenden Ärzten mittels Telekommunikation.
Telemedizinische Verfahren werden in größerem Umfang seit den 1980er-Jahren erprobt. Triebkraft zur Telemedizin ist eine räumliche Trennung von Arzt und Patient oder Arzt und Facharzt, wie sie in der Raumfahrt (hier auch Telemetrie), bei Expeditionen (Arktis/Antarktis) und in militärischen Einsätzen zu beobachten ist. Auch großflächige Länder mit einer geringen Einwohnerzahl in entlegenen Gebieten haben früh einen Bedarf für telemedizinische Anwendungen gesehen.
In den medizinisch gut versorgten Gebieten wird Telemedizin mit dem Ziel der Qualitätsverbesserung, z. B. durch Einholung einer Zweitmeinung verwendet. Daneben kann Telemedizin auch einen Beitrag zur Verbesserung der Aus-, Fort- und Weiterbildung leisten.
Anwendungen:
- Telediagnostik
- Telemetrie (Übertragung von Messwerten eines am Messort befindlichen Messfühlers zu einer räumlich getrennten Stelle)
- Teleradiologie (Vorgang, bei dem radiologisches Bildmaterial über eine Telekommunikationseinrichtung an einen entfernten Ort übertragen wird)
- Telekonsultation
- Telechirurgie
Internationale Experten im Kremser Lehrgang
“Telemedizin ist interdisziplinär ausgerichtet und durch die Verfügbarkeit der Leistung über Telekommunikation in der Qualität international vergleichbar. Der Lehrgang trägt dem Rechnung, indem nicht nur erstmals Referenten aus allen Medizinischen Universitäten in Österreich, sondern auch international führende Telemedizinzentren eingebunden werden, welche neben Routineanwendungen auch neueste Forschungsergebnisse vorstellen”, so Lehrgangsleiter Dr. Michael Truppe, Direktor des Karl Landsteiner Instituts für Biotelematik und Pionier der computerassistierten Chirurgie. Durch die Kooperation mit dem Norwegian Centre for Telemedicine in Tromsø, dem ersten WHO Collaborating Centre for Telemedicine, und dem Centre for Online Health an der Queensland-Universität in Australien erhalten die Studierenden Gelegenheit, erfolgreich umgesetzte internationale Projekte kennen zu lernen und bekommen Zugang zu einem Netzwerk weltweit führender Experten und Entscheidungsträger.
Die Entwicklung der Technologie der Telemedizin, zusammen mit der Verfügbarkeit neuer Datenübermittlungssysteme und Netzwerke, bringt ständig neue Alternativen zu traditionellen Behandlungsmethoden. Es besteht derzeit ein Mangel an Schlüsselpersonal welches die notwendige Mischung aus medizinischer, technischer und administrativer Erfahrung für die Einführung neuer Technologien und Arbeitsabläufe einbringen kann.
Mit dem MSc Universitätslehrgang “Telemedizin? wird erstmalig im deutschsprachigen Raum eine umfassende wissenschaftliche Ausbildung angeboten welche neben neuesten Forschungsergebnissen und den klinischen Möglichkeiten der Telemedizin die wirtschaftlichen und sozio-ökonomischen Voraussetzungen einbezieht. Der Universitätslehrgang “E-Health und Telemedizin” wird auch neueste Entwicklungen aus China vorstellen.
Linktipps:
…. Donau Universität Krems
…. Gendermedizin – geschlechtsspezifische Medizin
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…. Das Handy als mobiler Gesundheitswächter
…. Donau-Uni Krems bietet neuen Lehrgang Allergologie
…. Krankheitslexikon…. Patientensicherheit
…. Patienten mit Ärzte-Wartezimmer unzufrieden
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