Sodbrennen – neues Diagnoseverfahren für Reflux-Patienten

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Neue Behandlung bei Sodbrennen

20% der westlichen Bevölkerung leiden an regelmäßigem Sodbrennen (Reflux). Mit den bisherigen Diagnoseverfahren war es nur möglich, „sauren“ Reflux eindeutig zu identifizieren. Nun ermöglicht eine neue Hightech-Diagnostik eine optimale Therapie bei Sodbrennen-PatientInnen.

Am Kompetenzzentrum für Reflux-Erkrankungen am Krankenhaus Krems werden PatientInnen, die unter Sodbrennen leiden, nun mit der in Österreich neuen, kombinierten „Impedanz/pH-Metrie-Messung“ (Kombination von Säuremessung mit Messung des elektrischen Widerstands am Mageneingang) untersucht. „Damit ist ein Quantensprung in der Abklärung von Sodbrennen getan“, betont Prim. Univ.-Doz. Dr. Gerhard Schwab, Leiter der Kremser Chirurgie und des Kompetenzzentrums für Refluxerkrankungen, und ergänzt: „Es ist die einzige Untersuchung, mit der eindeutig beurteilt werden kann, ob die Symptome auch wirklich durch Reflux (Zurückrinnen von Magensaft in die Speiseröhre) verursacht sind. Besonders profitieren jene PatientInnen von der Impedanz-Messung, die trotz medikamentöser Therapie oder nach einem operativen Eingriff noch Beschwerden haben.

Volksleiden Sodbrennen

20% der westlichen Bevölkerung leiden an regelmäßigem Sodbrennen (Reflux). Mit den bisherigen Diagnoseverfahren war es nur möglich, „sauren“ Reflux eindeutig zu identifizieren. Bei 45% der PatientInnen mit Sodbrennen ist aber die Ursache ein „nicht-saurer“ Reflux, etwa von alkalischem (nicht-saurem) Magensaft oder durch den Rückfluss von Gallensaft aus dem Zwölffingerdarm, und bei weiteren 45% sind die Symptome gar nicht durch Reflux verursacht. Die „Impedanz/pH-Metrie-Messung“ macht klar, welchen PatientInnen mit einer Operation nachhaltig geholfen werden kann und bei wem andere Behandlungsmethoden erforderlich sind.

Bisherige Diagnoseverfahren

Bisher wurden die Refluxkrankheit und andere Speiseröhrenerkrankungen mittels Manometrie (Druckmessung des Speiseröhrenverschlussmuskels) und pH-Metrie (Messung des Säuregehalts in der Speiseröhre), neben Magenspiegelung ( Gastroskopie) und Magenröntgen, abgeklärt. Mittels pH-Metrie lassen sich nur saure Refluxe (ph-Wert <4) sicher nachweisen. Für nicht-saure Refluxe gab es bisher indirekte Hinweise aus der pH-Metrie.
Neues Diagnoseverfahren
Für die Messung wird die Impedanz-pH-Sonde, ein sehr dünner Schlauch, nach lokaler Betäubung der Nasenschleimhaut über die Nase in die Speiseröhre eingeführt, wo er für 24 Stunden verbleibt. Das Aufzeichnungsgerät wird wie eine kleine Handtasche über die Schulter oder um den Hals getragen. Während der 24 Stunden kann sich der Patient „normal“ bewegen und „normal“ essen.

An der Sonde selbst gibt es zwei pH-Messpositionen und sechs Impedanz-Mess-Punkte mit jeweils zwei Elektroden, zwischen denen elektrische Spannung aufgebaut wird. Flüssigkeit in der Speiseröhre verändert die Spannung und die Impedanzänderung kann so gemessen werden. Durch die sechs Mess-Punkte kann zwischen Schlucken und Rückfluss von Magensaft unterschieden und die Höhe, bis zu der ein Reflux steigt, festgestellt werden.

Das Gerät kommt zurzeit in den Refluxzentren im Landesschwerpunktkrankenhaus Krems, im Krankenhaus Zell am See und im Refluxzentrum der Privatklinik Döbling in Wien zum Einsatz.

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

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